Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 16:15 Trump attackiert China und WHO vor UN-Vollversammlung +++

US-Präsident Donald Trump fordert die Vereinten Nationen auf, China wegen des Umgangs mit der Virus-Krise zur Verantwortung zu ziehen. Die im Weißen Haus aufgezeichnete Rede wurde vor der Vollversammlung eingespielt. Darin wirft Trump China und auch der Weltgesundheitsorganisation WHO vor, falsch über die Ausbreitung des Virus informiert zu haben. Sie hätten zunächst erklärt, es gebe keine Belege für eine Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch, behauptete Trump. "Später haben sie fälschlicherweise gesagt, Personen ohne Symptome würden die Krankheit nicht verbreiten – Die Vereinten Nationen müssen China für sein Verhalten zur Rechenschaft ziehen", so Trump. China habe zu Beginn der Pandemie seinen Bürgern erlaubt, ins Ausland zu reisen "und die Welt zu infizieren".

+++ 16:06 Iran verzeichnet Rekordanstieg der Infektionen +++
Im Iran wird der höchste Anstieg von Infektionen seit Ausbruch der Pandemie registriert. Das Gesundheitsministerium meldet 3712 neue Fälle. Damit steigt die Anzahl der Ansteckungen auf 429.193. Die Zahl der Corona-Toten erhöht sich um 178 auf 24.656.

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+++ 15:47 Bayerns Wirtschaftsminister empfiehlt "Heizpilze" +++
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger appelliert an Kommunen, im Herbst und Winter sogenannte Heizpilze für die Bewirtung zuzulassen. Dies sei wichtig, um in Corona-Zeiten bei sinkenden Temperaturen dennoch ein Geschäft im Außenbereich zu ermöglichen und das Infektionsrisiko zu minimieren, sagt der Chef der Freien Wähler.

+++ 15:25 EU baut Reserve an Schutzmasken aus +++
Mit Blick auf die steigenden Corona-Zahlen in Europa baut die Europäische Union weiter gemeinsame Reserven an medizinischen Schutzmasken auf. Nach Deutschland und Rumänien hätten sich nun auch Dänemark, Griechenland, Ungarn und Schweden bereit erklärt, im Auftrag aller EU-Staaten Depots anzulegen, erklärte EU-Kommissar Janez Lenarcic. Der Aufbau der gemeinsamen Reserve hatte im Frühjahr begonnen, als viele Staaten viel zu wenig Schutzausrüstung für Ärzte und Pfleger hatten. Aus dieser Reserve seien inzwischen 520.000 medizinische FFP2- und FFP3-Masken an die EU-Staaten Italien, Spanien, Kroatien und Litauen sowie an die Nachbarn Nordmazedonien, Montenegro und Serbien verteilt worden, sagte Lenarcic. Die Vorräte werden aus dem Gemeinschaftsetat der EU finanziert. Einzelne EU-Staaten schaffen das Material an und lagern es. Im Notfall wird es nach Bedarf verteilt.

+++ 14:58 Johnson kündigt schärfere Corona-Beschränkungen an +++
Großbritanniens Premierminister Boris Johnson kündigt im Parlament in London schärfere Einschränkungen für England an. Wo immer möglich sollten Büro-Beschäftigte wieder von zuhause aus arbeiten, sagt er. Noch letzten Monat hatte er für eine Rückkehr ins Büro geworben. Das Land befinde sich an einem "gefährlichen Wendepunkt", sagte der Premier nun. Restaurants und Pubs müssten ihren Betrieb auf Gäste am Tisch beschränken. Die Regierung weitet zudem die Maskenpflicht aus: Auch in Taxis oder Geschäften soll das Maskentragen künftig verpflichtend sein, genauso wie in Pubs oder Restaurants, wenn man sich gerade nicht an seinem Sitzplatz befindet. Es gehe nicht um einen erneuten Lockdown, erklärt Johnson. Schulen und Universitäten blieben geöffnet. Die Polizei werde die Maßnahmen überprüfen, gegebenenfalls könne zur Verstärkung auch das Militär eingesetzt werden.

