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Zinseszins einbehalten Manche Banken tricksen bei den Zinsen

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Sparer sind gut beraten, vor Abschluss einer Festgeldanlage nicht nur auf die im Angebot ausgewiesenen Zinsen zu achten.

(Foto: dpa)

Den Unterschied zwischen Zinsen und Rendite sollte man kennen. Denn sonst droht durch die Trickserei einiger Geldinstitute der ohnehin magere Ertrag unwissentlich geschmälert zu werden, wie Finanztest aufdeckt.

1,05 Prozent Zinsen pro Jahr bietet die KT Bank aus Frank­furt am Main für eine fünfjährige Festgeldanlage. Die tatsächliche Rendite - oder auch effektiver Jahreszins - beträgt tatsächlich aber nur 1,034 Prozent. Der Grund? Die Bank zahlt keinen Zinseszins.

Statt die erwirtschafteten Erträge am Jahresende dem Sparkapital zuzuschlagen und mitzuverzinsen, werden die Zinsen unverzinst gesammelt und am Ende der Laufzeit ausgezahlt. Doch nicht nur die KT Bank macht solche Angebote. Wie Finanztest herausgefunden hat, bedienen sich weitere Geldinstitute dieses Tricks. So auch die Austrian Anadi Bank, die Banque BCP S.A.S, die Banque Wormser, My Partner Bank, die Unicredit/Hypoverseinsbank und die Wiener Privatbank. Alle Festgelder sind über Portale wie Weltsparen und/oder Check24 und Zinspilot abzuzschließen.

Während es bei der Vergabe von Krediten Pflicht ist, den effektiven Jahreszins zu nennen, fehlt bei Sparangeboten eine gesetzliche Regelung. Der effektive Jahreszins - oder die Rendite - und der Nominalzins sind nur dann gleich, wenn die Zinsen jährlich ausgeschüttet oder wenn sie dem Anlagekonto jährlich gutgeschrieben und auch im Folgejahr mitverzinst werden. Neben Rentabilität und Sicherheit sollte für Geldanleger aber auch immer die Seriosität des Angebots ein Kriterium für die Geldanlage sein.

Auch die Steuer langt zu

Doch abgesehen von der entgangenen Rendite sollten Sparer beachten, dass, wenn der gesamte Zins eines mehrjährigen Fest­geldes bis zum Laufzeit­ende angesammelt und auf einen Schlag steuer­pflichtig ausgezahlt wird, die aufgelaufenen Zinsen leicht den jähr­lichen Sparerpausch­betrag von 801 Euro für Singles und 1602 Euro für Ehepaare über­steigen könnten.

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Finanztest nennt ein Beispiel: Ein Sparer hat einen Frei­betrag von 420 Euro im Jahr offen. Er legt 40.000 Euro für fünf Jahre über das Zinsportal Welt­sparen bei der KT Bank an. Dafür bekommt er einen Nominalzins von 1,05 Prozent. Würde die KT Bank die Zinsen in Höhe von 420 Euro jähr­lich auszahlen, wären sie für den Sparer steuerfrei. Angesammelt über die Lauf­zeit werden aber nach fünf Jahren 2100 Euro auf einmal ausgezahlt. Davon werden dann für 1680 Euro 25 Prozent Abgeltungssteuer plus 5,5 Prozent Solidaritäts­zuschlag und gegebenenfalls Kirchen­steuer fällig.

Sparer sind also gut beraten, vor Abschluss einer Festgeldanlage nicht nur auf die im Angebot ausgewiesenen Zinsen zu achten, sondern auch die tatsächliche Rendite in Erfahrung zu bringen.

Quelle: ntv.de, awi