Ratgeber

Private Krankenversicherungen Nur 19 von 120 können überzeugen

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Eine private Krankenversicherung lohnt sich vor allem für Beamte.

(Foto: imago/blickwinkel)

Wer sich privat versichert, profitiert von vielfältigen Zusatzleistungen gegenüber einer gesetzlichen Krankenversicherung. Das kostet allerdings im Laufe der Jahre sehr viel Geld. Daher sollte die Entscheidung für eine private Versicherung gut überlegt sein. Finanztest hat 120 Angebote unter die Lupe genommen.

Eine private Krankenversicherung bietet einige Vorteile gegenüber einer gesetzlichen Versicherung. Dazu zählen unter anderem das Aufkommen für rezeptfreie Medikamente, kürzere Wartezeiten auf Termine bei Fachärzten sowie der Anspruch, sich vom Chefarzt im Krankenhaus behandeln zu lassen. Finanztest hat geprüft, welche von den 120 Tarifen der 30 geprüften Versicherer sich für Beamte, Angestellte und Selbständige lohnen. Ausgangspunkt war dabei der Eintritt in die private Krankenversicherung als gesunde Person im Alter von 35 Jahren.

Sehr gute Versicherungen für Beamte und Angestellte

Bei den Krankenversicherungen für Beamte haben die Angebote BV20, BV30 der Concordia und die Tarifkombination AB 20E, AB 30, SB 2/20, SB 2/30, ZB 20E, ZB 30 der LVM die Note "sehr gut" erhalten. Single-Beamte zahlen für eine gute Versicherung mindestens 209 Euro monatlich. Der Tarif Exklusiv 1, Pro 024v der Signal Iduna lohnt sich besonders für Angestellte. Sie zahlen dabei 502 Euro im Monat. Selbständige profitieren am ehesten vom Tarif Exklusiv 2, Pro 043v, der mit 457 Euro monatlich zu Buche schlägt. Dieser hat zwar kein "sehr gut" erhalten, ist aber laut den Experten der beste in dieser Kategorie.

Allerdings konnten im Test auch einige schwarze Schafe identifiziert werden. Ganze sieben Mal vergab Stiftung Warentest die Note "mangelhaft". Bei den Angestellten schnitten, wie bei den Selbständigen, jeweils drei Krankenversicherungen schlecht ab. Dazu zählen unter anderem die Nürnberger und die Allianz. Beamte, die eine private Versicherung anstreben, sollten laut Finanztest von der Inter die Finger lassen. Den Test knapp mit der Note "ausreichend" bestanden haben 18 Versicherungen. Dazu zählt beispielsweise die Axa für Angestellte. Insgesamt gesehen schnitten die privaten Krankenversicherungen für Beamte am besten ab.

Wahl der privaten KV sollte gut überlegt sein

Der Versicherungsrahmen bei einer privaten Krankenversicherung besteht aus dem Ambulant-, Stationär- und dem Zahntarif. Selbständige und Angestellte müssen zusätzlich auf ein Krankentagegeld achten, das den Arbeitsausfall bei Krankheit ersetzt. Beamte hingegen können einen Beihilfeergänzungstarif abschließen, der die Kürzungen für die Beihilfe unzulässig macht.

Die Auswahl eines geeigneten Tarifs liegt allein beim Kunden. Deshalb ist es besonders wichtig, auf ein möglichst breites Leistungsspektrum zu achten, denn der Wechsel des Tarifs im Krankheitsfall ist ausgeschlossen. Individuelle Wünsche und Bedürfnisse, wie zum Beispiel die Kostenübernahme für eine Behandlung beim Heilpraktiker, sollten zudem bei der Entscheidung mit berücksichtigt werden. Hier unterscheiden sich die Leistungen der Anbieter teils erheblich. Der Wechsel zurück zur gesetzlichen Krankenversicherung ist übrigens sehr schwierig. Für Menschen ab 55 Jahren ist er praktisch ausgeschlossen. Genau deswegen lohnt es sich, alle Versicherungstarife zu vergleichen und gegeneinander abzuwägen.

Beamte profitieren am ehesten

Aufgrund der höheren finanziellen Belastung lohnt sich eine private Krankenversicherung am ehesten für Beamte, da der Dienstherr einen Teil der Kosten übernimmt. Dies gilt auch für deren Kinder und den arbeitslosen Ehepartner. Angestellte und Selbständige sollten sich sehr gut überlegen, ob sie langfristig die höheren Kosten im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung tragen können. Diese steigen nämlich stetig, sodass bei Renteneintritt, laut Finanztest, bereits das Dreifache des Eintrittbeitrags gezahlt werden muss. Man sollte also sehr wohlhabend oder in der Lage sein, für die später höheren Kosten monatlich einiges einzusparen.

Quelle: ntv.de, imi