+++ 14:38 Bayern beschließt Alkoholverbot für bestimmte öffentliche Plätze +++
In besonders von der Pandemie betroffenen Kommunen in Bayern gilt künftig nicht nur eine Maskenpflicht auf stark besuchten öffentlichen Plätzen, sondern auch ein Alkoholverbot. Das hat das bayerische Kabinett als Reaktion auf die teils wieder stark steigenden Infektionszahlen in dem Bundesland beschlossen. Demnach soll immer bei einer Überschreitung von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Region in sieben Tagen ein Maßnahmenpaket greifen, welches auch eine Sperrstunde zwischen 23 und 6 Uhr vorsehen kann. Prinzipiell war dies bisher zwar auch möglich, die neue Regelung der Staatsregierung sieht aber vor, dass die Kommunen klarer angehalten werden, die Maßnahmen auch umzusetzen. Zudem soll die maximale Personenzahl für Privatveranstaltungen in Innenräumen von aktuell 100 auf 25 und im Freien von 200 auf 50 gesenkt werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

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+++ 14:22 Spahn will Schnelltests ab Oktober einsetzen +++
Gesundheitsminister Jens Spahn will ab Oktober verstärkt neben den üblichen Corona-Tests auch Schnelltests einsetzen, die für Reisende und in Pflegeeinrichtungen genutzt werden sollen. Es gebe jetzt europäische und transatlantische Hersteller, die diese Schnelltests monatlich in "nennenswerter Größenordnung zur Verfügung" stellen könnten, sagte der CDU-Politiker. Die Qualität der Schnelltests sei zwar noch nicht so gut wie die von normalen PCR-Tests. "Aber sie ist gut genug", fügte er hinzu. Deshalb sollten sie ab Oktober eine sinnvolle Ergänzung in der nationalen Teststrategie werden. Es gebe Probleme bei den herkömmlichen Corona-Tests, räumte Spahn ein. "Denn sie fallen auch positiv aus, wenn eine Person nicht mehr infektiös ist", fügte der Gesundheitsminister hinzu. Man arbeite mit dem Robert-Koch-Institut daran, Parameter zu entwickeln, wie man die Analyse des Tests verfeinern könne. Dies könnte etwa Auswirkungen auf Quarantäneregeln haben.

+++ 13:58 Verschärfte Maskenpflicht im Brandenburger Landtag +++
Im Brandenburger Landtag gilt ab Mittwoch eine verschärfte Maskenpflicht - auch als Folge der Corona-Ansteckung eines Mitarbeiters der AfD-Fraktion. Im Landtagsgebäude müsse dann in allen Räumen und Flächen des Gebäudes außer in der Tiefgarage eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden, heißt es in der Verfügung von Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke. Dies werde auch den Fraktionen ebenfalls dringend empfohlen. In der Kantine, in Teeküchen und Beratungsräumen - also dem Plenarsaal oder Ausschussräumen - kann die Maske aber abgelegt werden, wenn der Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten wird oder wie im Plenarsaal Plexiglas die Plätze der Abgeordneten trennt.

+++ 13:40 Söder appelliert an Bayern-München-Fans nicht nach Budapest zu fahren +++
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat an die Fans von Bayern München appelliert, nicht zum Supercup-Fußball-Spiel am Wochenende nach Budapest zu reisen. Die Entscheidung für das Spiel mit Fans sei eine Entscheidung der UEFA, nicht die von Bayern München. Aber jeder Fan solle sich wirklich überlegen, ob er in das Corona-Risikogebiet Budapest reisen wolle, sagt Söder. Auf jeden Fall würden nach der Rückkehr die Test- und Quarantäne-Regeln gelten.

