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Neuer Internetblackout in Nordkorea "The Interview" kommt doch in die Kinos

Erst war da die Angst vor einem Blutbad am Weihnachtstag in den USA. Doch einschüchtern lassen wollen sich die US-Kinos wegen einer Satire auch nicht. Nun soll "The Interview" doch anlaufen - Präsident Obama applaudiert. Und in Nordkorea fällt das Internet erneut aus.

Der Film "The Interview" wird nun doch zu Weihnachten in den USA gezeigt - allerdings in einer geringen Zahl von Kinos. Das berichteten mehrere US-Medien. Der Film, der eine beispiellose Hackerattacke auf das Filmstudio Sony Pictures verursacht hatte, soll nun am Donnerstag laut CNN in mindestens fünf Bundesstaaten gezeigt werden, nämlich in Georgia, Ohio, Texas, Virginia und South Carolina. Das Plaza in Atlanta und das Alamo Drafthouse bestätigten in sozialen Netzwerken, dass sie den Film zeigen werden. Große US-Kinoketten wie AMC und Regal wollten den Film, in dem es um Mordpläne gegen Diktator Kim Jong Un geht, dagegen nicht zeigen.

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Seth Rogen (M.) und James Franco spielen die Hauptrollen in "The Interview".

(Foto: Columbia Pictures)

"Wir haben die Idee nie ganz aufgegeben, den Film ins Kino zu bringen", wird Michael Lynton, der Chef von Sony Entertainment, zitiert. "Wir sind begeistert, dass einige Kinos den Film an Weihnachten zeigen." Zudem suche man nach weiteren Möglichkeiten, den Film zugänglich zu machen. Laut "Hollywood Reporter" kündigte Sony an, den Film als Video on Demand zugänglich zu machen. Eine Gruppe von etwa 250 US-Kinos hatte zuvor Sony in einer Online-Petition aufgefordert, den Film freizugeben.

Darsteller Seth Rogen sagte in einer ersten Reaktion: "Das Volk hat gesprochen und die Freiheit hat sich durchgesetzt." Er sei erfreut, dass Sony nicht aufgegeben habe und der Film nun an Weihnachten gezeigt werde.  Auch sein Kollege James Franco bejubelte den Sieg. "Das Volk und der Präsident" hätten gesprochen und Sony reagiert. US-Präsident Barack Obama dankte Sony für sein Einlenken. Er freue sich darüber, dass "The Interview" nun noch in die Kinos komme. Die USA glaubten an das Recht auf freie Meinungsäußerung und künstlerische Freiheit. Die Amerikaner könnten nun selbst entscheiden, ob sie den Film sehen wollen oder nicht.

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In Deutschland sollte der Film am 5. Februar starten - auch dieser Termin wurde vorerst abgesagt.

(Foto: Columbia Pictures)

Kritik an Filmabsage

Der Film, der ursprünglich landesweit am 25. Dezember anlaufen sollte, war zunächst von Sony Pictures zurückgezogen worden, nachdem eine Hackergruppe mit Terrorangriffen gegen Kinos gedroht hatte, die den Streifen zeigen. Daraufhin hatten die größten Kinoketten des Landes den Film aus dem Programm genommen und Sony so zum Rückzug bewegt.

Der Schritt hatte umgehend scharfe Kritik hervorgerufen. So wurde befürchtet, dass damit Erpressungsversuchen gegen unliebsame Filme Tür und Tor geöffnet werde. Auch Obama hatte die Entscheidung von Sony Pictures kritisiert.

Vorangegangen war ein groß angelegter Hackerangriff auf das Studio, nach dem etliche vertrauliche Dokumente und Mails an die Öffentlichkeit gelangten. Die Hacker, die als "Guardians of Peace" (Wächter des Friedens) auftreten, hatten Sony mit weiteren Veröffentlichungen gedroht, sollte "The Interview" ins Kino kommen.

Netzwerke in Nordkorea wieder aus

Die US-Regierung und das FBI beschuldigen Nordkorea, hinter dem Hackerangriff zu stecken. Das Land, das bereits im Sommer den Film verurteilt hatte, dementierte allerdings jede Beteiligung. Präsident Barack Obama hatte der Regierung in Pjöngjang mit Strafmaßnahmen gedroht. Das Regime drohte daraufhin mit einem "ultra-hartem Reaktionskrieg".

Derweil fiel in Nordkorea den zweiten Tag in Folge das Internet aus. Die vier Onlinenetzwerke des Landes seien erneut offline gegangen, berichtete die auf Internetsicherheit spezialisierte US-Firma Dyn Research. Bereits am Montag war das Land, in dem nur die Elite Zugang zum Internet hat, neun Stunden lang von den weltweiten Datenströmen abgeschnitten gewesen.

Unklar war, ob die USA dafür verantwortlich waren. Eine Sprecherin des Außenministeriums in Washington beantwortete entsprechende Journalistenfragen nicht. "Ich habe heute nichts Neues über Nordkorea mitzuteilen", sagte sie.

Quelle: ntv.de