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Promi Big Brother - Auftakt Schon kurz nach dem Einzug knallt's!

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Mischt den ganzen Verein mächtig gewaltig auf: Parfümfläschchen-Schnüffler Jeremy Fragrance

Jeremy Fragrance will seinen "Signature Look" nicht ablegen, eine "Trash-Sau" packt die Brüste aus und auf dem Dachboden geht die Angst vor einem "Psycho mit einem Messer" um. Alles über die große Show zum Auftakt von Promi Big Brother!

"Du glaubst doch nicht im Ernst, dass der euch hier alle abmurkst!", sagt Jay Khan - dessen echter Name übrigens Tariq lautet - zu Sam Dylan über den Parfüm-Schnüffler Jeremy Fragrance. Der Mann, dessen "Signature Look" ein weißer Anzug ist und dem auf Social-Media Millionen Menschen folgen, ist für die neuen Bewohner "nur schwer zu greifen" - und damit herzlich willkommen zum Auftakt der Jubiläumsstaffel von Promi Big Brother! Zehn Jahre gibt’s den Bumms jetzt schon! Und in der Tat bietet der Auftakt alles, was eine gute Staffel braucht, denn schon kurz nach dem Einzug der Kandidaten knallt's! Aber von vorn!

Statt zwei Bereiche gibt es dieses Jahr drei. Eine Garage und einen Dachboden - und natürlich einen Luxusbereich, der einem endlich mal nicht die Augen ausbrennt. Moderiert wird die Chose nach wie vor von "Marlenchen" und Jochen Schropp, die inzwischen natürlich ziemlich gut eingegroovt sind, auch wenn das frei Schnauze reden stets drollig gewollt wirkt. Aber dafür trägt der Jochen die Stoffreste der Berliner Verkehrsbetriebe von 1991 auf und dieser Look erweicht ja nun auch das härteste Kritikerherz.

Okay, da gibt es also diese zwei Bereiche, in denen jeweils mehr oder weniger bekannte TV-Gesichtchen weilen. Mit von der Partie in der Garage sind unter anderem der sehr liebenswürdige Menderes, die Ex von Sido und Micaela Schäfer, die sich selbst als "Trash-Sau" bezeichnet und so flott die Möpse freilegt, dass das Ganze auf der Stelle ermüdend wirkt. Denn wer die Nacktschnecke, die gefühlt seit 1988 ablegt, nackt sehen will, braucht einfach nur zu googeln.

Der Mann im weißen Anzug - der Heilsbringer

Auf dem Dachboden weilen "Altherren"-Band-Mitglied Jay Khan, irgendeine Dame aus irgendeinem der unzähligen "Bums-Formate" und dann noch so eine Blondine, die auch schon quer durch die Reality-TV-Prärie gehopst ist und die auf den schönen Namen Walentina Doronina hört. Schnell wird es mit Walentina unangenehm, denn durch TV-Formate zu tingeln, scheint heutzutage für einige "der Ritterschlag" zu sein. Damit sie nicht vergisst, um welche Formate es sich in ihrer Insta-Vita handelt, hat sich die 22-Jährige sämtliche Shows auf ihren Oberarm tätowieren lassen. Herrschaftszeiten! Und man dachte doch tatsächlich, die Nummer mit den Arschgeweih-Tattoos in den späten Neunzigern sei schon schlimm gewesen!

Und dann ist da noch er - der Mann im weißen Anzug, der sich partout nicht den Regeln von Big Brother unterwerfen und sein eigenes Ding durchziehen will: Jeremy Fragrance, formerly known as: der Parfüm-Schnupper-Virtuose. Der Typ wirkt, man kann es nicht anders sagen, wie eine Offenbarung fürs Trash-TV - ein Heilsbringer, ein gut parfümierter Prophet, der eine wie das Sündenbabel verkommene, am Boden liegende Branche wieder auferstehen lassen könnte. Mehr von dieser Sorte und unser schwer von seichten Influencern malträtiertes Reality-TV ist gerettet! Stattdessen lauschen wir spröden, tumben Leutchen, die sich in ihrer Einfältigkeit für den Nabel der Welt halten.

"Normal sein ist easy, das kann ja jeder sein", erklärt Fragrance. Erinnert sein Auftreten an eine Mischung aus "American Psycho" und Hannibal Lecter? Ja. Pariert er? Nein. Schwimmt er gegen den Strom? Gott sei Dank! Ist es das, was das Trash-TV ganz dringend braucht? Auf jeden Fall! Auch wenn Walentina "nicht rafft", wieso der Duftwässerchen-Schnüffler nicht brav wie alle anderen seine schneeweiße Robe wechseln möchte. Und "jeder, der zwei Gehirnzellen hat", maßt sie sich an, für den Zuschauer zu sprechen, "rafft das auch nicht". Schnell fallen erste Beleidigungen, Jeremy wird mit dem Serienmörder Jeffrey Dahmer verglichen und Sam Dylan schlussfolgert, wenn "der Psycho" wirklich alle abmurkst, wäre er auf einen Schlag weltberühmt und bekäme seine "eigene Netflix-Doku".

"Dann bist du eben ein Zitronenbaum"

Fragrance weiß, dass seichte Gemüter seine selbstauferlegte Mission niemals begreifen. Dennoch ist er anfangs gewillt, es zwei, drei und auch viermal zu erklären. Letztlich aber sprach er fast wie Zarathustra zu jenen, die ihn nicht verstehen: "Dann bist du eben ein Zitronenbaum, aus dem ich keinen Apfelbaum mehr mache!"

Menschen, die etwas oder jemanden nicht begreifen, sind schnell verunsichert. Aber Verunsicherung ist so viel besser als langweilige Leute, deren Gespräche darin bestehen, ob sie "einen blauen Haken" haben. Jeremy Fragrance hat TV begriffen. Er stört, er spricht direkt in die Kamera, er lässt es knallen und krachen. Dazwischen gibt es ein paar nackte Tatsachen von Frau Schäfer, einen Bereichswechsel und Menderes, der bei Penny einkauft.

Kurzum: Alles in allem ein recht gelungener Auftakt, der natürlich vor allem dem Mann im weißen "Signature Look" zu verdanken ist. Vier Stunden Sendezeit allerdings füllt man heutzutage nicht mehr, indem man die Kamera auf die nackten Brüste einer Frau hält, deren Beruf es ist, sich auszupellen. Dann lieber Katy Karrenbauer zwei Stunden lang das Telefonbuch vorlesen lassen!

Quelle: ntv.de

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