+++ 13:30 Bayern bestellt zehn Millionen Schnelltests +++
Bayern ordert nach Angaben von Ministerpräsident Markus Söder zehn Millionen Schnelltests. Zudem gebe das Land 50 Millionen Euro für ein Lüftungsprogramm für Schulen und Kitas aus, sagt der CSU-Chef nach der Kabinettssitzung in München. Das Land verschärfe zudem seine Auflagen für eine Maskenpflicht und reduziere die erlaubte Zahl an Personen bei privaten Treffen auf 25 im Inneren und 50 im Außenbereich.

+++ 13:15 Impfstoffdosis soll zwischen 5 und 15 Euro kosten +++
Corona-Impfstoffe könnten nach Aussagen des Europäischen Pharmaverbands (EFPIA) pro Einheit zwischen 5 und 15 Euro kosten. Dies sei ein angemessener Preis pro Dosis, sagt die Vorsitzende der Verbandsgruppe Impfungen Europa, Sue Middleton, bei einer Anhörung im Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel. Genaue Preise seien in den bisher geschlossenen Vereinbarungen zwischen Impfstoff-Herstellern und der Europäischen Union aber nicht festgelegt worden.

+++ 12:57 Hamm verschärft Hygiene- und Abstandsregeln +++
Die Stadt Hamm führt angesichts stark steigender Neuinfektionszahlen ab diesem Mittwoch wieder eine Maskenpflicht im Unterricht für Lehrer und Schüler an weiterführenden Schulen ein. Das gelte für zunächst zwei Wochen und nur dann, wenn baulich ein Mindestabstand von 1,50 Metern nicht gewährleistet sei. Im öffentlichen Raum dürfen darüber hinaus nur noch fünf Personen oder Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen. Das sagt Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann in einer Video-Pressekonferenz.

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+++ 12:04 Flächendeckende Schulschließungen kommen für Karliczek nicht infrage +++
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat sich nach dem Kanzleramtstreffen zur Lage der Schulen in der Corona-Pandemie deutlich gegen erneute flächendeckende Schulschließungen ausgesprochen. Wichtig sei, dass regional das Infektionsgeschehen im Griff behalten werde, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag in Berlin. Das sei das Ziel. "Eine weitere flächendeckende Schulschließung kommt nicht infrage. Ist aber auch, glaube ich, überhaupt nicht nötig." In mehreren Bundesländern waren seit Beginn des neuen Schuljahres wegen Corona-Fällen Schulen wieder vorübergehend geschlossen oder Klassen in Quarantäne geschickt worden. Das bayerische Kultusministerium etwa hatte am Montag mitgeteilt, dass sich im Freistaat derzeit mehr als 8800 Schüler und 771 Lehrer in Quarantäne befänden.

+++ 11:40 Wien lässt Schüler und Lehrer bei Corona-Verdacht gurgeln +++
Die Stadt Wien will Kinder und Lehrer bei Verdacht auf eine Corona-Infektion künftig direkt an den Schulen testen lassen. Kommende Woche sollen 600.000 Testkits mit einer Gurgellösung ausgeliefert werden, wie Gesundheitsstadtrat Peter Hacker nun ankündigte. Zusätzlich sollen probeweise mobile Teams bereitstehen. Bei Verdacht auf eine Infektion sollen Kinder oder Lehrer noch in der Schule gurgeln. Die Proben sollen anschließend sofort ins Labor. Ob es auf andere Regionen ausgeweitet wird, liegt in der Zuständigkeit der jeweiligen Bundesländer. Zur schnellen Auswertung der Tests sollen die Kapazitäten der Wiener Forschungslabore genutzt werden, die das Gurgelverfahren mitentwickelt haben.

