Ratgeber

Alles Käse? Discounter-Mozzarella schmeckt am besten

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Mit Salz, Pfeffer, Essig und Öl schmeckt's noch besser.

(Foto: imago/Westend61)

Seit den 90er-Jahren kommt kaum ein kaltes Buffet ohne Tomaten-Mozzarella-Platte aus. Als die Stiftung Warentest den italienischen Klassiker zum letzten Mal verkostet hat, fiel das Ergebnis ziemlich miserabel aus. Wie ist es heute um die Qualität bestellt?

Der beste Mozzarella kommt weder aus Italien noch aus dem Biomarkt. Den schmackhaftesten Käse findet man im Kühlregal von Aldi. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls die Stiftung Warentest. Sie hat sich 16 Kuhmilch- und 4 Büffelmozzarellas genauer angesehen, mit recht erfreulichem Ergebnis: Der größte Teil der Produkte im Test schnitt "gut" ab, mangelhafte Kandidaten waren nicht dabei. Ein Bio-Produkt war allerdings kurz davor, ungenießbar zu werden und auch bei den Büffelmozzarellas gab es Defizite.

Mozzarella ist mit seiner kurzen Reifezeit im Grunde ein Frischkäse, wenn auch ein sehr spezieller – und ein ziemlich reichhaltiger. 100 Gramm haben rund 240 Kalorien, Büffelmozzarella ist noch etwas gehaltvoller. Ein guter Mozzarella sollte deutlich nach Milch schmecken, bestenfalls kommt noch ein Anklang von Sahne dazu. Die Büffelvariante ist wegen des höheren Fettgehalts noch cremiger, hat oft auch Säurenoten und schmeckt leicht salzig. Sensorisch wurden fast alle Käse den Erwartungen gerecht. "Sehr gut" schnitten sämtliche getesteten Aldi Nord- und Süd-Mozzarellas ab, egal ob in der klassischen Variante, als Minikugeln oder in Bioqualität. Mit dem Mondo Italiano Mozzarella von Netto kam ein weiteres Discount-Produkt mit Bestnote durch die Sensorik-Prüfung.

Mikrobiologische Defizite

Nicht ganz so gut kam die Light-Variante des Galbani Mozzarella weg. Hier fiel den Testern ein leicht herber Geschmack auf, außerdem fehlte die sonst übliche Außenhaut. Das brachte dem Markenprodukt nur ein "befriedigend" in der Sensorikwertung ein. Der Bio-Mozzarella der Regionalmarke "Von Hier" roch sauer und etwas muffig und schmeckte dann auch ein wenig bitter. Außerdem fiel eine geronnene Eiweißschicht auf der Kugel ins Auge. Das reichte nur für ein "Ausreichend". In der Keimprüfung zeigte sich dann auch, dass die Warnzeichen nicht täuschten: Der Käse war kurz davor, ungenießbar zu werden.

Auch zwei Büffelmozzarellas wurden in der mikrobiologischen Prüfung beanstandet: Hier trübte ein hoher Gehalt an sogenannten Enterobakterien den Genuss. Diese Keime gehören zur Darmflora von Mensch und Tier und können während der Produktion in den Käse gelangen, wenn es an Hygiene mangelt.

Fragwürdige Haltung

Einigen Verbrauchern ist der Appetit auf Büffelmozzarella aber auch aus einem anderen Grund vergangen: Vor rund eineinhalb Jahren veröffentlichte die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" erschütternde Bilder von zusammengepferchten, teils verletzten Wasserbüffeln auf italienischen Büffelfarmen. Kadaver von Kälbern würden teils tagelang in den Ställen herumliegen. Männliche Tiere seien für die Bauern nutzlos, also ließe man sie oft einfach verhungern, so der Vorwurf. Inzwischen schauen die Behörden in Italien laut "Warentest" genauer hin, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Namen der schwarzen Schafe sind aber weiterhin unbekannt.

Während Büffelmozzarella meistens aus Italien stammt, kommt die Milch für den günstigeren "normalen" Mozzarella meistens aus Deutschland. Galbani wirbt zwar damit, "No 1 in Italia" zu sein, das bedeutet aber nicht, dass der Käse auch dort hergestellt wird. Produktionsland für den Kuhmilchmozzarella ist Tschechien und von dort kommt auch die Milch. Wegen irreführender Verpackungsaufmachung gab es für Galbanis Light-Käse Abzüge in der Testnote. Unter den vier Büffelmozzarellas schnitt Galbani aber am besten ab.

Aldi liegt vorn

Testsieger unter den Kuhmilchmozzarellas wurde mit einer Gesamtnote von 1,7 der Casale Fresco Mozzarella Classico von Aldi Nord für 44 Cent pro 100 Gramm. Der bekannte Zottarella von Zott lag mit 2,1 im Mittelfeld. Die beiden laktosefreien Produkte im Test schmeckten leicht süßlich, wobei sich der Bio-Mozzarella von Züger insgesamt etwas besser schlug. 

Zum letzten Mal haben die Warentester Mozzarella übrigens im Jahr 2005 geprüft, damals  fiel das Urteil deutlich schlechter aus. Jeder zweite Kandidat war schon kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums deutlich verkeimt.

Quelle: n-tv.de, ino

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