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Magic Moments bei "Let's Dance" Piwko berührt mit Tanz für tote Mutter

"Let's Dance"-Fans haben schon viele Tänze gesehen. Oft berühren die einfachen, leisen Tänze und deren Botschaft, nicht das große Ramba-Zamba. Doch ein Tanz geht Jury wie Zuschauern an diesem Abend bis ins Mark.

"Benjamin, sei nicht sauer auf mich, es tut mir leid, ich will nicht gehen, aber ich muss gehen." Das sagte einst Piwkos schwerkranke Mutter, kurz vor ihrem Tod. Das Motto der inzwischen neunten Show: Magic Moments. Benjamin widmet seinen Tanz seiner verstorbenen Mutter, mit der er das Glück hatte, wie er sagt, viele magische Momente erleben zu dürfen.

Mit Isabel tanzt der gehörlose Schauspieler, der ohne Vater aufwuchs, für den wichtigsten Menschen in seinem Leben, seine Mutter, die "von oben" hoffentlich zusieht und stolz auf ihren Sohn ist, von dem sie sich immer gewünscht hat, er möge eines Tages tanzen. Und so vertanzt er sein Leben an der Seite seiner Mutter. Es ist ein leiser Tanz mit einer ungeheuren Kraft, der so berührt, dass nicht nur sensible Menschlein Rotz und Wasser heulen. Jorge, der an diesem Abend aussieht wie ein Weltenwanderer vom anderen Stern, hält sich vor lauter Emotionalität die Hand aufs Herz, Motsi kann die Tränen nicht zurückhalten. Und so weinen am Ende schließlich auch die Tänzer. "Tänzerisch" sei die Mischung aus Langsamer Walzer und Contemporary "die beste Vorführung des Abends."

"Fremdgesteuert wie eine Marionette"

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Evelyn vertanzt ihre gescheiterten Lieben.

Es mag dem Motto geschuldet sein, stark sind die Leistungen der Promis an diesem Abend alle, denn jeder hat seinen ganz eigenen, magischen Moment. Bei Nazan war er gar "ein Prozess ": Von "schweren Selbstzweifeln mit 30" und dem Gefühl "fremdgesteuert wie eine Marionette zu sein", stets darauf bedacht, "anderen gerecht zu werden", bis hin zu ihrem jetzigen Leben als Mutter und Familienmensch. Mit Christian tanzt sie eine "sowas von geile" Kombination aus – halten Sie sich bitte fest – Rumba, Contemporary, Slowfox, Jazz, Slowjive, Paso und Tango, dass es dafür nur ein "dreifaches Mega" geben kann.

Nicht ganz so mega, wohl auch, weil es Mimöschen Llambi nicht so anfixt, ist der Tanz von Barbara – eine Walzer-Contemporary-Mischung zu einer wundervollen Geigen-Version von "No Woman, No Cry". Irgendwas moniert der Chefjuror an der beckerschen Geschmeidigkeit. Und dass, obwohl die Barbara extra noch vorher mit Ex Boris geskypt hat, der ihr attestierte, "den Namen Becker immer gut vertreten" zu haben.

Die Strenge der Jury gegenüber Evelyn hingegen ist manchmal nicht so ganz nachvollziehbar. Denn die süße Dumpfbacke vertanzt in einer Rumba mutig ihre Ängste und ihre in die Binsen gegangenen Beziehungen. Am besten zur kraftspendenden Mucke von Diplom-Psychologe Dr. Xavier Naidoo, der sogar zugeschaltet wird und seine Klientin herzlich grüßt.

"Toucht mich null"

Und obwohl Ella Endlich an diesem Abend, wie auch an allen anderen, herrlich weich und agil über den Boden schwebt wie eine Elfe, haut für viele Zuschauer wieder irgendwas nicht hin. Sie singt, sie erzählt von ihrem magischen Moment, als sie mal einem Ex gesagt habe, er dürfe sich schleichen, aber der Funke will einfach nie so recht überspringen. "Von Ehrgeiz zerfressen", sagen die einen, "toucht mich null" die anderen. Sogar dem sonst so Ella lobhudelnden Llambi fehlen dieses Mal "ein paar Prozent über das normale Limit hinaus."

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Auch Heiratsanträge können magisch sein.

Für eine große "sensationelle Emotion" in Show Neun sorgt aber auch wieder er: "Pommes". Der coole Zwei-Meter-Typ vertanzt sein Leben an der Seite der Mutter seiner Kinder und zeigt den Lauf der Lebenslinie in einer Einfachheit, in der gleichzeitig so viel Herz liegt, dass Motsi die ganze Zeit nur weinen könnte. Barfuss tanzen wird von Llambi zwar generell ein bisschen bekrittelt, aber wenn man einen Contemporary tanzt und gleich darauf einen Walzer, sieht es garantiert nicht elegant aus, wenn man erst noch in die Tanzpantoffeln schlüpfen muss.

Tanzduelle: alle top, keiner Flop

Tanzduelle gibt es auch, drei an der Zahl. Man muss dazusagen, dass es eher ein Tanz miteinander als gegeneinander ist. Nazan tanzt gegen Ella so schön Bollywood, dass die Jury "kaum einen Unterschied sieht" und Evelyn und Barbara legen mit ihren jeweiligen Partnern einen heißen Streetdance aufs Parkett. Alle sind in Lack und Leder, Massimo macht sich obenrum erneut nackig und Evelyn twerkt ein bisschen (Insider wissen, dass Twerken eigentlich TEE-WERKEN heißt). Und während die Blondine ob der Rasanz des Tanzes schnauft wie ein Walfisch, ist Barbara kein bisschen aus der Puste. Llambi, ungefähr gleich alt wie die Designerin, ist von "so viel Energie schwer angetan" und regelrecht "platt".

Das ist man auch, wenn man Benjamin – mit sechzig Punkten haushoher Gewinner – beim Flamenco-Tanzen zuschaut. Diese Attitude, diese Hüften, das Publikum peitscht. Obschon sein Kontrahent "Pommes" sich extra die Haare dunkel sprühte, kommt bei ihm eher das Norddeutsche als das Spanische raus. Dennoch: "beide Jungs sind extrem stark" und "on top".

Nicht mehr on top ist Barbara Becker, die "Let's Dance" nach Show Neun leider verlassen muss. Nicht, weil sie die Schlechteste war, sie glänzte stets durch ihre angenehme innere Ruhe und Ausstrahlung, aber so ist das Spiel eben, einen muss es treffen.

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Quelle: n-tv.de

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