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+++ 11:25 In der ersten Stadt in Bayern bleiben Schulen und Kindergärten zu +++
Im unterfränkischen Bad Königshofen bleiben wegen hoher Corona-Infektionszahlen die Schulen und Kindergarten geschlossen, berichtet der BR. Demnach soll die Schließung nur für einen Tag vorgesehen sein. Nach einer Hochzeitsfeier im Landkreis Rhön-Grabfeld, zu dem Bad Königshofen gehört, kam es zu mehreren Infektionen. 25 Personen seien bereits positiv getestet worden. Nun sollen Abstriche von 500 Personen genommen werden, um die Hochzeitsgäste und deren Kontaktpersonen zu testen. Die Stadt mit rund 6.000 Einwohnern ist die Erste in Bayern, die im noch jungen, neuen Schuljahr zu einer solchen Maßnahme greift.

+++ 10:48 Aktuell 38 Corona-Impfstoffe in klinischer Entwicklung +++
Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA stand bislang in diesem Monat mit 38 Herstellern von potenziellen Corona-Impfstoffen im Austausch, wie der Leiter der klinischen Studien bei der EMA, Fergus Sweeney, bei einer Anhörung des EU-Parlaments, sagt. Das Verfahren zur Zulassung eines Covid-19-Impfstoffes in der EU werde den Richtlinien folgen. Impfstoffe müssen von der EMA zugelassen werden, bevor sie in der Europäischen Union verwendet werden können. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es derzeit 38 Corona-Impfstoffe in der klinischen Entwicklung.

+++ 10:16 Wieder Corona-Ausbruch in Hamburger Bar +++
Laut einem Bericht vom NDR gibt es im Hamburger Schanzenviertel nach dem Corona-Ausbruch in der Bar "Katze" erneut 16 Infizierte nachdem sie die Bar "Le Vou" besucht hatten. Den Behörden sollen demnach derzeit 60 Kontaktpersonen bekannt sein, es werde aber noch nach weiteren ermittelt. Laut dem Bezirksamt Altona sind keine Servicekräfte oder Türsteher betroffen, was auf Infektionen von Gästegruppen schließen lässt. Die Bar habe eine elektronische Kontaktliste geführt, trotzdem bittet das Bezirksamt alle Gäste, die in der Nacht vom 11. auf den 12. September zwischen 22.30 und 3 Uhr sowie in der Nacht vom 12. auf den 13. September zwischen 22 und 4 Uhr in der Bar waren, das Gesundheitsamt in Altona zu kontaktieren.

+++ 09:50 Drosten und Team helfen dabei, Schnelltests besser zu verteilen +++
In einem Interview mit dem Tagesspiegel legt Virologe Christian Drosten offen, woran er gerade arbeitet. So sind sein Team am Institut für Virologie an der Berliner Charité und er gerade damit beschäftigt, dabei zu unterstützen, Schnelltests für Sars-CoV-2 umfangreicher zu verteilen. "Ich würde mir wünschen, dass so wie jetzt die Masken in den Pfützen schwimmen, im Spätherbst die Teststreifen der Schnelltests dort liegen, sie also so verbreitet wären, dass sie direkt zur Kontrolle der Epidemie beitragen können." Es wäre nicht möglich, jeden Haushalt mit den Schnelltests zu versorgen, jedoch solle Fachpersonal außerhalb von Kliniken gut darauf zugreifen können, so Drosten weiter.

+++ 09:21 Immer weniger Gebiete melden Null-Neuinfektionen +++
Wie sieht es im Rest von Deutschland mit dem Infektionsgeschehen aus? Die Anzahl der Regionen, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei Null liegt, ist zuletzt auf einen neuen Tiefststand gefallen. Von allen 412 deutschen Städten, Landkreisen und Bezirken, die in den Daten des Robert-Koch-Instituts ausgewiesen werden, finden sich derzeit nur sechs Gebiete, in denen in den zurückliegenden sieben Tagen keine neuen Coronavirus-Fälle gemeldet wurden. Der bisherige Tiefststand lag bei neun Kreisen. Mitte Juni waren zeitweise 158 Regionen in Deutschland frei von Neuinfektionen.

