Ratgeber

Brutzler aufgepasst! Hier wird mit Tropenholz gegrillt

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Mann schmeckt nicht, ob man sich an der Umwelt versündigt.

(Foto: imago/CHROMORANGE)

Grillfreunde müssen sich zwischen Kohle-, Elektro- oder Gasgrill entscheiden. Wer zum Sack mit der Grillkohle greift, sollte die Augen offen halten. Denn sonst besteht die Gefahr, dass Würstchen & Co. mit Holz, welches aus Raubbau stammt, zubereitet werden.

Umweltverbände schlagen Alarm: In den letzten Jahren häufen sich die Berichte, dass Urwälder hierzulande auf dem Grill landen. In Form von Grillkohle. Rund 233.000 Tonnen Holzkohle wurden 2018 nach Deutschland importiert. Die Stiftung Warentest ist der Frage nachgegangen, wie viel Holz aus Raubbau in der Grillkohle steckt. Die Tester haben hierfür den Inhalt von 17 Holzkohlesäcken analysiert.

Das Ergebnis der Analyse belegt, dass nach wie vor mehrere Händler Grillkohle aus Tropenholz verkaufen, ohne dass Kunden dies erfahren. Auf insgesamt neun Säcken fehlte ein Hinweis auf Herkunft oder Art des Holzes, heißt es in der Zeitschrift "test" (Ausgabe Juni 2019). Wobei die Hersteller zu einer korrekten Deklaration gesetzlich nicht verpflichtet sind. Trans­parenz wäre aber dringend nötig, um sich nicht ungewollt an der Umwelt zu versündigen. Denn sobald Grill­kohle auf dem deutschen Markt landet, kann sie legal verkauft werden, selbst wenn das Holz illegal geschlagen wurde.

Nur ein Produkt geeignet

In sechs Säcken ohne Deklaration steckte Kohle aus dem tropischen oder subtropischen Raum (Afrika und Südamerika). Dies ist bei "Flammencon Qualitäts Grill-Holzkohle", "Favorit Qualitäts-Grill Holzkohle", "Getränke Hoffmann Hubert's Qualitäts Grill Holzkohle", "Grillprofi Holzkohle" und "Netto Grillholzkohle" der Fall. Ein weiteres Produkt führt Verbraucher noch dazu in die Irre: "Max Grill & Barbecue" trägt ein Siegel des Forest Stewardship Council (FSC), das die Kohle als nachhaltig und aus heimischen Wäldern ausweist. Tatsächlich besteht sie jedoch aus Tropenholz.

Laut der Untersuchung sind auch Produkte aus europäischen Laubbäumen kein Garant für eine saubere Herkunft, zum Beispiel wenn sie aus der Ukraine stammen, wo es viel Korruption und illegalen Holzeinschlag gibt. Knapp die Hälfte der Anbieter beziehen ihre Kohle zumindest teilweise aus der Ukraine.

Um Grillkohle-Raubbau zu vermeiden, sollte den Testern zufolge ein Produkt gewählt werden, auf dem Holzart und -herkunft angegeben sind und das ein Siegel trägt (FSC, Naturland, PEFC). Im Test erfüllte die Flamenco Grill-Holzkohle (1,17 Euro pro Kilogramm) am ehesten diese Kriterien. Das Produkt ist vorbildlich deklariert. Das Holz stammt aus Namibia. Das afrikanische Land kämpft seit Langem gegen die Verbuschung – weshalb die Verarbeitung der Äste zu Grill­kohle nicht nur unbe­denk­lich, sondern sogar ökologisch sinn­voll ist.

Quelle: n-tv.de, awi

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