Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 23:20 Briten müssen nach Spanien-Urlaub in Quarantäne +++

Die britische Regierung hat wegen steigender Corona-Zahlen abrupt eine Zwei-Wochen-Quarantäne für alle Reisenden aus Spanien angeordnet. Die Maßnahme soll ab Mitternacht britischer Zeit gelten. Das Außenministerium empfahl zudem, auf alle unvermeidbaren Reisen auf das spanische Festland zu verzichten. Die Regierung in Madrid erklärte, Spanien sei ein sicheres Land mit nur lokalen und isolierten Coronavirus-Ausbrüchen. Für den wieder anlaufenden Tourismus in Spanien ist die britische Maßnahme ein herber Rückschlag. Die Briten stellten im vergangenen Jahr mit 20 Prozent die größte nationale Gruppe aller ausländischen Urlauber. Der Tourismus macht etwa zwölf Prozent der spanischen Wirtschaft aus. Bereits am Freitag hatte Norwegen eine zehntägige Quarantäne für Rückkehrer aus Spanien angeordnet.

+++ 22:10 Flughafen München bietet kostenlose Tests an +++
Auch am Münchner Flughafen können sich ankommende Passagiere ab sofort kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. "Wir müssen aufpassen, dass Reiserückkehrer keine neuen Infektionen mit nach Hause bringen", sagte Gesundheitsministerin Melani Huml nach Angaben des BR. "Deshalb ist es sinnvoll, sich schon am Flughafen testen zu lassen." Auch an den Flughäfen in Nürnberg und Memmingen soll es demnach bald kostenlose Tests geben.

+++ 21:28 Florida: Klinik-Auslastung um 79 Prozent gestiegen +++
Die steigenden Infektionszahlen in Florida machen sich zunehmend bei der Krankenhausauslastung bemerkbar: Nach Angaben der staatlichen Gesundheitsbehörden ist die Zahl der Corona-Patienten, die in eine Klinik des Bundesstaates eingeliefert werden mussten, innerhalb von drei Wochen um 79 Prozent gestiegen. Lagen am 4. Juli noch 5022 Patienten nach einer Infektion mit dem Coronavirus im Krankenhaus, sind es mittlerweile 8974. In Florida sind nach Angaben der "New York Times" in den vergangenen sieben Tagen 75.071 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden - so viele wie in keinem anderen US-Bundesstaat.

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+++ 20:43 RKI besorgt: R-Wert steigt auf 1,24 +++
Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, ist nach Schätzung des Robert-Koch-Institutes (RKI) am Wochenende auf 1,24 gestiegen, nachdem sie am Freitag bei 1,08 lag. Das Sieben-Tage-R wird derzeit auf 1,25 nach 1,16 am Freitag geschätzt. Das bedeutet in beiden Fällen, dass ein Infizierter im Durchschnitt nach wie vor etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Das Sieben-Tage-R bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger Schwankungen.

Das RKI hält die Entwicklung für besorgniserregend, das sie nicht länger ausschließlich auf lokale Ausbrüche zurückgeht: Der Zuwachs sei in vielen Bundesländern zu beobachten, schreiben die Experten in ihrem täglichen Lagebericht. Hinzu komme, dass zunehmend Infektionen unter Reiserückkehrern identifiziert würden. Ohne Zahlen aus Bremen, Baden-Württemberg, Sachsen und Sachsen-Anhalt sind nach ntv-Berechnungen am heutigen Samstag 590 weitere Infektionen hinzugekommen.

+++ 19:58 Gedränge auf Liegewiese: See bei Heilbronn für Badegäste gesperrt +++
Nach einem enormen Besucherandrang mit zahlreichen Verstößen gegen die Corona-Regeln ist der Breitenauer See bei Obersulm nahe Heilbronn seit Freitag gesperrt. Bis auf Weiteres sind das Baden und Wassersport verboten, die Liegewiesen und Parkplätze gesperrt. Die Polizei, die den See verstärkt kontrolliert, stellte zunächst keine Verstöße gegen die Sperrung fest. Nach Polizeiangaben waren letztes Wochenende etwa 10.000 Menschen zum Breitenauer See gekommen. Der Mitteilung zufolge hielten viele Gäste die Vorgaben der Corona-Verordnung nicht ein - vor allem im Badebereich und in den Warteschlagen vor den Toiletten, dem Kiosk und dem Bootsverleih.