+++ 08:52 Einige Kreise deutlich über Obergrenze +++
Hamm, Würzburg und Cloppenburg überschreiten die Marke von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen doch merklich. Haarscharf darunter liegt München, wo die Corona-Beschränkungen verschärft worden sind. So ordnete die Stadt eine Maskenpflicht im Freien für stark besuchte Orte an. Ebenfalls sehr nahe an der Obergrenze liegt der Vogtlandkreis, Würzburg sowie der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Laut dem Berliner Lagebericht ist der Bezirk sogar noch näher an der Marke, nämlich 48,6.

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+++ 08:03 Infektionen in Tschechien steigen auf über 50.000 +++
Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Tschechien ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums binnen eines Tages um 1476 auf 50.764 gestiegen. Ende August waren es noch knapp 25.000. Gesundheitsminister Adam Vojtech hat angesichts der rasant steigenden Zahlen inzwischen seinen Rücktritt eingereicht. Nachfolger soll der Epidemiologe Roman Prymula werden.

+++ 07:42 Grenzschließungen nicht das Mittel der Wahl +++
Trotz steigender Infektionszahlen in den Nachbarländern sollen die Grenzen Deutschlands offen bleiben. "Wir haben keine guten Erfahrungen mit Grenzschließungen gemacht", sagt Kanzleramtsminister Helge Braun im ZDF Morgenmagazin. Deutschland brauche die Pendler wie etwa Krankenschwestern aus Frankreich, die im Saarland arbeiteten, ebenso wie den freien Warenverkehr. "Deshalb sind Grenzschließungen überhaupt nicht das Mittel der ersten Wahl", sagt der CDU-Politiker. Vielmehr müsse der Arbeitgeber des Pendlers Hygienekonzepte erarbeiten, um die Mitarbeiter zu schützen und die Ausbreitung des Coronavrus zu verhindern.

+++ 07:19 Johnson ruft Briten zu Homeoffice auf +++
Der britische Premierminister Boris Johnson will einer Zeitung zufolge seine Landsleute angesichts steigender Infektionszahlen zum Verbleib im Home Office auffordern. Johnson habe zudem Abgeordnete gewarnt, dass ein Handeln jetzt verhindern könne, dass später drastisch gehandelt werden müsse, berichtet ein Korrespondent von "The Telegraph" unter Berufung auf Insider. Johnson soll im Laufe des Tages vor Abgeordneten und auch zur Nation sprechen.

+++ 06:55 Laut Spahn ist Deutschland besser gegen Corona gerüstet als zu Pandemie-Beginn +++
Deutschland ist nach Ansicht von CDU-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Kampf gegen das Coronavirus heute "deutlich besser gerüstet" als zu Beginn der Pandemie. Unter anderem gebe es mehr Testkapazitäten und Schutzausrüstung für medizinisches Personal, sagte Spahn in der ARD. Auch mehr Wissen helfe im Umgang mit dem Coronavirus, sagte Spahn. "Wir wissen, wie wir die Intensiv-Kapazitäten steuern können, dass Operationen nicht abgesagt werden müssen." Auch wüssten Mediziner inzwischen besser, wann Corona-Patienten künstlich beatmet werden sollten und wann nicht. Zur Debatte über Lockerungen der Regeln etwa für Clubs und Bars äußerte sich Spahn ablehnend. Beim Feiern werde das Virus besonders schnell übertragen.

+++ 06:30 RKI meldet 1821 Neuinfektionen +++
Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1821 Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen mindestens 274.158 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9396. Das sind zehn mehr als am Vortag. Rund 243.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Am Samstag war mit 2297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. "Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schrieb das RKI in seinem aktuellen Lagebericht.

