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Mehr Geld für mehr Studenten Bafög soll deutlich attraktiver werden

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Die Zahlen der Bafög-Empfänger sind seit Jahren rückläufig. Das soll sich ändern.

Das WG-Zimmer will bezahlt sein, Lehrmittel und Semesterbeiträge genauso. Ein Studium geht ins Geld. Damit Studenten bessere finanzielle Unterstützung erfahren, soll das Bundesausbildungsförderungsgesetz reformiert werden. Das ist geplant.

Die Große Koalition will das Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) zum Wintersemester 2019/20 reformieren und das Fördergeld für Studenten wieder attraktiver machen. Denn die Zahlen der Bafög-Empfänger sind seit Jahren rückläufig. Künftig sollen mehr Studierende gefördert werden - und mehr Geld bekommen. Am Freitag debattiert der Bundestag zum ersten Mal über die Neuregelung.

Höchstförderersatz steigt

Laut Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) soll der Förderungshöchstsatz um mehr als 17 Prozent von derzeit 735 Euro auf künftig 861 Euro monatlich steigen. Auch die Bedarfssätze will die Regierung erhöhen - 2019 um fünf, 2020 um weitere zwei Prozent.

Höherer Wohnzuschlag

In den Städten explodieren die Mietkosten, gerade an Hochschulstandorten. Darauf will die Große Koalition mit einem höheren Wohnzuschlag reagieren. Wer nicht bei seinen Eltern wohnt, kann statt 250 künftig 325 Euro kassieren.

Einkommensfreibetrag steigt

Viele Studierende beantragen kein Bafög, weil die Einkommen ihrer Eltern über den bestehenden Freibeträgen liegen. Jetzt werden diese in drei Staffelungen angehoben - 2019 um sieben, 2020 um drei und 2021 um sechs Prozent. Damit können auch solche Studenten gefördert werden, deren Eltern bislang zu viel für eine Förderung verdient haben.

Mehr Geld für Krankenversicherung

Seit 2015 müssen Studenten einen kassenindividuellen Zusatzbeitrag an ihre gesetzliche Krankenversicherung abführen. Das Bafög soll dies nach der Reform berücksichtigen: So steigt der Krankenversicherungszuschlag von 71 auf 84 Euro, der Pflegeversicherungszuschlag von 15 auf 25 Euro.

Wer älter als 30 Jahre ist und deshalb nicht mehr die vergünstigten Beiträge in der studentischen Krankenversicherung genießt, erhält einen höheren Zuschlag. Für die Krankenversicherung beträgt er 155 Euro, für die Pflegeversicherung 34 Euro.

Neue Rückzahlungsgrenze

Viele Studenten nehmen kein Bafög in Anspruch, weil sie befürchten, sich mit dem Darlehen langfristig zu verschulden. Das BMBF will das Fördergeld attraktiver machen und reagiert mit einer neuen Rückzahlungsgrenze: Wer 77 Monatsraten getilgt hat, ist künftig schuldenfrei.

Dabei spielt es keine Rolle, wie hoch das Darlehen des Studenten ursprünglich war und ob er wegen geringen Einkommens weniger als die Regelrate von 130 Euro monatlich zurückgezahlt hat. Bisher gilt als schuldenfrei, wer 10.000 Euro zurückgezahlt hat.

Kritik des Bundesrats

Nach Ansicht des Bundesrats ist das Vorhaben der Großen Koalition noch verbesserungswürdig. Die Höhe der Leistungen müsse automatisch an die tatsächliche Preis- und Einkommensentwicklung gekoppelt werden, heißt es in einer Entschließung der Länderkammer.

Quelle: n-tv.de, awi/AFP

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