Unterhaltung

Nach Mobbing in Reality-Format. Sat1 löscht "Promis unter Palmen"-Folge

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Einzig Tobi Wegener machte beim fiesen Mobbing gegen Claudia Obert nicht mit.

(Foto: SAT1)

Die fünfte Folge der Sat1-Realityshow "Promis unter Palmen" sorgt für einigen Wirbel. Vor allem drei der Kandidaten bekleckern sich nicht mit Ruhm und mobben Mitspielerin Claudia Obert mit allen Mitteln, bis sie die Segel streicht. Nun hat der Sender die Folge aus dem Netz genommen.

Heute Abend läuft das Finale und damit die sechste Folge der Sat1-Reality-TV-Show "Promis unter Palmen". Doch noch immer kämpft der Sender mit den Ausläufern der fünften Folge, die vergangenen Mittwoch ausgestrahlt wurde. Darin wurde Kandidatin Claudia Obert von den Mitspielern Bastian Yotta, Matthias Mangiapane und Carina Spack aufs Übelste gemobbt. Auch ntv.de berichtete darüber.

Nun hat Sat1 weitere Konsequenzen daraus gezogen. Nachdem Mitbewerber RTL bereits angekündigt hatte, mit Yotta, dem Anführer der Mobbing-Gang, nie wieder zusammenarbeiten zu wollen, rechtfertigte sich Sat1 für die Ausstrahlung der Folge zunächst noch. Nun aber haben die Verantwortlichen reagiert und die umstrittene Folge aus der Mediathek gelöscht. Auch beim digitalen Sender "Joyn" ist sie nicht länger verfügbar. Dem Branchendienst "DWDL.de" bestätigte der Sender einen Bericht von "TV Wunschliste", wonach die Folge wegen eines "aktuellen Prüfverfahrens" offline genommen wurde.

Geprüft wird dem Bericht nach von der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), nachdem es dort Beschwerden über das Format beziehungsweise die Ausgabe gegeben hatte. Bis es eine Entscheidung der FSF gebe, werde die Folge wohl offline bleiben - das sei ein Standardprozess. Es ist aber denkbar, dass der Verein die Folge im Zuge der Überprüfung mit einer Altersbeschränkung versieht und sie dann wieder online gestellt werden kann.

Sendervorstand verteidigt Show

Carsten Stahl, der mit Anti-Mobbing-Formaten bei RTLzwei bekannt wurde, erklärte zudem am 24. April auf seinem Instagram-Account, er habe Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Berlin gegen Sender und Produktionsfirma Endemol Shine Germany gestellt. Seiner Meinung sollte Sat1 auch das Finale gar nicht erst zeigen. Die Sendung sei "für uns sowie viele Opfer ein Schlag ins Gesicht", sagte er. "Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden".

Bei ProSiebenSat1 verteidigt man das Format allerdings weiterhin. "Ist man mit 'Promis unter Palmen' bis an die Grenzen gegangen? Ja. Geht das Format zu weit? Nein", sagte Wolfgang Link, neuer Vorstand Entertainment des Unternehmens, im Interview mit "DWDL.de". Link meinte, das unmögliche Benehmen einiger Promis falle auch auf diese zurück. "Man darf gewisse Dinge nicht stehen lassen, aber das tun wir auch nicht. Die Zuschauer entwickeln sehr wohl ein Gefühl dafür, wer sich anständig verhält und wer nicht."

"Bin von mir selber erschrocken"

Dass sie sich nicht anständig verhalten haben, begreifen aber noch immer nicht alle Beschuldigten. Influencerin Carina Spack verlor bereits einen Werbepartner, Yotta die Aussicht auf die Teilnahme an weiteren TV-Formaten, und der "Hot oder Schrott"-Mitwirkende Mangiapane sagte jetzt im Skype-Interview bei Vox, er habe sich beim Anschauen der Folge nicht gut gefühlt. "Ich bin vor mir selber sehr erschrocken." Als Mobbing bezeichnete er sein Verhalten dennoch nicht. "Ich tue mich auch selber nicht so ernst nehmen, wie es vielleicht andere machen. Ich nehme mich selber auf die Schippe, ich bin selber jemand, der viel über sich selbst lachen kann." Natürlich habe man sich mal gestritten, und Claudia Obert gehöre nicht zu seinen Lieblingskollegen, so Mangiapane weiter, aber man habe trotzdem einen ganz normalen Umgang miteinander.

Zuvor hatte die zunächst aus dem Haus geworfene und anschließend anstelle von Obert zurückgekehrte Désirée Nick, anfänglich selbst keine Freundin des Opfers, Stellung bezogen und sich von ihrem Busenfreund Mangiapane distanziert. Bei Facebook schrieb sie unter anderem, das Verhalten von ihm, Yotta und Spack sei "menschenverachtend" gewesen. "Menschliche Dummheit verbreitet sich schneller als Corona", so ihr Fazit.

Carina Spack entschuldigte sich inzwischen bei Instagram und gab an, das auch bei Claudia Obert persönlich getan zu haben. Bastian Yotta äußerste sich in seiner Instagram-Story zu den Ereignissen. Dort meine er mehr zu sich selbst: "Vergiss nicht, du hast alles gegeben in dieser Show. Du warst der, der Claudia den Kopf hochgetragen hat, der sie gecoacht hat." Als "permanenter" Teamkapitän habe er das Recht gehabt, Obert zu coachen. Was das genau für ein Coaching gewesen sein soll, erklärt der Gründer der "Yotta University" allerdings nicht.

Quelle: ntv.de, nan

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