+++ 05:14 Marburger Bund begrüßt Spahns Fieberambulanzen +++
Der Ärzteverband Marburger Bund unterstützt die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ins Spiel gebrachten Pläne zu sogenannten Fieberambulanzen. Sie seien "sehr sinnvoll", sagte die Vorsitzende Susanne Johna. "Es gilt unbedingt zu vermeiden, dass Patienten mit anderen Erkrankungen sich scheuen, zum Arzt oder in die Klinik zu gehen. Je klarer wir die Wege für mögliche Covid-19-Patienten bahnen, desto eher trauen sich andere, wieder den Hausarzt aufzusuchen." Spahn hatte am Montag die Pläne zur Einrichtung der Fieberambulanzen mit Blick auf einen befürchteten Anstieg der Corona-Zahlen konkretisiert.

+++ 04:25 Steuereinnahmen auch im August deutlich niedriger +++
Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern lagen wegen der Corona-Pandemie im August mit 51,4 Milliarden Euro 2,3 Prozent unter dem Niveau vor Jahresfrist, wie das Bundesfinanzministerium mitteilte. In den ersten sieben Monaten des Jahres summierte sich der Rückgang auf 7,3 Prozent. So gab es bei den Lohnsteuern allein im August ein Minus von 6,6 Prozent. Zudem drückten Maßnahmen zur Abfederung der Krise wie Steuerstundungen auf die Einnahmen.

+++ 03:03 Corona-Meldesystem für Pflegeheime gefordert +++
Angesichts der wieder gestiegenen Coronavirus-Infektionsraten in Deutschland fordern Patientenschützer ein bundesweites Meldesystem für infizierte Heimbewohner und Altenpflegekräfte. Es fehle noch immer ein tagesaktueller Überblick zum Infektionsgeschehen in den Pflegeeinrichtungen, kritisierte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, in der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Dass es bislang kein bundesweites Monitoring für die Corona-Lage in der Altenpflege gebe, sei "fatal", monierte der Patientenschützer. Brysch hob hervor, dass in den Pflegeeinrichtungen 900.000 Menschen wohnten und mehr als 750.000 arbeiteten.

+++ 02:04 Oper in Madrid wehrt sich gegen Vorwurf zu laxer Corona-Maßnahmen +++
Das Opernhaus Teatro Real in Madrid sieht sich mit heftiger Kritik wegen angeblich zu laxer Corona-Regeln konfrontiert. Nachdem eine Aufführung am Sonntagabend von protestierenden Zuschauern massiv gestört worden war, verteidigte sich das renommierte Opernhaus gegen die Vorwürfe. Das Teatro Real habe die von der Madrider Regionalregierung verhängten Corona-Auflagen beachtet und diese "sogar verstärkt", sagte der Verwaltungschef der Oper, Gregorio Marañón. Die Aufführung von Giuseppe Verdis "Ein Maskenball" war von einigen Zuschauern aus Protest dagegen, dass sie ihrer Ansicht nach zu eng beieinander saßen, durch permanentes Klatschen und Zwischenrufe gestört worden, wie in Webvideos zu sehen war. Die Aufführung wurde daraufhin abgebrochen.

+++ 01:34 England verschärft Corona-Regeln für Pubs und Restaurants +++
Angesichts des wieder starken Anstiegs der Corona-Infektionszahlen werden in ganz England die Restriktionen in der Gastronomie verschärft. Ab Donnerstag müssen alle Restaurants, Pubs und Bars um 22 Uhr schließen, wie die Regierung in London mitteilte. Auch darf in den gastronomischen Einrichtungen nur noch am Tisch bedient werden. Diese Regelungen gehören zu einem neuen Maßnahmenpaket gegen das Coronavirus, welches Premierminister Boris Johnson im Laufe des Tages vorstellen will. In einzelnen Regionen von Nord- und Zentralengland sind derartige Einschränkungen in der Gastronomie bereits in Kraft. Die neuen landesweiten Maßnahmen seien notwendig, um "den Wiederanstieg der Virus-Fälle unter Kontrolle zu halten", sagte ein Regierungssprecher.

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+++ 00:18 Tschechiens Regierungschef bereut voreilige Corona-Lockerungen +++
Tschechiens Regierungschef Andrej Babis hat Versäumnisse bei der Bekämpfung des Coronavirus eingeräumt. Seine Regierung habe falsch gehandelt, als sie die Corona-Maßnahmen vor den Sommerferien gelockert habe, sagte Babis am Abend in einer vom Fernsehen übertragenen Rede. Er habe sich von der Sommerzeit und der "allgemeinen Stimmung mitreißen" lassen, sagte Babis. "Das war ein Fehler, den ich nicht wiederholen möchte." Die Regierung in Prag hatte zunächst mit strengen Maßnahmen auf die Corona-Pandemie reagiert und unter anderem eine auch im Freien geltende Maskenpflicht verhängt. Vor Beginn der Sommerferien lockerte die Regierung dann jedoch einen Großteil der Maßnahmen. Zuletzt waren die Fallzahlen in Tschechien wieder stark gestiegen. Am vergangenen Donnerstag verzeichneten die Behörden eine Rekordzahl von 3130 Neuinfektionen. Der tschechische Gesundheitsminister Adam Vojtech trat wegen des Anstiegs zurück.

+++ 23:25 Spahn wirbt für Herbst- oder Winterurlaub in Deutschland +++
Gesundheitsminister Spahn hat dafür geworben, den Herbst- oder Winterurlaub in Deutschland zu verbringen. "Wir haben gesehen, mit dem Winterurlaub - Stichwort Ischgl - und jetzt noch mal in den Sommerferien, dass mit dem Reisen, mit der Mobilität auch zusätzliche Infektionsrisiken entstehen." Bayern kämpfe bis heute auch mit den Infektionsherden, die sich daraus ergaben. "Ich denke man kann auch in Deutschland einen schönen Urlaub verbringen", sagte Spahn in einem ARD-"Extra". Der Minister sieht Deutschland im Kampf gegen das Coronavirus inzwischen besser gerüstet als noch im Frühjahr. "Wir wissen zum Beispiel besser, wie wir die Intensivkapazitäten in den Kliniken genauer, zielgenauer auch steuern können." Die Medizin wisse besser, welche Behandlungsmethoden sinnvoll seien. Zudem habe man auch mehr Testkapazitäten und mehr Schutzausrüstung für betroffenes Personal.

+++ 22:27 Dienstlaptops für Lehrer sollen zügig kommen +++
Die geplanten Dienstlaptops für Lehrer sollen zügig angeschafft werden. Das teilte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Hubig nach einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Merkel, Bundesbildungsministerin Karliczek, SPD-Chefin Esken und den Kultusministern der Länder mit. "Ausdrücklich zu begrüßen ist die Bereitschaft der Bundesregierung, noch in diesem Jahr die Beschaffung der Endgeräte für Lehrkräfte zu ermöglichen", sagte Hubig. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr, will der Bund die dafür veranschlagten 500 Millionen Euro zunächst vorstrecken. Nachträglich soll die Finanzierung dann, wie von der großen Koalition im August vereinbart, aus dem noch zu bildenden 750 Milliarden Euro schweren Corona-Aufbaufonds der EU erfolgen.

+++ 22:11 Großbritannien erhöht nach Anstieg von Fallzahlen Warnstufe +++
Angesichts steigender Neuinfektionen erhöht Großbritannien die offizielle Covd-19-Warnstufe auf vier von zuvor drei. Stufe vier bedeutet, dass die Virus-Übertragung groß ist. In Großbritannien droht nach Einschätzung von Experten ein rapider Anstieg der Corona-Todeszahlen, wenn das Land nicht umgehend gegensteuert. Der britische Premierminister Boris Johnson dürfte am Dienstag weitere Maßnahmen ankündigen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

