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"Die Quarantäne-WG" bei RTL Hunziker: Atemschutzmasken für 264 Euro

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Gottschalk, Pocher, Hunziker und Jauch im Videochat der Quarantäne-WG.

Zum zweiten Mal treffen sich die WG-Bewohner Gottschalk, Jauch und Pocher in ihrem digitalen Wohnzimmer. Dieses Mal haben sie sich Toni Kroos und Michelle Hunziker eingeladen. Letztere weiß Dramatisches aus Bergamo zu berichten.

Das Gute an einer digitalen WG ist, dass sich deren Mitbewohner in der Zeit ihrer medialen Abwesenheit nicht über den nicht erledigten Abwasch oder dreckige Unterwäsche im Gemeinschaftsraum zerstreiten können. Und so finden sich Günther Jauch, Thomas Gottschalk und Oliver Pocher auch am zweiten Abend der RTL-Show "Die Quarantäne-WG" wieder vor den Kameras ihrer heimischen Wohn- und Arbeitsräume ein, um über das Thema Corona und Anverwandtes zu diskutieren.

Erstmal geht es vor allem um Mode. Während Gottschalk sich heute in lebensbejahendes Lila gewandet hat, sehen wir Jauch wie üblich in Hemd und Sakko, was eine Twitter-Userin dazu veranlasst, zu Spenden für einen flauschigen Kapuzenpulli und Jogginghosen aufzurufen. Jauch lehnt ab, hält er es doch wie Lagerfeld, der schon sagte: "Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren." So wie Pocher offenbar, denn der hat eine solche an, mit dem Logo des Fußballclubs Hannover 96. Das ist für Jauch das viel größere Indiz für den Verlust der Kontrolle als die Buxe selbst.

Toni Kroos live aus Madrid

Nach dem ersten Geplänkel wird Real-Madrid-Spieler Toni Kroos zugeschaltet. Natürlich aus Madrid, wo er sich gerade bei seiner Familie in der Isolation befindet. Und er fühlt sich dort offenbar ganz wohl, denn er betont mehrfach, wie sehr er die Zeit mit Frau und Kindern genieße. Auch weiß er zu berichten, dass Spanien in seinen Abriegelungsmaßnahmen wesentlich rigoroser war als Deutschland zum jetzigen Zeitpunkt. So wirklich geholfen hat es dem Land, das derzeit knapp 40.000 Infizierte und 2700 Tote zu verzeichnen hat, aber auch nicht. Dennoch war das in den Augen von Kroos der einzig richtige Weg.

Zu Gottschalks Nachfrage zur Verschiebung der Olympiade hat Kroos wenig beizutragen, ein User dagegen schon, der darauf hinweist, dass es sich bei dem Event nicht um die Olympiade, sondern um Olympia handele. Der Social-Media-Beauftragte Pocher merkt an, dass es Klugscheißer eben immer gebe, dieser aber auch noch zwei Rechtschreibfehler in seinem Tweet zu verzeichnen habe. Damit wäre das Thema auch vom Tisch.

Spenden soll jeder freiwillig

Wie er zu der Aufforderung der Politik stehe, dass Fußballer auf ihr Gehalt zugunsten der Allgemeinheit verzichten sollten, möchte Pocher dann vom Gast wissen. Immerhin spielt dessen Bruder bei Union Berlin, einem Verein, der es sicher nicht so dicke hat wie Real Madrid. 2,5 Millionen hat Kroos gemeinsam mit der Nationalmannschaft bereits gespendet. Sich dazu von der Politik nötigen zu lassen, sieht er allerdings nicht ein. Das solle schon eine freiwillige Angelegenheit bleiben, so seine Meinung. Man helfe aber rechts und links, wo es gehe.

Kroos plaudert noch ein wenig aus dem Nähkästchen, während sich Pocher auf die Kroos-Challenge vorbereitet. Für die muss er mit einem Fußball einen selbstgebauten Parcours bestreiten. Eine Aufgabe, an der in den letzten Tagen schon einige andere bei Instagram kläglich scheiterten. Pocher übergibt so lange den Moderations-Staffelstab an Gottschalk, der einräumt, vielleicht nicht der Richtige für sportkritische Fragen zu sein. Also will er von Kroos lieber wissen, ob er vorhabe, die weiße Wand im Hintergrund eines Tages mal farbig zu streichen. Lila vielleicht?

Pocher ist nun bereit und stellt sich - gerade für einen Corona-Infizierten - auf dem Parcours aus Kinderspielzeug gar nicht mal so schlecht an. Das muss ihm auch der Rest der WG neidlos zugestehen, selbst wenn er anschließend, nach etwa einer halben Minuten Spielzeit, hörbar außer Atem ist. Doch sei er auf dem Weg der Genesung, versichert er, als er wieder sprechen kann.