+++ 19:43 Warn-App-Probleme: Entwickler stellen Update bereit +++
Die Deutsche Telekom und SAP haben ein Update bereitgestellt, das die Probleme der Corona-Warn-App auf dem iPhone beheben soll. Das Update stehe im App Store bereit, Nutzer sollten sich die Version 1.1.2. der App herunterladen, schreiben sie in einer gemeinsamen Mitteilung. Die App habe zwar immer funktioniert und auch stets automatisch anonyme Codes mit anderen Nutzern ausgetauscht, heißt es. Auch die Liste der positiv Getesteten sei aktualisiert worden und es seien Warnungen erfolgt - dies allerdings nicht immer automatisch im Hintergrund, sondern nur, wenn die App geöffnet wurde. Für dieses Problem sei nun auch für iPhones eine Lösung gefunden worden.

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+++ 19:33 Thüringen lockert Besuchsverbot in Gefängnissen +++
Thüringer Gefängnisinsassen dürfen wieder Besuch empfangen. Aber nur hinter Acrylglascheiben, berichtet der MDR. Außerdem gelte weiterhin ein Berührungsverbot. Sollten sich Gefangene und Gäste trotz Verbots berühren, wird der Besuch demnach abgebrochen werden. Nach Angaben des Senders hatten sich in der JVA Untermaßfeld im April mehrere Gefangene und Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Daraufhin seien mehr als 300 Häftlinge in ihre Zellen eingeschlossen worden, heißt es. Sie hätten drei Monate lang keinen Besuch empfangen dürfen.

+++ 18:51 Bayern warnt Beamte vor Urlaub im Risikogebiet +++
Die bayerische Staatsregierung hat Beamte des Landes davor gewarnt, Urlaub in einem Risikogebiet zu machen. Wer dort die Ferien verbringe und anschließend in Quarantäne geschickt werde, müsse gegebenenfalls unbezahlten Sonderurlaub nehmen, heißt es in einem Schreiben an die Beamten, über das mehrere Lokalmedien berichten. Wer das verweigere, riskiere unter Umständen ein Disziplinarverfahren. Das Robert Koch-Institut (RKI) führt auf seiner Webseite eine Liste der Risikogebiete. Derzeit stehen mehr als 100 Staaten darauf, darunter die USA, die Türkei, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate.

+++ 18:16 Zahl der Infektionen in österreichischem Urlaubs-Hotspot steigt +++
Die Zahl der Corona-Infektionen in mehreren Tourismusbetrieben in St. Wolfgang in Oberösterreich ist auf mindestens 26 gestiegen. Bei den Betroffenen handelt es sich Medienberichten zufolge um Mitarbeiter, bei Urlaubern sei das Virus zunächst nicht nachgewiesen worden. Die meisten Infizierten sind demnach Praktikanten. Ob sie sich in ihren Unterkünften oder beim Ausgehen angesteckt haben, sei unklar. Zwei Bars seien geschlossen worden. Der Ausbruch weckt Erinnerungen an den österreichischen Ski- und Partyort Ischgl in Tirol, der in der Anfangsphase der Pandemie ein Zentrum der Corona-Ausbreitung in ganz Europa war. Insgesamt sind in Österreich aktuell etwa 1500 Menschen mit dem Virus infiziert. Schwerpunkte bei den Neuinfektionen sind die Bundesländer Wien und Oberösterreich.

+++ 17:47 50 Verstöße bei Kontrolle auf Berliner Feiermeile +++
In Berlin sind nach Angaben der Polizei 50 Ordnungswidrigkeiten bei einer nächtlichen Kontrolle in einem Ausgehviertel im Bezirk Mitte angezeigt worden. Einzelne Menschen hätten den vorgeschriebenen Abstand zu anderen nicht eingehalten, berichtet der RBB. Teils hätten die Betriebe kein Hygienekonzept vorlegen können, keine ordnungsgemäßen Anwesenheitslisten geführt oder die Hygienevorschriften nicht ausgehängt. Dem Bericht zufolge waren an der Kontrolle vergangene Nacht in der belebten Torstraße sechs Mitarbeiter des Ordnungsamtes, fünf Polizisten und der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Stephan von Dassel, beteiligt. Er hatte verstärkte Kontrollen angekündigt, nachdem sich mindestens zehn Gäste in einem Event-Lokal unter dem Berliner Fernsehturm bei einem Partyabend mit dem Coronavirus angesteckt hatten.

