Ratgeber
(Foto: imago stock&people)
Dienstag, 13. Dezember 2016

Mehr Geld fürs Geld: Höhere Zinsen? Mehr Risiko!

Wer auf der Jagd nach etwas mehr Zinsen für Festgeldanlagen im Internet recherchiert, begegnet zunehmend auch Angeboten von Zinsportalen, die meist mit lukrativen Offerten locken. Doch es gibt einen Haken, wie Finanztest weiß.

Das Wichtigste bei der Geldanlage ist die Sicherheit. Und die Rendite. Im Falle von Festgeld also die Zinsen. Ersteres dürfte bei den meisten deutschen Banken kein Problem sein. Letzteres dagegen beim Festgeld schon. Wer deshalb auf der Suche nach attraktiveren Angeboten, als sie die Hausbank zu bieten hat, das Internet bemüht, stößt schnell auf sogenannte Zinsportale wie Weltsparen, Savedo, Zinsgold und Zinspilot.

Hier können Anleger auf viele lukrative Angebote ausländischer Banken zugreifen. Einmal per Identitätsnachweis (Post-Ident-Verfahren) angemeldet, kann so immer wieder zwischen den verschiedensten Offerten ausgewählt werden. Damit entfällt schon mal der lästige Kontowechsel, den Zinshopper ansonsten auf sich nehmen müssen. Derzeit werden auf den Portalen, die als Vermittlerplattformen dienen, Festgelder mit 3 Prozent Zinsen pro Jahr angepriesen.  

Finanztest hat sich das Angebot genauer angeschaut. Und ist nur mäßig begeistert. Nicht, dass die Idee nicht gut und praktisch für den Verbraucher ist, auch wird nicht die Seriosität der Vermittler-Portale infrage gestellt - nur die Angebote taugen laut den Testern nicht. Denn mehr Rendite bedeutet auch immer mehr Risiko. Die meisten der Angebote kommen von Banken aus Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Tschechien, Malta oder Portugal. Und ist für Finanztest ein Ausschlusskriterium hinsichtlich der Sicherheit. Selbst wenn es sich um EU-Staaten handelt und hier nach den Vorgaben der EU-Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro pro Anleger und Institut über einen Sicherungsfonds garantiert sein sollen. Ob dies im Ernstfall dann aber tatsächlich funktioniert, ist bei der Bonität sowohl der Herkunftsländer der Banken als auch der Geldinstitute keinesfalls sicher. Insofern fallen solche Angebote bei den Testern raus.

Anders sieht dies bei Angeboten aus Dänemark, Deutschland, Luxemburg, den Niederlanden oder Schweden aus. Nur: Hier fallen die Offerten - wenn überhaupt vorhanden - auch deutlich weniger verlockend aus. 

Ein weiteres Problem bei manchen Festgeldangeboten ist der fehlende Zinseszinseffekt. Denn statt die erwirtschafteten Erträge am Jahresende dem Sparkapital zuzuschlagen und mitzuverzinsen, werden die Zinsen unverzinst gesammelt und am Ende der Laufzeit ausgezahlt. Dadurch, dass der Zinseszins einbehalten wird, verlieren Sparer Geld. So beträgt der tatsächliche Rendite bei einer 3-prozentigen Festgeldanlage über 10 Jahre tatsächlich nur 2,66 Prozent. Sparer sind also gut beraten, grundsätzlich bei allen Tages-, Festgeld und Banksparplänen nicht nur auf die im Angebot ausgewiesenen Zinsen zu achten. 

Insgesamt finden sich auf den Zinsportalen aber auch für tauglich befundene Angebote. Bei Weltsparen sind es immerhin 8 von 21 und bei Zinspilot sogar 3 von 5. Anleger sollten also wie immer die Augen offen halten und nur solche Angebote in Betracht ziehen, die auch ihrer persönlichen Risikobereitschaft entsprechen.  

Quelle: n-tv.de