Der Blick in das Büro von Jauch wirft kurz Fragen auf. Im Hintergrund lenkt ein Gemälde die Aufmerksamkeit von Gottschalk auf sich. Er glaubt, den Punk-Musiker Johnny Rotten zu erkennen. Tatsächlich aber handelt es sich um ein Bild des etwa 25-jährigen Jauch, ein Fangeschenk. Der zeigt nun eine ganze Reihe solcher Präsente, unter anderem eine gehäkelte Ausgabe seiner selbst. Muss man mögen.

Die Frage, die gerade die Fußballfans brennend interessiert - wann es endlich in den Stadien und mit dem Sport überhaupt weitergeht - kann auch Kroos nicht beantworten. Scheinbar zieht selbst er seine Informationen vorrangig aus den Medien und die spanische Liga hält sich derzeit an die Vorgaben der Regierung. Vor dem 15. April geht nichts - und dann? Mal sehen. Eine eher unbefriedigende Antwort, für die Toni Kroos aber ganz sicher nichts kann. Er ist ja kein Hellseher, sondern Mittelfeldspieler. Sein Besuch in der Quarantäne-WG findet mit einem lobenden Tweet eines Fans ihren krönenden Abschluss.

Michelle Hunziker live aus Bergamo

Im ebenfalls schwer von dem Coronavirus gebeutelten Italien hockt derzeit Gast Nummer zwei. Es ist Michelle Hunziker, samt Hund auf dem Schoß, den Pocher kurz mit Günther Netzer verwechselt. Passiert, die Haarfarbe ist ähnlich, die Frisur erinnert allerdings eher an die von Gottschalk.

Hunziker ist ausgerechnet in Bergamo in selbstgewählter Quarantäne, der Stadt, die vom Coronavirus besonders betroffen ist. Sie sitzt in einer Art Epizentrum der Pandemie, immerhin hat Italien inzwischen 70.000 Infizierte und mehr als 7000 Tote zu verzeichnen, wie Hunziker berichtet. Doch sie erklärt auch, dass man gerade ein wenig Licht am Ende des Tunnels zu sehen glaube und die Stadt ein wenig aufatme. "Wir haben das Gefühl, dass die Quarantäne wirklich richtig war", so die Blondine. Die Angst schwinge dennoch immer mit. Wie so viele habe sie nie geglaubt, dass so etwas jemals passieren würde, doch versuche sie, so positiv wie möglich eingestellt zu bleiben.

Jauch möchte wissen, wem die Menschen in Bergamo die Schuld für ihre Situation geben. Der Regierung, die zu spät reagiert hat, oder doch einfach dem Schicksal? Hunziker ist der Meinung, dass früher etwas hätte getan werden müssen, doch dass einfach alle die Lage unterschätzt hätten. Keiner habe den Shutdown gewollt, aber man habe gemerkt, dass es anders nicht weiterging. Nun seien es einfach zu viele kranke Menschen, als dass das Gesundheitssystem Norditaliens das noch stemmen könne. Es ist ein Appell an die Menschen, die auch in Deutschland den Ernst der Lage noch nicht verstanden haben.

Italiener hamstern Klopapier und Nudeln

Dass sie in Bergamo bleiben und die Stadt unterstützen würden, stand für Hunziker und ihren Mann, der von dort stammt, nie außer Frage. Flucht sei keine Option gewesen, so die 43-Jährige. Aber sie weiß auch, dass man die erste Woche in der Quarantäne vielleicht noch genießt, erst dann wird es schwierig. Die harte Zeit steht vielen in Deutschland also noch bevor. Nudeln und Klopapier werden übrigens auch in Italien gehamstert. Wirklich rar sind aber auch dort nur Atemschutzmasken, die inzwischen laut Hunziker in der Apotheke für 264 Euro verkauft werden. Bei Herstellungskosten von 60 Cent, wie Jauch weiß, doch eine ordentliche Gewinnspanne. Wobei am Ende ohnehin nur Abstand zum anderen wirklich Sicherheit bringt, da sind sich alle einig.

Und weil die Italiener schon so lange in der Isolation festsitzen, hat sich auch Hunziker für die Körperertüchtigung etwas einfallen lassen. Von daheim unterhält sie die Menschen an den Rechnern und mobilen Endgeräten mit einem ganz persönlichen Training via Instagram live. Nur mit dem eigenen Körpergewicht, ohne Gewichte, dafür mit Musik. Und auch gesungen werden darf dabei. Die Italiener wieder.

Quelle: ntv.de