+++ 16:57 Griechenland: Ältere Menschen erhalten Impf-Vorrang +++
Griechenland will bei der Verabreichung eines künftigen Coronavirus-Impfstoffs ältere Menschen und Risikopatienten bevorzugen. "Sobald ein Impfstoff zur Verfügung steht, werden wir denjenigen Vorrang einräumen, die das Mittel am dringendsten brauchen", sagte Gesundheitsminister Vassilis Kikilias dem Sender Skai TV. "Unsere hochbetagten Mitbürger, die sehr alten Menschen, Hochrisikogruppen. Wir werden diejenigen schützen, die in Gefahr sind." Eine Pflicht, sich impfen zu lassen, werde es in Griechenland nicht geben. Das land hat bisher über 4100 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus registriert, in 201 Fällen ging die Infektion tödlich aus.

+++ 16:22 Texanisches Krankenhaus schickt Patienten zum Sterben nach Hause +++
Texas gehört zu den neuen Coronavirus-Hotspots in den USA. In den vergangenen sieben Tagen sind nach Angaben der "New York Times" im "Lone Star State" mindestens 64.588 Infektionen nachgewiesen worden. Zu den besonders betroffenen Regionen gehört Starr County ganz im Süden des Bundesstaats an der mexikanischen Grenze. Dort liegt die Infektionszahl derzeit bei 92 je 100.000 Einwohner pro Tag. Das hat nach Angaben des "Forth Worth Star-Telegram" verheerende Konsequenzen für die Betroffenen: Die Lokalzeitung berichtet, dass das Starr County Memorial Hospital, das einzige Krankenhaus des Bezirks, Covid-19-Patienten, bei denen keine Hoffnung mehr auf Heilung besteht, ab sofort zum Sterben nach Hause schicken wird. Damit solle sichergestellt werden, dass das Krankenhaus seine begrenzten Behandlungsmöglichkeiten auf diejenigen Patienten konzentriert, die geheilt werden können.

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+++ 15:36 Infektion im Urlaub: Emirates übernimmt alle Behandlungskosten +++
Emirates will alle Behandlungskosten übernehmen, sollte sich ein Fluggast während seines Trips mit der Airline mit dem Coronavirus infizieren. Das hat die staatliche Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate als erste Airline weltweit angekündigt. Die Zusage gilt demnach für Behandlungskosten von bis zu 150.000 Euro. Muss sich ein Fluggast im Ausland in Quarantäne begeben, will die Airline 100 Euro täglich für bis zu zwei Wochen zahlen. Das Versprechen gilt ab sofort bis zum 31. Oktober. Es können alle Passagiere in Anspruch nehmen, die innerhalb von 31 Tagen nach ihrem ersten Flug mit Emirates positiv getestet werden.

+++ 14:56 Bolsonaro meldet strahlend: "Sars-Cov-2 negativ" +++
Jair Bolsonaro hat seine Infektion mit dem Coronavirus eigenen Angaben zufolge überwunden. "RT-PCR für Sars-Cov-2: negativ", schreibt der brasilianische Präsident auf Twitter. "Guten Morgen euch allen." Wann der Test gemacht wurde, ist unklar. RT-PCR ist ein Testsystem, um den Coronavirus-Erreger im Körper nachzuweisen.

Brasilien gehört zu den weltweiten Brennpunkten der Pandemie. Vor zwei Wochen hatte auch Bolsonaro bekanntgegeben, dass er mit dem Coronavirus infiziert sei. Seitdem führte er die Amtsgeschäfte aus der Quarantäne in der Präsidentenresidenz in Brasilia. Mehrere Tests in den vergangenen Wochen waren positiv ausgefallen.

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+++ 14:25 Trotz Corona: Salzburg plant Festspiele +++
Die Salzburger Festspiele sehen sich als Vorreiter für eine mögliche breite Öffnung des internationalen Kulturlebens nach dem Corona-Lockdown. "Wir tragen eine große Verantwortung: Wenn es bei uns gutgeht, dann ist der Weg auch für andere gebahnt", sagte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Wir werden von der Kulturszene auf der ganzen Welt beobachtet." Die Salzburger Festspiele finden in reduzierter Form vom 1. bis 30. August statt. Bis zu 1000 Besucher sollen in einer Vorstellung sitzen, auf Pausen wird verzichtet. Es sei möglich, dass es einzelne Corona-Fälle während der Festspiele geben werde, sagte Rabl-Stadler. "Aber wir tun alles, um eine Ausbreitung zu verhindern."

+++ 14:10 Tschechien schließt zweiten Lockdown aus +++
Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis hat trotz steigender Infektionszahlen einen zweiten landesweiten Lockdown ausgeschlossen. "In erster Linie müssen wir an das Verantwortungsbewusstsein der Menschen appellieren", sagte Babis der Zeitung "Pravo". "Während wir am Anfang schrecklich diszipliniert waren und Masken getragen haben, gehen wir jetzt ins andere Extrem über", kritisierte der Gründer der populistischen Partei ANO. Zuletzt war die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Tschechien wieder über die Marke von 200 gestiegen. Am Freitag kamen 281 Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Insgesamt gab es bisher 15.081 bestätigte Fälle. 369 Menschen starben.

+++ 13:29 Iran stellt sich auf Corona-Dauerkrise ein +++
Der iranische Präsident Hassan Ruhani glaubt nicht an ein baldiges Ende der Corona-Krise in dem autoritär geführten Land. Die Menschen sollten nicht annehmen, dass das Problem kurzfristig und in ein paar Wochen gelöst sei, sagte Ruhani. Solange kein wirksamer Impfstoff hergestellt worden sei, werde Corona auch bleiben. "Wir sollten längerfristig denken und uns jetzt schon auf das nächstes Jahr vorbereiten", sagte der Präsident nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA.

+++ 12:34 Laumann pocht auf Corona-Konzept im Stadion +++

In der Debatte um die geplante Rückkehr zu Fußballspielen mit Zuschauern im Stadion will Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann dem Gesundheitsschutz absoluten Vorrang einräumen. "Es muss sichergestellt sein, dass es beispielsweise zu keinem Gedrängel an den Ein- und Ausgängen kommt", sagte Laumann der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Nur wenn es aus Gesundheitssicht verantwortbar sei, könnten Fans wieder ins Stadion gelassen werden, betonte er. Kanzleramtschef Helge Braun hatte zuletzt erklärt, mit Abstand und Hygienekonzept könnten wieder Sportveranstaltungen mit Zuschauern durchgeführt werden.

+++ 12:13 Österreich zählt 138 Neuinfektionn +++
In Österreich beobachten die Behörden eine leicht rückläufige Entwicklung bei den Neuinfektionen. Zuletzt stieg die Zahl der Coronavirus-Fälle in der Alpenrepublik um 138 neu erfasste Ansteckungen auf insgesamt 20.300 Fälle. Den offiziellen Angaben aus dem Gesundheitsministerium in Wien zufolge sind in Österreich bisher 711 Menschen im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben.

+++ 11:41 Spahn prüft Test-Pflicht für Urlauber +++
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn denkt über obligatorische Corona-Tests für Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten nach. "Wir prüfen auch eine rechtliche Verpflichtung", sagte Spahn im Deutschlandfunk. Bei den Neuinfektionen gebe es derzeit "so eine hohe Zahl wie lange nicht", sagte er zur Begründung. "Was wir im Moment haben, sind viele kleinere Ausbrüche." Die hohe Zahl habe "vor allem zu tun eben mit Reiseaktivitäten, Reiserückkehrern aus bestimmten Regionen".

+++ 11:14 Südkorea meldet eingeschleppte Fälle +++
Die Behörden in Südkorea verzeichnen eine steigende Zahl aus dem Ausland eingeschleppter Coronavirus-Fälle. Erstmals seit knapp vier Monaten wurden landesweit wieder mehr als 100 Neuinfektionen pro Tag nachgewiesen. Die Anzahl der erkannten Ansteckungen stieg vor dem Wochenende auf 113 Fälle. Die Gesamtzahl aller bisher registrierten Coronavirus-Infektionen liegt damit mittlerweile bei 14.092 Fällen. In Südkorea starben bisher 298 Menschen nach einer Sars-CoV-2-Infektion.

Der Anstieg war von den Behörden bereits erwartet worden. Von den Neuinfektionen entfielen 86 auf Personen, die aus dem Ausland in Südkorea eingetroffen waren. Darunter waren 36 südkoreanische Bauarbeiter, die am Freitag in einer Gruppe von insgesamt 297 Südkoreanern mit zwei Militärflugzeugen aus dem besonders stark vom Corona-Ausbruch betroffenen Irak zurückgeholt wurden. Zudem wurde das Virus in den vergangenen Tagen bereits bei 32 russischen Handelsmatrosen nachgewiesen, die mit ihren Schiffen in südkoreanischen Häfen angekommen waren.

+++ 10:28 Pandemie bringt Kliniken in Schieflage +++
Die Corona-Pandemie bringt die Mehrheit der deutschen Krankenhäuser in finanzielle Schwierigkeiten. In einer Umfrage unter den Geschäftsführern von 600 Krankenhäusern hätten 57 Prozent der Befragten angegeben, dass sie fürs laufende Jahr mit einem Defizit rechneten, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf die "Krankenhausstudie 2020" der Unternehmensberatung Roland Berger. Der Abwärtstrend, heißt es, erkläre sich vor allem mit der schwachen Auslastung während der Pandemie-Hochphase im März und April.

+++ 10:17 Bahn rechnet mit Milliardenloch +++
Die Deutsche Bahn stellt sich auf auf umfangreiche Umsatzausfälle in der Konzernbilanz ein. Bis zum Jahr 2024 dürften die Geschäfte nach Angaben von Bahnchef Richard Lutz coronabedingt in einer Größenordnung von acht bis zehn Milliarden Euro geringer ausfallen als geplant. "Diese Lücke wird durch unseren eigenen Sparbeitrag und Hilfen vom Bund gestopft", sagte Lutz den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bei den Beschäftigten seien keine Gehaltskürzungen geplant. Auch die "historisch einmalige Einstellungsoffensive" solle nicht abgebremst werden. Die Deutsche Bahn legt nächste Woche ihre Halbjahresbilanz vor.

+++ 09:51 Vietnam entdeckt ersten Corona-Fall seit April +++
In Vietnam haben die Behörden die erste Coronavirus-Infektion seit fast hundert Tagen gemeldet. In der Stadt Danang wurde ein 57-jähriger Mann positiv auf das Virus getestet, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Sein Fall gilt als die erste lokale Übertragung seit dem 16. April. Das südostasiatische Land war bislang ein Musterbeispiel der effektiven Pandemie-Bekämpfung.

Dank schneller und rigoroser Quarantäne-Maßnahmen und einer intensiven Rückverfolgung der Fälle konnte der Erreger - trotz der Nähe zu den stark betroffenen Regionen in China - bis Ende April eingedämmt werden. Vietnam teilt sich eine lange und schwer zu kontrollierenden Grenze mit der Volksrepublik und steht wirtschaftlich auf allen Ebenen in intensivem Austausch mit China.

Dennoch gelang es den Behörden in Vietnam die Gesamtzahl der bisher erfassten Coronavirus-Fälle niedrig zu halten. Bislang wurden in dem Land nur 416 Infektionen gemeldet. Im Zusammenhang mit der Pandemie gab es in Vietnam bisher keinen einzigen Todesfall zu beklagen.

+++ 08:53 Fast 72.000 Neuinfektionen in den USA +++
In den USA zeichnet sich weiterhin keine Trendwende ab: Pro Tag kommen derzeit noch deutlich mehr als 60.000 nachgewiesene Coronavirus-Fälle hinzu. Zuletzt lag die Zahl der Neuinfektionen bei 71.995 bestätigten Fällen, wie aus der landesweiten Zählung der "New York Times" hervorgeht. Im Schnitt der zurückliegenden Tage verzeichnen die Behörden demnach fast 66.000 Fälle pro Tag.

Die Gesamtzahl der bisher in den USA erfassten Ansteckungen stieg damit auf 4,122 Millionen. Mehr als 145.300 Menschen sind im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. Am schwersten betroffen ist derzeit der Bundesstaat Kalifornien an der US-Westküste. Dort liegt die Anzahl der Coronavirus-Fälle mittlerweile bei insgesamt 442.900. Zuletzt meldeten zahlreiche, weniger dicht bevölkerte Landesteile neue Rekordzuwächse bei den Neuinfektionen, darunter Oklahoma, Indiana, Utah, Montana und Hawaii.

