Ratgeber

Gut jeder Zweite geht leer aus Hier gibt es Urlaubsgeld

Die Sonderleistung vom Chef für die schönste Zeit des Jahres wird zunehmend seltener. Wer im Westen Deutschlands und zudem in einem größeren Unternehmen arbeitet und viel verdient, hat allerdings bessere Chancen, mit dem monetären Extra bedacht zu werden.

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Nur 35 Prozent aller beschäftigten Frauen erhalten die Extraleistung.

Nur noch 41 Prozent der Beschäftigten erhalten von ihrem Arbeitgeber ein Urlaubsgeld. 2013 waren es noch 47 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage der Internetseite www.lohnspiegel.de, die vom Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird. Rund 6400 Beschäftigte haben sich an der Befragung beteiligt. Eindeutig profitieren konnten Beschäftigte von einer Tarifbindung ihres Arbeitgebers. Beschäftigte mit Tarifbindung erhalten zu 61 Prozent ein Urlaubsgeld, Beschäftigte ohne Tarifbindung dagegen nur zu 32 Prozent. Einen gesetzlichen Anspruch auf Urlaubsgeld gibt es nicht.

Darüber hinaus erhalten Männer häufiger Urlaubsgeld (49 Prozent) als Frauen (35 Prozent). Und im Westen fällt der Anteil höher aus (47 Prozent) als im Osten (27 Prozent). In Kleinbetrieben unter 100 Beschäftigte gibt es seltener ein Urlaubsgeld (33 Prozent) als in größeren Betrieben über 500 Beschäftigte (57 Prozent). Von den Beschäftigten mit einem geringen Brutto-Monatsverdienst von 1000 bis 2000 Euro erhält nur 29 Prozent die Sonderzahlung, von den Beschäftigten mit einem hohem Gehalt von 5000 bis 6000 Euro dagegen gut die Hälfte (52 Prozent).

Zudem fällt die Höhe der tariflich vereinbarten Urlaubsextras je nach Branche sehr unterschiedlich aus: Zwischen 155 und 2270 Euro bekommen Beschäftigte in der mittleren Vergütungsgruppe in diesem Jahr als tarifliches Urlaubsgeld. Am wenigsten Geld für die Urlaubskasse bekommen Beschäftigte in der Landwirtschaft und im Steinkohlenbergbau. Die höchsten Zahlungen erhalten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter anderem in der Holz- und Kunststoffverarbeitung, in der Druckindustrie sowie in der Metallindustrie.

Im öffentlichen Dienst und in der Stahlindustrie gibt es kein gesondertes tarifliches Urlaubsgeld. Es wird mit dem Weihnachtsgeld zu einer einheitlichen Jahressonderzahlung zusammengefasst.

Quelle: n-tv.de, awi

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