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Forever "Fast & Furious" Paul Walker prügelt ein letztes Mal

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"Fast & Furious" liebt rasante Kurven - bei Frauen und Straßen gleichermaßen. Harte Typen kloppen sich die Köpfe ein und überlisten die Schwerkraft. Teil sieben tritt an, seine Vorgänger zu übertrumpfen. Was so viel Spaß macht, kann gar nicht schlecht sein.

Es geht um Autos. Es gibt die Helden und ihre Feinde. Es wird geballert. Auch Gefühl kommt vor. Wer bislang keinen "Fast & Furious"-Film gesehen hat, fragt sich zwar die erste Stunde über, was zur Hölle eigentlich in London passiert ist, kommt aber trotzdem hervorragend mit.

Dieses Mal werden Vin Diesel, Paul Walker, Dwayne Johnson, Michelle Rodriguez und Co. in ihren Rollen als Untergrund-Rennfahrer gejagt, und zwar von einem unzerstörbaren Jason Statham. Außerdem arbeiten sie mit einer geheimen Regierungsorganisation und einer attraktiven Hackerin samt beängstigendem Überwachungssystem zusammen.

Zu cool für schusssichere Westen

Die Bösen - man darf das im Action-Genre doch mal so undifferenziert stehen lassen - sind so maskiert, schwarz gekleidet und schwer bewaffnet, daneben sehen unsere fantastischen Auto-Fünf aus wie ABC-Schützen. Schusssichere Westen machen sich aber auch einfach nicht so gut unterm Muscle-Shirt.

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In Abu Dhabi haben die Autofanatiker einen wichtigen Auftrag zu erledigen. Gegen einen Ausflug an den Strand spricht trotzdem nichts.

Wenn bei "Fast & Furious - Zeit für Vergeltung" nicht gerade Reifen quietschen oder irgendetwas explodiert, dann ist der Streifen das reinste Hiphop-Video - war das da an der Rennbahn etwa Iggy Azalea? Es gibt nur die knackigsten Kehrseiten aus bester Perspektive, es wird getanzt, als müsse damit der Schulabschluss finanziert werden. Das soll so.

Es ist eben schon ein echter Machostreifen. Nicht, dass nicht auch Frauen den Bier-Streit streiten könnten - belgisch oder Corona, aber es gehört doch eine gehörige Portion Testosteron dazu, den Kumpel zu verspotten, weil der partout nicht mit der Karre aus dem Flugzeug springen will. Ist doch alles mit Autopilot - easy. Auch für Rodriguez, die als Frau offenbar nur mitfahren darf, wenn sie andere abwertend "Hello Kitty" ruft.

Walker liefert besten Stunt

"Fast & Furious" hat in Runde sieben noch einmal einen draufgelegt und überzeugt in puncto Stunts auf voller Linie. Wie Paul Walker durch die Windschutzscheibe seines Flitzers in voller Fahrt auf einen Laster klettert, nur um dort dann eine Handvoll harter Jungs ordentlich zu vermöbeln - das ist wirklich verdammt beeindruckend und noch lange nicht das Ende der Szene. Der Angriff in den stark bewaldeten Bergen ist die vielleicht stärkste des ganzen Films.

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Jason Statham mimt den stalkenden Bösewicht mit imposanten Waffen und grausamen Verbündeten.

Heath Ledger bekam post mortem einen Oscar für seine Rolle als Joker in "The Dark Knight". Paul Walker wird nicht von der Academy ausgezeichnet werden. Im November 2013 starb er bei einem Autounfall. Mit seinem letzten Leinwandauftritt hat er sich ein Denkmal gesetzt. In einer Gruppe Haudegen sticht er heraus, nicht weil er tot ist, sondern weil er gut ist. Vin Diesels Mimik reicht von stumpf bis Babynator - eine Filmrolle, an die man den Herrn wirklich regelmäßig erinnern sollte, Dwayne "The Rock" Johnson bleibt auch unter Stahlmuskeln ein Teddybär mit wenig Tiefe. Aber Walker, der ist ein echter Jason Statham.

Ein würdiger Abschied

137 Minuten - das ist eine ziemlich stolze Filmlänge, einige Minuten sind sicherlich der Tatsache geschuldet, dass die Macher des Films ein Ende für Paul Walkers Charakter finden mussten, nachdem der Schauspieler vor Drehschluss ums Leben gekommen war. Das ist ihnen übrigens ernsthaft berührend gelungen.

Längen hat der Film nicht. Er verblüfft, wenn er die Gesetze der Physik auf den Kopf stellt. Er beeindruckt mit mächtigen Landschaftsaufnahmen von Bergen in Aserbaidschan und dem imposanten Ambiente eines Penthouses in Abu Dhabi. Wer gerne laut Motoren aufheulen hört und nichts gegen einen ordentlichen "Streetfight" mit Autoteilen statt Schusswaffen hat, darf sich genüsslich zurücklehnen.

Quelle: n-tv.de

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