+++ 07:45 Textilindustrie droht Pleitewelle +++
Die Folgen der Corona-Krise bedrohen einer aktuellen Studie des Kreditversicherers Euler Hermes zufolge mehr als 150.000 Arbeitsplätze in der europäischen Textil- und Bekleidungsindustrie. "Wir gehen davon aus, dass trotz der zahlreichen Unterstützungsmaßnahmen etwa 13.000 Unternehmen in Europa bis Ende 2021 verschwinden und damit rund 158.000 Jobs in der europäischen Textilindustrie in Gefahr sein dürften", fasste der Deutschland-Chef von Euler Hermes, Ron van het Hof, das Ergebnis der Studie zusammen.

+++ 06:55 RKI verzeichnet 781 Neuinfektionen +++
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zuletzt insgesamt 781 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Zahl der Neuinfektionen geht damit laut Datenstand 25. Juli, 0.00 Uhr im Vergleich zum Vortag leicht zurück, liegt allerdings immer noch deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Wochen. Für Freitag hatte das RKI eine Zahl von 815 Neuinfektionen verzeichnet.

In der ntv-Zählung, die sich unabhängig von den im Infektionsschutzgesetz fixierten Meldewegen auf die Angaben der Landesbehörden stützt, stieg die Gesamtzahl der bislang in Deutschland nachgewiesenen Coronavirus-Fälle bis Freitagabend auf 204.397 Fälle, was einem Tageszuwachs von 773 entspricht. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion liegt bei 9117.

+++ 05:32 Kinderärzte fürchten Ansturm wegen Schnupfnasen +++

Die Kinderärzte in Deutschland befürchten mit Blick auf die im Herbst beginnende Erkältungssaison wegen der Corona-Pandemie einen Ansturm auf die Praxen. In der Infektzeit sei man auch so jedes Jahr gut beschäftigt, sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach. "Wenn jetzt aber - oft ausgehend von den Kitas und Schulen selbst - zusätzlich noch Kinder geschickt werden, bei denen jede Schnupfnase als Hinweis auf Covid-19 gesehen wird, dann ein Test verlangt wird, dann werden wir dies nicht alleine bewältigen können." Fischbach fordert unter anderem, dass Eltern ihre Kinder bei kleinen Infekten mehrere Tage auch ohne Attest des Arztes zu Hause behalten und gesund pflegen können sollten.

+++ 04:52 Von der Leyen fordert schnelle Umsetzung des Finanzpakets +++
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fordert eine schnelle Umsetzung des Corona-Finanzpakets. "Ich möchte den Bürgern den Beweis liefern, dass Europa aus dieser Krise stärker herauskommt als vorher", sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wir sollten uns nun darauf konzentrieren, das Programm zügig umzusetzen." Das Europäische Parlament hatte zuletzt deutliche Nachbesserungen an den Beschlüssen des EU-Gipfels vom vergangenen Wochenende gefordert - etwa den Verzicht auf geplante Kürzungen bei Forschung, Klimaschutz oder dem Studentenförderprogramm Erasmus.

+++ 04:18 São Paulo verschiebt Karneval 2021 +++
Die größte brasilianische Stadt hat ihre Karnevalsfeiern im kommenden Jahr auf unbestimmte Zeit verschoben. Den Sambaschulen und den Veranstaltern des Straßen-Karnevals sei klar, dass ein Karneval im kommenden Februar wegen der Corona-Pandemie nicht möglich sei, sagte Bürgermeister Bruno Covas. Auch die Behörden in Rio de Janeiro mit seinem weltberühmten Karneval denken über einen ähnlichen Schritt nach. In Brasilien wurden bislang mehr als 2,3 Millionen Infektionen nachgewiesen, mehr als 85.000 Brasilianer starben. Der Bundesstaat São Paulo ist das Epizentrum des Virus.

+++ 03:30 Mexiko meldet 737 Tote +++
In Mexiko ist die Zahl der Corona-Infizierten am Freitag um 7573 gestiegen. 737 Menschen starben mit der Lungenkrankheit Covid-19. Das Land zählt damit seit dem Ausbruch der Epidemie 42.645 Tote. Die Regierung geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl noch weit höher liegt als die offiziell bestätigten Fälle. Seit mehr als zwei Monaten behauptet Präsident Andrés Manuel López Obrador immer wieder, Mexiko habe das Coronavirus gebändigt. Erst vor wenigen Wochen ließ er sich vor einem Staatsbesuch zum ersten Mal testen. Mit Atemschutzmaske sieht man ihn fast nie.

