Ratgeber

Bahncard vergessen und Züge voll Das sollten Bahnfahrer wissen

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In den ICE darf man auch ohne Ticket steigen. Nachlösen ist aber teuer.

(Foto: imago/STAR-MEDIA)

Darf die Bahn Reisende ohne Reservierung aussperren? Kann man eine vergessene Bahncard einfach nachreichen? Und was passiert, wenn man mit einem Ticket für die zweite Klasse in der ersten erwischt wird?

Ticket kaufen, einsteigen, losfahren - eigentlich ist Bahnfahren ganz einfach. Doch manche Fragen erklären sich nicht von selbst. Etwa die, was passiert, wenn man seine Bahncard vergessen hat. Oder die, ob man ohne Ticket überhaupt einsteigen darf. Eine Übersicht:

Kann die Bahn Passagiere ohne Reservierung abweisen?

Wer ein Ticket hat, darf mitfahren? Stimmt nicht so ganz. Aus Sicherheitsgründen kann die Bahn Passagieren ohne Reservierung die Mitfahrt in einem überfüllten Zug verweigern. ICE, IC und EC dürfen nämlich höchstens zu 200 Prozent besetzt sein. Diese kritische Marke wird nur selten erreicht, aber wenn, dann können die Bahnmitarbeiter den Zugang beschränken, notfalls auch mit Hilfe der Bundespolizei.

Muss man einen späteren Zug nehmen und kommt deshalb mindestens eine Stunde zu spät an, kann man von der Bahn Entschädigung verlangen. Laut "Stiftung Warentest" zeigt sich die Bahn normalerweise auch mit Reisegutscheinen erkenntlich, wenn Fahrgäste nicht einsteigen.

Darf man in die erste Klasse, wenn die zweite voll ist?

Die zweite Klasse platzt aus allen Nähten, aber in der ersten sind noch Plätze frei? So verlockend es ist: Man darf nicht rein. Man darf sich dort noch nicht einmal in den Gang stellen. Zumindest nicht, solange die erste Klasse nicht ausdrücklich freigegeben wird. Das Eisenbahn-Verordnungsgesetz regelt das strikt: "Ein Anspruch auf einen Sitzplatz oder auf Unterbringung in der 1. Klasse bei Platzmangel in der 2. Klasse besteht nicht." Wer mit einem Ticket für die zweite Klasse in der ersten erwischt wird, wird zwar nicht als Schwarzfahrer bestraft, muss aber den Differenzbetrag zum teureren Ticket bezahlen.

Kann man Tickets beim Schaffner lösen?

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Wenn der Automat nicht funktioniert, sollte man sich im Zug gleich an den Schaffner wenden.

(Foto: imago/Ralph Peters)

Das kommt drauf an, in welchem Zug man sitzt. Im Regionalverkehr gilt schon seit längerem: Zutritt nur mit gültigem Ticket. Nachlösen kann man nur, wenn es am Bahnhof keine Möglichkeit gibt, einen Fahrschein zu kaufen. Also beispielsweise, wenn der einzige Automat defekt ist oder wenn es überhaupt keinen Automaten gibt. Dann sollte man sich unaufgefordert beim Schaffner melden. Wer ohne gültigen Fahrschein erwischt wird, zahlt den doppelten Fahrpreis, mindestens 40 Euro.

In Fernzügen ist die Sache entspannter, hier kann man das Ticket auch an Bord kaufen. Das ist aber nicht ganz billig. Zum ohnehin schon teuren "Flexipreis" kommt im ICE, IC oder EC ein Aufschlag von 12,50 Euro hinzu.

Was, wenn man die Bahncard oder die Identifizierungskarte vergessen hat?

Das Ticket hat man eingepackt, aber die Bahncard liegt zu Hause. Ein ärgerlicher Fehler und ein teurer noch dazu: Je nach Art der Karte muss man entweder 25 oder 50 Prozent des Bordpreises draufzahlen. Das Geld kann man sich später am Schalter oder schriftlich zurückholen. Sieben Euro Bearbeitungsgebühren sind aber auf jeden Fall weg.

Bis zum 1. Oktober brauchte man bei Online- oder Handybuchungen eine Identifizierungskarte, etwa den Personalausweis oder eine Kreditkarte. Wer die dann bei der Fahrkartenkontrolle nicht vorlegen konnte, musste ein neues Ticket lösen. Den ursprünglich gebuchten Fahrschein konnte man dann nur nachträglich stornieren.

Seit Oktober gibt es eine neue Regelung. Bei der Buchung braucht man keine Kartendaten mehr zu hinterlegen. Im Zug muss man sich aber durch einen amtlichen Lichtbildausweis oder die Bahncard legitimieren. Ein Schülerausweis zählt nicht. Doch auch hier gilt: Ohne Ausweis muss man ein neues Ticket lösen.

Braucht der Hund ein eigenes Ticket?

Egal ob Hund, Katze oder Meerschweinchen – Haustiere fahren kostenlos Bahn, solange sie in eine Transportbox passen und darin auch bleiben. Größere Hunde werden zum halben Fahrpreis mitgenommen. Auch wenn ein Hund nicht mehr Platz wegnimmt als ein Kleinkind: Man kann ihn nicht einfach bei der Onlinebuchung als kostenloses Familienkind deklarieren. Bei Länder-Tickets und dem Schönes-Wochenende-Ticket zählt der Hund wie eine Person.

Quelle: n-tv.de, ino

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