Ratgeber

Zinsen, Tilgung, Flexibilität So gelingt die perfekte Baufinanzierung

Die Traumimmobilie ist gefunden, die Finanzierung scheint machbar. Doch gerade bei Letzterer zählt nicht nur ein möglichst niedriger Zins. Die FMH-Finanzberatung verrät, was Darlehensnehmer unbedingt beachten sollten.

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Lange Zinsbindung, hohe Tilgungsrate und Flexibilität sind gefragt.

(Foto: imago stock&people)

Ob Häuschen im Grünen oder Wohnung in der Innenstadt: Die Aussicht, bald in den eigenen vier Wänden zu leben, ist für Bauherren sehr erhebend. Anders die Suche nach der besten Baufinanzierung. Hier hört der Spaß für viele auf. Dabei ist es gar nicht so schwierig, den passenden Anbieter auszumachen.

Die ideale Finanzierung besteht aus

  • guten Zinsen,
  • langer Zinssicherheit,
  • hoher Flexibilität bei der Rückzahlung und
  • einer verständlichen Struktur.

Die besten Zinsen finden Interessenten über Vergleichsportale. Ideal sind Angebote, die bereits alle Zinsaufschläge und Rabatte berücksichtigen und dadurch die aussagekräftigsten Ergebnisse liefern, wie dies auch beim Vergleichsrechner von n-tv der Fall ist.

Lange Zinsbindung, hohe Tilgung

Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt.

Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt.

Die Dauer der Zinsbindung kann variieren. Welche Frist zu empfehlen ist, hängt von der Finanzkraft der Bauherren ab. Wer es schafft, jährlich vier Prozent der Darlehenssumme oder mehr zu tilgen, dem genügt eine Zinsbindung von 10 oder 15 Jahren. Wer mit niedrigeren Raten auskommen muss und höhere Zinsen in der Zukunft fürchtet, sollte sich für 20 Jahre fest oder mehr entscheiden.

Längere Bindungen kosten dabei nur einen kleinen Aufpreis: Zwischen 10 und 20 Jahren liegt der Unterschied bei durchschnittlich 0,6 Prozent. Für ein Darlehen von 200.000 Euro bei 50.000 Euro Eigenkapital und drei Prozent jährlicher Tilgung zahlen Kunden also gerade einmal 100 Euro mehr pro Monat – statt 750 sind es 850 Euro.

Hingegen ist das Zinsrisiko am Ende der Bindungsfrist im obigen Beispiel sehr unterschiedlich. Einmal liegt es bei 135.000 Euro, wenn der Kunde eine zehnjährige Bindung vereinbart und 1,5 Prozent Zinsen zahlt. Entscheidet er sich hingegen für eine Zinsbindung von 20 Jahren, zahlt er zwar 2,1 Prozent Zinsen. Bei einer Tilgungsquote von ebenfalls 3 Prozent liegt das Zinsrisiko am Ende der Bindungsfrist aber nur noch bei 51.000 Euro. Es lohnt sich also, auf langfristige Sicherheiten zu setzen.

Bleibt die Frage, wie flexibel eine Finanzierung sein sollte. Die FMH-Finanzberatung vertritt in der Beratung stets den Standpunkt, dass sich die Finanzierung nach dem Leben richten muss – nicht umgekehrt. Egal, ob die Familie wächst, ein Gehalt wegbricht oder eine Erbschaft plötzlich neue Mittel in die Kasse spült: Meist lassen sich Instrumente in die Finanzierung integrieren, die es erlauben, die Höhe der Tilgung während der Zinsbindungszeit den Lebensumständen anzupassen – oft sogar ohne Zinsaufschlag.

Das bedeutet aber nicht, dass der Vertrag mit Zusatzfunktionen überfrachtet werden sollte. Im Gegenteil. Je übersichtlicher die Strukturen sind, desto besser. Viele Berater lieben es, eine Finanzierung mit allen möglichen Bausteinen, etwa Riester- oder Bausparkomponenten zu versehen. Hier ist eine gewisse Zurückhaltung angebracht. Meist dienen solche Bausteine eher Provisionsmaximierung beim Berater und weniger der Finanzierungsoptimierung beim Kunden.

Quelle: n-tv.de