+++ 02:48 Österreich akzeptiert bei Einreisen keine ärztlichen Atteste mehr +++
Österreich hat die Bestimmungen bei Einreisen aus 32 Corona-Risikogebieten leicht verschärft. Laut der neuen Verordnung müssen die Rückkehrer entweder zehn Tage in Quarantäne gehen oder einen PCR-Test vorlegen, der nunmehr nicht älter als drei Tage sein darf. Ärztliche Atteste werden nicht mehr akzeptiert. Bei Ankunft aus einem Staat mit einer stabilen Covid-19-Situation - etwa Deutschland, Italien, Schweiz, Norwegen - besteht freie Einreise. Als Risikogebiete nennt die Verordnung 32 Länder - darunter auch die EU-Länder Bulgarien und Rumänien sowie die nicht zur EU gehörenden Balkanstaaten.

+++ 01:53 Tui-Chef würde türkische Riviera von Reisewarnung ausnehmen +++
Im Streit um die Reisewarnung der Bundesregierung für die Türkei schlägt Tui-Vorstandschef Fritz Joussen einen Kompromiss vor. Die türkischen Urlaubsgebiete am Mittelmeer sollten von der allgemeinen Reisewarnung freigestellt werden, sagte Joussen der "Rheinischen Post". "Wir plädieren für einen pragmatischen Ansatz: Weil die Touristenregionen an der türkischen Riviera am Mittelmeer einen sehr hohen Sicherheits- und Qualitätsstandard haben, sollte Deutschland für diese Ziele die Reisewarnung in einem Pilotprojekt aufheben", führte der Manager aus. Es gehe um "sehr weitläufige Urlaubsresorts", nicht um die Städte.

+++ 01:05 Bahn setzt Fahrgäste ohne Maske vor die Tür +++
Die Deutsche Bahn setzt bei Verstößen gegen die Maskenpflicht an Bord ihrer Züge weiter auf "Einsicht und die Kommunikation unserer Zugbegleiter mit jenen Fahrgästen, die keine Maske tragen", sagte Bahnchef Richard Lutz den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Überzeugung und Appell an die Verantwortung stehen vor der Bestrafung", sagte er. Sollten Fahrgäste sich dennoch weigern, im Zug wie vorgeschrieben Masken zu tragen, "holt die Bundespolizei im Fernverkehr uneinsichtige Fahrgäste am nächsten Bahnhof aus dem Zug", sagte Lutz. "Das ist bisher aber nur sehr selten vorgekommen."

+++ 00:28 Katalonien macht Diskos dicht +++
Die spanische Regionalregierung in Katalonien hat wegen steigender Infektionszahlen sämtliche Diskotheken und Konzertsäle mit Tanzfläche geschlossen. Laut Zivilschutz gilt ab Samstag zudem eine Sperrstunde um Mitternacht für Bars, Restaurants, Spielhallen und Kasinos. Die verschärften Regelungen gelten zunächst für zwei Wochen. In Spanien sind binnen 24 Stunden 280 neue Corona-Fälle gemeldet worden, das sind dreimal so viele wie noch vor zwei Wochen. Rund die Hälfte der neuen Fälle wurde in der nordostspanischen Region Katalonien registriert.

+++ 23:39 WHO meldet Rekordanstieg der Fallzahlen +++
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldet einen weltweiten Rekordanstieg der bekannten neuen Infektionsfälle. In den vergangenen 24 Stunden seien 284.196 hinzugekommen, heißt es in dem Lagebericht. Die Zahl der Toten sei um 9753 gestiegen. So hoch lag die Zahl seit dem 30. April nicht mehr.

+++ 22:51 Wer durch Europa reist, soll Maske tragen +++
Bei Reisen in Europa empfehlen die EU-Staaten in allen Verkehrsmitteln Masken im Kampf gegen Corona. Dies gelte, wenn physischer Abstand nicht möglich sei, heißt es in einem Beschluss der 27 Länder vom Freitag. Gemeint sind Busse, Züge, Flugzeuge sowie Flughäfen und Bahnhöfe. Darüber hinaus sollen wenn möglich digitale Tickets und Ticketkontrollen genutzt werden. Bei Grenzformalitäten sollten Kontakte so gering wie möglich sein. In allen Verkehrsmitteln im grenzüberschreitenden Verkehr soll zudem intensiver sauber gemacht und ein hoher Grad von Reinlichkeit gehalten werden. Der Beschluss soll dazu dienen, sich bei den Hygienevorgaben für Reisen in der EU abzustimmen. Das wiederum soll bei den Reisenden Vertrauen stiften und das Reisen in Europa wieder in Gang bringen.

