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Nach schwerer Krankheit Schauspielerin Christine Kaufmann ist tot

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Christine Kaufmann lag Medienberichten zufolge seit Tagen im Koma.

(Foto: imago/Hoffmann)

Bereits seit Tagen sorgten sich Familie und Fans um Schauspielerin Christine Kaufmann - nun bestätigen sich die schlimmsten Ängste. Die 72-Jährige starb in der Nacht in einem Münchner Krankenhaus - im Beisein ihrer engsten Vertrauten.

Kinostar Christine Kaufmann ist tot. Die 72-Jährige sei in der Nacht zum Dienstag im Kreis der Familie in einem Münchner Krankenhaus gestorben, teilte ihr Management mit. Die international erfolgreiche Schauspielerin hatte dort Medienberichten zufolge seit Tagen als Folge einer schweren Erkrankung im Koma gelegen. "Ihr Tod kommt völlig überraschend", hieß es vonseiten ihres Managements. "Sie wurde mitten aus ihrer Arbeit und ihrer enormen Schaffenskraft gerissen." Einzelheiten - vor allem zur Art der Krankheit - wollte die Agentur weiterhin nicht bekannt geben.

Die Familie hatte seit Tagen am Krankenbett der Schauspielerin gewacht und sich sehr besorgt über den Gesundheitszustand der 72-Jährigen geäußert. "Wir sprechen mit ihr", hatte Kaufmanns Enkelin Dido Sargent der "Bild"-Zeitung erklärt. "Ich bin sicher, sie spürt, dass wir da sind. Wir zeigen ihr, dass wir sie lieben. Zusammenhalten. Ihr beistehen. Egal, was ihr Körper und ihre Seele entscheiden zu tun." Die Familie versuche, angstfrei mit der Situation umzugehen.

"Meine Großmutter hat immer ganz locker über den Tod gesprochen", sagte Sargent. "Leben und Tod gehören zusammen. Niemand wird geschont. Aber wir hoffen alle, dass wir sie noch mal sprechen können." Die Sprecherin von Kaufmann hatte sich zuvor im Namen der Familie "von Herzen für die wundervolle, überwältigende Anteilnahme vieler mitfühlender Menschen aus der ganzen Welt" bedankt.

Keine glückliche Ehe mit Curtis

Kaufmann spielte bereits als Kind in den 1950er-Jahren ihre ersten Rollen - ihr Debüt gab sie 1952 in Willi Forsts "Im weißen Rössl". Als Karin Steinhof in Gottfried Reinhardts "Stadt ohne Mitleid" erlangte sie knapp zehn Jahre später, im Jahr 1961, internationale Berühmtheit - und erhielt einen Golden Globe. Die Kritik feierte die Darstellerin, die an der Seite von Kirk Douglas ein Kleinstadtmädchen spielte, das Opfer einer Vergewaltigung wird. Bei den Dreharbeiten lernte sie auch den 20 Jahre älteren Tony Curtis kennen, den sie zwei Jahre später heiratete. Das Paar bekam zwei Töchter.

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Hollywood-Legende Tony Curtis 1963 mit Christine Kaufmann.

(Foto: dpa)

Es war keine glückliche Ehe, wie sie später immer wieder beteuerte. Sie sei für ihn lediglich eine hübsche, junge Visitenkarte gewesen. Nach der Scheidung kehrte sie mit ihren Töchtern Alexandra und Allegra zunächst nach Deutschland zurück. Es folgte ein erbitterter Sorgerechtsstreit, in dessen Folge die Kinder sogar nach Los Angeles entführt wurden.

Von Hollywood zurück in die Heimat

In Deutschland gelang ihr das Comeback: Sie war in TV-Serien wie "Der Kommissar" und "Derrick" zu sehen und gewann mit Regisseuren des Neuen Deutschen Films Profil. Sie spielte in Werner-Schroeter-Filmen wie "Der Tod der Maria Malibran" und "Tag der Idioten". 1981 drehte sie mit Rainer Werner Fassbinder an der Seite von Stars wie Armin Mueller-Stahl und Mario Adorf die Filme "Lola" und "Lili Marleen". Für viele Fans unvergessen sind ihre Auftritte in der TV-Serie "Monaco Franze - Der ewige Stenz" des Bayerischen Rundfunks Anfang der 80er-Jahre. Neben Helmut Fischer und Ruth Maria Kubitschek konnte Christine Kaufmann hier als Mauerblümchen Olga ihr komödiantisches Talent zeigen.

Neben ihren Engagements als Schauspielerin war Christine Kaufmann auch als Autorin aktiv. Sie schrieb Bücher mit Titeln wie "Verführung zur Lebenslust" und "Scheinweltfieber", gab Wellness- und Beauty-Tipps und vertrieb ihre eigene Kosmetiklinie. Medien nannten sie die "schönste Großmutter Deutschlands". Mit Leidenschaft pflegte Kaufmann, die vier Mal verheiratet war, das Familienleben mit ihren Töchtern und Enkeln. Uralt zu werden war aber nicht ihr Wunsch. "Ich interessiere mich für ein gutes Leben, nicht für ein langes", sagte sie der Zeitschrift "Woman".

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP