Ratgeber

Geld sparen schwer gemacht Preisgarantien taugen oft nichts

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Eingeschränkte Preisgarantien bringen nichts und binden Kunden nur unnötig lang an ein Unternehmen.

(Foto: imago/Christian Ohde)

Engagement zahlt sich aus - das sollte eigentlich auch für Stromkunden gelten. In Zeiten steigender Preise schauen viele Verbraucher auf Preisgarantien. Doch diese entpuppen sich nicht selten als Mogelpackung, wie die Verbraucherzentrale NRW moniert.

Für das kommende Jahr haben einige Stromanbieter Preiserhöhungen angekündigt. Kunden haben in diesem Fall ein Sonderkündigungsrecht des Vertrags. Sollten sie also Post von ihrem Versorger erhalten, sollte diese genau angeschaut werden, denn manch ein Preiserhöhungsschreiben ist kaum als solches erkennbar. Nach Beobachtungen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW), werden Verteuerungen gerne auch erst auf Seite zwei eines Briefes mit ganz anderem Betreff angesprochen.

Doch auch die Suche nach einem günstigeren Tarif ist mit einigen Fallstricken verbunden, wie die Verbraucherschützer in einer Untersuchung festgestellt haben.

Denn wie günstig ein Stromtarif tatsächlich ist, bestimmt nicht nur der Preis bei Vertragsschluss. Auch die Entwicklung danach ist entscheidend. Preisgarantien, mit denen viele Anbieter werben, sind nach Auffassung der Verbraucherschützer allerdings wertlos, wenn sie nicht alle Preisbestandteile umfassen. In einer aktuellen Untersuchung der Verbraucherzentrale fällt deshalb die Mehrzahl der Garantien durch.

"Wo Preisgarantie draufsteht, muss auch wirklich der gesamte Preis garantiert werden - und nicht nur ein Teil davon", fordert Energie-Referentin Christina Wallraf. Sonst verkomme die Zusicherung schnell zur Mogelpackung. Allenfalls die Ausklammerung einer Mehrwertsteuererhöhung sei akzeptabel. Zudem sind vermeintliche Fixpreise oft an lange Vertragslaufzeiten geknüpft.

Von 25 verschiedenen Grundversorgern in den einwohnerstärksten Städten in NRW, deren Tarife unter die Lupe genommen wurden, boten nur 7 keine Garantien an. Die restlichen 18 machten in insgesamt 57 Tarifen Preiszusicherungen. 82 Prozent dieser Garantien waren eingeschränkt. Das heißt: Umlagen, Abgaben und teilweise auch die Netzentgelte waren ausgenommen. Zusammen machen diese oft ausgeschlossenen Posten bis zu drei Viertel des Gesamtpreises aus.

"Eingeschränkte Preisgarantien bringen nichts und binden Kunden nur unnötig lang an ein Unternehmen", sagt Wallraf. Einen wirksamen Schutz vor Preiserhöhungen hätten Verbraucher dadurch nicht. Wer diesen suche, solle sich allenfalls auf Garantien einlassen, die nur die Mehrwertsteuer ausnehmen. Entsprechende Garantien gaben immerhin 9 der 18 Unternehmen für mindestens je einen Tarif.

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Quelle: ntv.de, awi