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Im Urlaub gab's was zu meckern? So holt man sich Geld zurück

Im Bad blüht der Schimmel, in der Strandbar vorm Schlafzimmerfenster steppt nachts der Bär und dann ist auch noch die hoteleigene Sauna ausgefallen - wenn der Urlaub so ganz anders ausfällt als erhofft, kann man sich einen Teil des Reisepreises erstatten lassen.

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Der Reiseveranstalter haftet nur für Mängel, die er auch beheben kann. Schlechtwetter oder Algen im Wasser gehören beispielsweise nicht dazu.

(Foto: imago/MiS)

Wer sich im Urlaub über dreckige Hotelzimmer, schlechtes Essen oder unfreundliches Personal ärgert, kann die Mängel durchaus reklamieren. Bei vielen Mängeln haben Reisende Anrecht auf Änderung oder sogar Entschädigung.

Sofort melden

Mängel müssen sofort bei der Reiseleitung vor Ort oder beim Veranstalter schriftlich reklamiert werden, sonst verliert der Urlauber seine Ansprüche. Der Reiseleiter muss dann innerhalb einer angemessenen Frist den Mangel beseitigen, zum Beispiel das schmutzige Zimmer putzen lassen, oder für Ersatz sorgen, etwa ein anderes Zimmer beschaffen. Der Reisende muss aber nur einen gleich- oder höherwertigen Ersatz akzeptieren. Wird ein erheblicher Mangel nicht behoben, kann kostenlos gekündigt werden. Wer dennoch bleibt, kann später einen Teil des Preises zurückverlangen.

Beweise sichern

In jedem Fall sollten Urlauber Beweise sichern, also Fotos oder Videos machen und die Heimatanschrift von Zeugen notieren. Am besten ist ein Mängelprotokoll, für das es bei Pauschalreisen vorgedruckte Formulare gibt. Der Reiseleiter soll dies zumindest mit der Bemerkung „zur Kenntnis genommen“ abzeichnen. Ist er dazu nicht bereit, sollten Mitreisende die Mängel bezeugen. Auch bei Telefonaten mit dem Reiseleiter oder Veranstalter sollte ein unabhängiger Zeuge - also nicht nur der Partner - dabei sein.

Angekündigte Mängel

Wer vom Veranstalter bereits vor Reisebeginn auf Mängel hingewiesen wurde, kann diese nicht reklamieren. Verbraucher sollten vor der Buchung genau auf die Angaben im Katalog achten. Ist dort etwa allabendliche Musik auf der Terrasse angekündigt, dürfte eine Reklamation wegen Lärmbelästigung kaum erfolgreich sein. In einfachen Unterkünften, vor allem in südlichen Ländern, müssen Reisende mit vereinzelt auftretenden Ameisen, Kakerlaken und anderen Insekten rechnen.

Frist wahren

Nach der Rückkehr muss der enttäuschte Urlauber innerhalb eines Monats seine Ansprüche auf Minderung und gegebenenfalls Schadenersatz beim Veranstalter anmelden. Der Missstand sollte schriftlich mit einer detaillierten Mängelliste, Beweisfotos und Zeugenaussagen mitgeteilt werden - am besten per Einschreiben mit Rückschein, damit die Reklamation vor Gericht notfalls nachgewiesen werden kann.

So viel Geld gibt's zurück

Ob und in welcher Höhe der Reisende entschädigt wird, hängt von Art und Dauer des Mangels ab. Als Orientierung dient den Gerichten die sogenannte Frankfurter Tabelle des Landgerichts Frankfurt am Main. Demnach können etwa für eine fehlende Klimaanlage je nach Jahreszeit zwischen zehn und 20 Prozent Preisabschlag verlangt werden. Eine Unterbringung in Vierbett- statt Doppelzimmern kann 20 bis 30 Prozent ausmachen. Wird man in einem anderen Objekt als dem gebuchten untergebracht, liegt die Spanne zwischen 10 und 25 Prozent bringen. Fehlen der zugesicherte Meerblick oder ein Balkon könnte man fünf bis zehn Prozent des Reisepreises zurückbekommen. Und selbst ein "eintöniger Speisezettel" kann einen fünfprozentigen Nachlass bedeuten.

Quelle: n-tv.de, ino/AFP

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