+++ 21:48 US-Gesundheitsbehörde zieht Hinweis zu Corona-Übertragung zurück +++
Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat mit überarbeiteten Hinweisen zur Übertragung des Coronavirus für Verwirrung gesorgt und sich inzwischen selbst korrigiert. Am Sonntag war bekannt geworden, dass die Behörde entgegen der bislang gültigen Annahmen auf ihrer Webseite schrieb, dass SARS-CoV-2 für längere Zeit in der Luft verbleiben und über Distanzen weiter als zwei Meter übertragen werden könne. An diesem Montag veröffentlichte die CDC dann einen Hinweis, dass fälschlicherweise ein "Entwurf" auf der Homepage veröffentlicht worden sei. Man sei derzeit damit beschäftigt, die Hinweise zur Übertragung über die Luft zu überarbeiten. Erst kürzlich hatte die Behörde für Empörung gesorgt, als sie weniger Tests empfohlen hatte und bei Menschen ohne Symptome darauf verzichten wollte. In einer "Klarstellung" nahm die CDC diese Position am Freitag wieder zurück.

+++ 21:26 Nordirland verbietet Treffen fremder Haushalte +++
Wegen steigender Corona-Infektionszahlen gelten in Nordirland ab Dienstagabend wieder stärkere Maßnahmen. So dürfen sich drinnen bis auf wenige Ausnahmen keine Angehörigen verschiedener Haushalte mehr miteinander treffen, wie die Regierung erklärte. Im Freien werden noch Treffen von maximal sechs Menschen aus zwei Haushalten erlaubt sein. Allein in den vergangenen 48 Stunden hat es in Nordirland fast 400 neue Fälle gegeben. Doch in ganz Großbritannien steigen die Fallzahlen rapide an: In den vergangenen Tagen kamen fast täglich 3500 bis 4000 neue Fälle hinzu, die Zahl der Infektionen verdoppelte sich ungefähr innerhalb von sieben Tagen. Verbreite sich das Virus ungehindert im gleichen Tempo weiter, könnte Großbritannien Mitte Oktober fast 50.000 Fälle pro Tag zählen, wie führende Gesundheitsexperten am Montag warnten.

+++ 20:55 WHO: Impfstoff-Initiative fehlen noch über 700 Millionen Dollar +++
An der Corona-Impfstoff-Allianz "Covax" unter Führung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben sich bislang 156 Länder beteiligt. Zudem werde mit der Zusage von weiteren 38 wohlhabenden Ländern in den kommenden Tagen gerechnet, teilte die WHO mit. Die USA und China seien aber nicht dabei, wobei mit China noch Gespräche liefen. Bislang gibt es Zusagen im Volumen von 1,4 Milliarden Dollar für die Forschung und die Entwicklung eines Impfstoffs. Weitere 700 bis 800 Millionen Dollar seien aber dringend erforderlich. Ziel der Initiative ist, dass reichere Länder gemeinsam einen Impfstoff kaufen, um ihn dann auch an ärmere Staaten weiterzugeben. Geplant ist der Erwerb von rund zwei Milliarden Einheiten von verschiedenen Herstellern bis Ende 2021. Damit soll verhindert werden, dass jedes Land nur an sich denkt und Impfstoff-Bestände an den Meistbietenden gehen.

+++ 20:24 Bundesländer melden 1160 neue Infektionen +++
In Deutschland haben sich binnen 24 Stunden nachweislich 1160 Menschen mit Sars-CoV-2 angesteckt. Das geht aus Berechnungen von ntv.de auf Basis von Daten aus den 16 Bundesländern hervor. Damit steigt die Zahl der registrierten Infektionen auf insgesamt 273.165. Im Vergleich zum Vortag sind zwei neue Todesfälle hinzugekommen (insgesamt: 9393). Die Zahl der Genesenen wird auf 241.655 geschätzt. Als akut infiziert gelten momentan gut 22.000 Menschen.

Die wichtigsten Entwicklungen des Vortages zur aktuellen Lage rund um die weltweite Coronavirus-Pandemie können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, fzö/jog/ino/dpa/AFP/rts