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Flaggenstreit beim ESC Schweden verärgert Spanien

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Der ESC ist auch immer ein flaggenträchtiger Wettbewerb.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Flaggenregelung beim Eurovision Song Contest (ESC) in Stockholm löst in Spanien Proteste aus. Der Unmut richtet sich vor allem dagegen, dass die Veranstalter die Fahne des Baskenlandes zu den Flaggen gezählt hatten, die nicht gezeigt werden dürfen.

Für Ärger hat Schweden mit der Veröffentlichung einer Liste gesorgt, die beim Eurovision Song Contest Mitte Mai in Stockholm die baskische Flagge ebenso verbietet wie die Flagge der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die spanische Vize-Regierungschefin Soraya Saenz de Santamaria sagte nach der wöchentlichen Kabinettssitzung in Madrid mit Blick auf die Liste, die baskische Flagge sei "eine verfassungsmäßige, legale und legitime Flagge".

Die spanische Regierung werde die Flagge "verteidigen, wann immer es notwendig ist", fügte Saenz hinzu. Außenminister José Manuel García-Margallo setzte sich nach Angaben einer Ministeriumssprecherin mit dem spanischen Botschafter in Schweden in Verbindung, damit dieser dort deutlich mache, "dass es eine verfassungsgemäße Flagge ist und sie nicht auf dieser Liste stehen kann".

Die Organisatoren des Musikwettbewerbs entschuldigten sich für die Veröffentlichung. Ein unvollständiger Entwurf der Liste mit Beispielen nicht zugelassener Flaggen sei irrtümlich auf der Website der Veranstaltung und der zuständigen Ticket-Agentur veröffentlicht worden. "Die Organisatoren entschuldigen sich bei allen, die sich durch die Liste beleidigt fühlen", hieß es weiter.

Regenbogen-Banner erlaubt

Nach Eurovisionsregeln sind regionale Flaggen wie die rot-weiß-grüne Flagge des Baskenlandes im Norden Spaniens bei dem Song Contest ebenso wenig erlaubt wie Flaggen mit religiöser, politischer oder kommerzieller Botschaft. Gezeigt werden dürfen lediglich die Flaggen der Teilnehmerländer, die EU-Flagge und das Regenbogen-Banner, das für die Friedensbewegung ebenso wie für die Bewegung für die Rechte von Homosexuellen steht. Eurovision-Sprecher Dave Goodman sagte, der Umgang mit Flaggen richte sich "nicht gegen spezielle Territorien oder Organisationen, und er vergleicht sie mit Sicherheit nicht miteinander".

Der ESC ist der weltweit am meisten beachtete Musikwettbewerb. Etwa 200 Millionen Menschen weltweit schauen sich die Veranstaltung im Fernsehen an. Das diesjährige Finale findet am 14. Mai in Stockholm statt.

Quelle: ntv.de, wne/AFP