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Einen hundertprozentigen Schutz vor Grippe gibt es nicht - trotz Impfung.
Einen hundertprozentigen Schutz vor Grippe gibt es nicht - trotz Impfung.(Foto: picture alliance / Ralf Hirschbe)
Mittwoch, 10. Januar 2018

Grippewelle rollt an: Ist die Schutzimpfung sinnvoll?

Der Winter ist bislang zwar eher mild und der Pollenflug von Hasel und Erle hat in Teilen Deutschlands längst begonnen - doch der Höhepunkt der Grippesaison steht erst noch bevor. Dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge ist in den kommenden Wochen mit dem Beginn der alljährlichen Influenzawelle zu rechnen. Ein Überblick:

Wann beginnt die richtige Grippewelle?

Der genaue Zeitpunkt ist nicht vorhersagbar, aber seit Mitte Dezember steigen die Erkrankungszahlen an. In den vergangenen Jahren begann die Grippewelle meist im Januar und dauerte drei bis vier Monate. Auch die Dauer einer Grippewelle kann nicht prognostiziert werden. Zum Beispiel dauerte die Grippesaison 2011/12 insgesamt 19 Wochen - und damit länger als in vielen anderen Jahren.

Wie heftig wird sie?

Auch das können Experten nicht genau voraussagen. Die Stärke der Grippewellen schwankt von Jahr zu Jahr erheblich. Schätzungen zufolge erkranken in Deutschland in jeder Saison zwischen zwei und zehn Millionen Menschen. Bei einer schweren Grippewelle wie in der Saison 2014/2015 wurden mehr als 21.000 Todesfälle geschätzt. Allerdings sterben selbst bei moderaten Grippewellen mehrere tausend Menschen an den Folgen der Infektion.

Lohnt sich jetzt überhaupt noch eine Schutzimpfung?

Ja - zwar gelten Oktober oder November als bester Impfzeitpunkt, aber selbst zu Beginn und während der Grippewelle kann es noch sinnvoll sein, eine Impfung nachzuholen. Dann aber steigt das Risiko, sich zu infizieren, bevor der Impfschutz aufgebaut ist. Dieser ist nach zehn bis 14 Tagen erreicht. Generell sollte jedes Jahr neu geimpft werden.

Wer sollte sich unbedingt impfen lassen?

Die Impfung wird vor allem älteren Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranken mit Grundleiden wie Diabetes, Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, medizinischem Personal und Schwangeren empfohlen. Die Impfquoten in diesen Risikogruppen sind aber immer noch zu niedrig.

Schützt die Impfung in jedem Fall?

Nein, einen hundertprozentigen Schutz vor Grippe gibt es nicht. Nach RKI-Angaben ist etwa die Hälfte der Geimpften geschützt. Die Unsicherheit betrifft vor allem Ältere, deren Immunsystem generell weniger gut auf Impfungen anspricht. Sie hat aber auch mit den sich ständig ändernden Viruseigenschaften zu tun. Deshalb kann es auch bei Geimpften zu einer Influenzaerkrankung kommen, in der Regel aber mit milderem Verlauf. Zu einer Erkrankung kann es auch kommen, wenn sich jemand kurz vor der Impfung ansteckt oder der Impfschutz noch nicht vollständig aufgebaut wurde.

Gibt es einen speziellen Impfstoff für Kinder und Ältere?

Ja, für Kinder und Jugendliche zwischen zwei und 17 Jahren steht ein sogenannter Lebendimpfstoff zur Verfügung, der nicht wie üblich gespritzt, sondern als Nasenspray verabreicht wird. Für über 65-Jährige gibt es einen Impfstoff mit Wirkverstärker.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Gelegentlich kann es nach der Impfung zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle kommen. In den ersten Tagen können außerdem Frösteln, Müdigkeit, Übelkeit sowie Kopf- oder Gliederschmerzen auftreten. Der Lebendimpfstoff, der als Spray verwendet wird, kann zu einer verstopften oder laufenden Nase führen. Diese Impfreaktionen klingen in der Regel nach ein bis zwei Tagen wieder ab.

Was unterscheidet eine Grippe von einer Erkältung?

Beide werden durch verschiedene Erreger verursacht. Im Gegensatz zu einer normalen Atemwegserkrankung, die meist nach wenigen Tagen überstanden ist, schlägt die Virusgrippe schnell und heftig zu. Symptome sind in der Regel plötzlich auftretendes hohes Fieber über 39 Grad Celsius, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Schweißausbrüche, allgemeine Schwäche, Kopf- und Halsschmerzen, Schnupfen und trockener Reizhusten. Oft ist es allerdings nicht möglich, eine echte Grippe und eine Erkältung nur anhand der Symptome zu unterscheiden.

Quelle: n-tv.de