+++ 22:14 Neue Hotspots: WHO fordert Länder auf, Lockerungen zu überdenken +++
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich besorgt über neue Corona-Infektionsherde in Europa gezeigt. "Der jüngste Neuanstieg der Corona-Zahlen infolge der Lockerung von Abstandsregeln in einigen Ländern gibt sicherlich Anlass zur Sorge", sagte eine WHO-Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP. Die WHO rief die Länder dazu auf, Hygiene- und Gesundheitsauflagen notfalls wieder zu verschärfen. Beim Auftreten neuer Infektionsherde müsse schnell und gezielt eingegriffen werden, erklärte die Sprecherin. Betroffene müssten isoliert und deren Kontakte sorgfältig nachverfolgt werden. Falls die Situation es erfordere, müssten die Länder erneut verschärfte Corona-Auflagen erlassen.

+++ 21:50 Frankreich führt verpflichtende Tests am Flughafen ein +++
Frankreich führt erstmals verpflichtende Coronavirus-Tests an Flughäfen ein. Betroffen sind Rückkehrer aus insgesamt 16 Risikoländern, wie Premierminister Jean Castex ankündigte. Darunter sind neben den USA unter anderem auch Brasilien, die Türkei, Algerien und Israel. In bestimmten Ländern sei der Zugang zu Corona-Tests schwierig, sagte Castex bei einem Besuch am Pariser Flughafen Charles de Gaulle zur Begründung. In Deutschland hatten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern zuvor auf freiwillige Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten an Flughäfen geeinigt.

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+++ 21:08 Italien erlässt Quarantäne-Pflicht für Einreisende aus zwei Ländern +++
Italien ordnet eine Quarantänepflicht für Reisende an, die in den vergangenen 14 Tagen in Rumänien oder Bulgarien waren. "Das Virus ist nicht besiegt und zirkuliert weiter. Darum müssen wir weiterhin vorsichtig sein", sagt Gesundheitsminister Roberto Speranza. Zur Eindämmung des Virus hat Italien bereits ein Einreiseverbot für Menschen aus 16 Ländern verhängt, darunter das besonders stark betroffene Brasilien.

+++ 20:26 Zahl der Neuinfektionen in Deutschland steigt auf Vier-Wochen-Hoch +++
Die Zahl der täglichen Neuinfektionen steigt weiter an. Nach ntv-Auswertung der Länderdaten liegt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen am Freitag bei 773 - und ist damit die höchste seit dem Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies Mitte Juni. Es ist seit dem 16. Mai der erst fünfte Tag, an dem mehr als 700 Neuansteckungen erfasst worden sind. Das führt dazu, dass erstmals seit dem 10. Juli die Zahl der bekannten aktiven Infektionen über 6000 steigt und zwar auf 6156. Im Schnitt gab es in den vergangenen sieben Tagen jeweils 492 gemeldete Neuinfektionen, Tendenz ebenfalls steigend. Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Coronavirus Verstorbenen steigt um zehn auf 9117.

Erklärung zum Unterschied zu den Zahlen des Robert-Koch-Institutes, das für den 24. Juli 815 Neuinfektionen meldet: Das RKI addiert jeweils die Neuinfektionen von 0 Uhr des Vortages bis 0 Uhr des aktuellen Tages. Die Daten werden jeweils am Morgen veröffentlicht. Die ntv-Zählung erfasst die von den Ländern im jeweiligen Tagesverlauf gemeldeten Zahlen - dabei liegt beispielsweise für Bayern der "Annahmeschluss" bei 10 Uhr. Dadurch kommt es zu Abweichungen zwischen den beiden Zahlen.

Die wichtigsten Entwicklungen des Vortages zur aktuellen Lage rund um die weltweite Coronavirus-Pandemie können Sie hier lesen.

Quelle: ntv.de, ino/dpa/rts/AFP/sid