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Keine Gewährleistung Gebrauchter Thermomix sorgt für Ärger

Die Küchenmaschine des Herstellers Vorwerk ist ein Renner. Und ziemlich teuer. Manch einer bedient sich deshalb der Dienste eines gebrauchten Gerätes. Doch wehe, wenn dies kaputt geht, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt.

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Zweitbesitzer könnten vom Thermomix enttäuscht sein.

(Foto: picture alliance / dpa)

Fast 1200 Euro kostet der begehrte Thermomix TM5 des Herstellers Vorwerk. Viel Geld. Und trotz einiger Nachahmerprodukte vom Discounter ist das Originalgerät nach wie vor sehr begehrt.

Manch einer kann sich glücklich schätzen und ohne große finanzielle Belastung "die Zukunft des Kochens" (Werbeslogan Vorwerk) kennenlernen. Zum Beispiel dann, wenn er das Gerät vom Erstkäufer geschenkt bekommt oder aber gebraucht erwirbt.

Nur leider hat nach Informationen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) die Sache einen Haken. "Verärgerte Thermomix-Käufer – Vorwerk zerhackt Gewährleistung“, heißt es denn auch in der entsprechenden Pressemitteilung der Verbraucherschützer. Denn das Unternehmen und Direktvertreiber, verweigert demnach für Zweitbesitzer Reparatur und Ersatz der teuren Geräte - und damit die zweijährige gesetzliche Gewährleistung. Diese sei allein Erstkäufern vorbehalten, so die Verbraucherzentrale.  

Auf Nachfrage der Verbraucherschützer gibt sich das Wuppertaler Unternehmen arglos. Die Übertragung der Gewährleistung auf Dritte sei "vertraglich" ja gar nicht ausgeschlossen. Allerdings bügelt der hauseigene Kundendienst und die Hotline, schriftlich und mündlich, die Bitten um Hilfe rigoros ab. "Eine Übertragung der Gewährleistung Ihres Thermomix TM5 auf Dritte ist nicht möglich." Denn bei Direktvertreiber Vorwerk gebe es eine "personenbezogene Gewährleistung". Diese resultiere aus dem Kaufvertrag und der Unterschrift des Kunden - und sei nicht auf Dritte übertragbar. Lediglich "in Ausnahmefällen", wenn es sich etwa "um ein Geschenk für ein Familienmitglied" handele und darüber hinaus "der Zusammenhang plausibel" sei, erhalten auch die Beschenkten ihr Recht.

Allerdings bemängelt die Verbraucherzentrale, dass diese eisernen Regeln dann nicht gelten, wenn es um die Absatzsteigerung geht. Und so wissen sie zu berichten, dass als im Zuge des Modellwechsels vom Thermomix TM31 zum aktuellen TM5 Kunden ihre alten Küchenwunder zuhauf verkauften, um die teurere Nachfolgeversion zu erwerben, es für Zweitbesitzer "einmalig eine Sonderregelung" gab. Sie bekamen eine Gewährleistung.

Die Verbraucherzentrale hält es für unzulässig, wenn sich Vorwerk darauf beruft, dass Gewährleistungsansprüche nicht abgetreten werden können. Betroffene sollen sich demnach nicht abwimmeln lassen und auf ihre Gewährleistungsrechte bestehen.

Quelle: n-tv.de, awi

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