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Personalgespräch statt Bett Muss man krank zum Chef?

Arbeitnehmer, die krank geschrieben sind, müssen nicht zu einberufenen Personalgesprächen erscheinen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Arbeitnehmer, die krank geschrieben sind, müssen nicht zu einberufenen Personalgesprächen erscheinen.

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Grundsätzlich ist einem krankgeschriebenen Arbeitnehmer alles erlaubt, was den Gesundheitszustand nicht verschlechtert und die Genesung nicht gefährdet. Darüber, ob ein Personalgespräch während der Malaise Pflicht ist, wird gestritten - vor dem Bundesarbeitsgericht.

Erkrankte Beschäftigte können in aller Regel nicht zu Personalgesprächen ins Unternehmen zitiert werden. Das hat das Bundesarbeitsgericht in Erfurt klargestellt (10 AZR 596/15). Krankgeschriebene Arbeitnehmer seien im Grundsatz nicht dazu verpflichtet, im Betrieb zu erscheinen, um dort an einem Personalgespräch mit dem Arbeitgeber teilzunehmen, urteilte der zehnte Senat.

Es könne aber Fälle geben, in denen ausnahmsweise eine solche Pflicht bestehe, sagte der Vorsitzende Richter Rüdiger Linck. Das Erscheinen des erkrankten Arbeitnehmers in der Firma müsse dann aber aus betrieblichen Gründen unverzichtbar und der Arbeitnehmer gesundheitlich dazu in der Lage sein. Auch sei es dem Arbeitgeber nicht von vornherein untersagt, mit seinem kranken Mitarbeiter in einem angemessenen Rahmen schriftlich oder telefonisch Kontakt aufzunehmen.

Damit hatte die Klage eines Krankenpflegers aus Berlin teilweise Erfolg. Dieser war abgemahnt worden, weil er mit Verweis auf seine Krankschreibung nicht zu drei terminierten Personalgesprächen erschienen war. Sein Arbeitgeber wollte mit ihm nach einer erneuten längeren Ausfallzeit über künftige Beschäftigungsmöglichkeiten sprechen.

Die Abmahnung erklärte das Bundesarbeitsgericht nun für unwirksam. Den Antrag auf Feststellung, dass der Kläger generell während seiner Arbeitsunfähigkeit nicht zur Teilnahme an Personalgesprächen verpflichtet sei, lehnten die Erfurter Richter aber ab.

Grundsätzlich muss laut Gesetz ein Mitarbeiter nach spätestens drei Kalendertagen eine ärztliche Krankschreibung vorlegen. Arbeitgeber dürfen von ihren Beschäftigten aber bereits ab dem ersten Tag der Krankschreibung ein Attest verlangen. Sie müssen auch nicht begründen, warum sie bereits so früh einen Krankenschein vorgelegt bekommen wollen.

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Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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