Ratgeber

Keine Zinsen fürs Geld Über 350 Mal 0,00 Prozent

imago62448156h (1).jpg

Immerhin bleiben Bankkunden Sparzinsen auf breiter Front erspart.

(Foto: imago/Westend61)

Mit seinem Geld Geld zu verdienen, bleibt ein mühsames Unterfangen. Zumindest, wenn der Mammon auf Tages- oder Festgeld gebunkert wird. Dann reicht es meist noch nicht mal, um die Inflation auszugleichen. Hunderte Geldinstitute bieten gar keine Zinsen.

Ob Fest- oder Tagesgeld, viel ist mit dem Ersparten nicht mehr zu holen. Wenn überhaupt. Stattdessen verlangen die Geldinstitute zunehmend Gebühren für ihre Dienstleistungen, um die ihnen für das Geldparken von der EZB auferlegten Strafzinsen zu kompensieren. Negative Zinsen für Sparer werden die Institute auf breiter Front wohl so lange wie möglich vermeiden.

Wollen Sparer wenigstens die besten Konditionen am Markt abgreifen, bleibt ihnen das sogenannte Zinshopping nicht erspart. Was mühsam ist und oft dennoch nicht von Erfolg gekrönt ist. Denn wie das unabhängige Vergleichsportal Verivox recherchiert hat, werden bei inzwischen 374 Banken 0,00 Prozent - also keine - Zinsen für das angebotene Tagesgeldkonto gezahlt. Dafür hat Verivox tagesaktuell die Angebote von mehr als 800 Banken bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro ausgewertet.

Der Durchschnittszins für alle Institute und Angebote liegt bei 0,04 Prozent. Wer also 10.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto parkt, erhält dann nach einem Jahr 4 Euro Zinsen. Aber es gibt auch Tagesgeldangebote mit etwas attraktiverer Verzinsung – die Top-Bank bietet 0,8 Prozent (HSH Nordbank). Auf 10.000 Euro Anlagesumme erhalten Sparer hier immerhin 80 Euro Zinseinnahmen.

Saure-Gurken-Zeit für Sparer

Bei einer Inflation von zuletzt 1,4 Prozent (Februar 2018) verliert das Geld auf dem Tagesgeldkonto aber an Kaufkraft. Hier sollte deshalb nur so viel Geld geparkt sein, dass sich damit bei Bedarf unerwartete Ausgaben wie eine teure Reparatur an Haus oder Auto finanzieren lassen. Ihre übrigen Rücklagen stecken Sparer am besten in eine Geldanlage, die höhere Renditen verspricht – zum Beispiel in einen Mix aus Festgeldanlagen und Aktien.

Denn mit Festgeld allein ist nicht viel zu holen. Eine 2-jährige Anlage wirft mit durchschnittlich 0,22 Prozent ebenfalls kaum Zinsen ab. Die besten 2-jährigen Festgelder (unter anderem J&T Banka aus Tschechien) gleichen mit einem Zinssatz von 1,3 Prozent immerhin fast die Inflationsrate aus. Anleger streichen bei Top-Anbietern 218 Euro mehr Zinsen ein als bei durchschnittlich verzinsten Festgeldern mit 2-jähriger Laufzeit.

Über das anhaltende Zinstief freuen dürfen sich die Ratenkreditnehmer. Ein 10.000-Euro-Darlehen mit 36 Monaten Laufzeit vergeben Banken im Schnitt zum historisch niedrigen 2/3-Zins von 4,81 Prozent. Der 2/3-Zins ist eine Pflichtangabe der Banken. Sie bedeutet, dass zwei Drittel aller Kunden diesen oder einen besseren Zins erhalten.

Auch hier lohnt sich der Anbietervergleich. Denn die günstigsten Banken sind noch einmal fast 40 Prozent günstiger. Verglichen mit dem Durchschnittszins sparen Kreditnehmer hier 292 Euro Zinskosten.

Hier die besten Tagesgeldkonten finden

Quelle: n-tv.de, awi

Mehr zum Thema