Ratgeber

Keine Zinsen fürs Geld Über 400 Mal 0,00 Prozent

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Immerhin bleiben Bankkunden Negativzinsen bisher auf breiter Front erspart.

(Foto: imago/Westend61)

Wer für sein Erspartes versucht, ein wenig Zinsen zu ergattern, hat es schwer. Zumindest, wenn der Zaster auf Tages- oder Festgeldkonten gebunkert wird. Dann reichen die Erträge meist noch nicht mal, um die Inflation auszugleichen. Ein paar Hundert Geldinstitute bieten gar keine Zinsen.

Die Zinswende ist auf unbestimmte Zeit verschoben. Zumindest für das laufende Jahr haben die Währungshüter von der Europäische Zentralbank (EZB) höhere Zinsen ausgeschlossen. Das hat Folgen für Sparer. Ob Fest- oder Tagesgeld, viel ist mit dem Ersparten nicht mehr zu holen, wenn überhaupt. Stattdessen verlangen die Geldinstitute zunehmend Gebühren für ihre Dienstleistungen, um die ihnen für das Geldparken von der EZB auferlegten Strafzinsen zu kompensieren. Negative Zinsen für Sparer werden die Institute auf breiter Front wohl so lange wie möglich vermeiden.

Wollen Sparer wenigstens die besten Konditionen am Markt abgreifen, bleibt ihnen das sogenannte Zinshopping nicht erspart. Das ist mühsam und oft dennoch nicht von Erfolg gekrönt. Denn wie das unabhängige Vergleichsportal Verivox recherchiert hat, werden bei inzwischen 418 Banken 0,00 Prozent - also keine - Zinsen für das angebotene Tagesgeldkonto gezahlt. Dafür hat Verivox tagesaktuell die Angebote von mehr als 800 Banken bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro ausgewertet.

Der Durchschnittszins für alle Institute und Angebote liegt bei 0,06 Prozent. Wer also 10.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto parkt, erhält dann nach einem Jahr 6 Euro Zinsen. Viele der Angebote sind nur regional verfügbar.

Aber es gibt auch Tagesgeldangebote mit etwas attraktiverer Verzinsung - die Top-Bank bietet 0,86 Prozent (mymoneybank). Auf 10.000 Euro Anlagesumme erhalten Sparer hier immerhin 86,40 Euro Zinseinnahmen (Stand 16. April 2019).

Saure-Gurken-Zeit für Sparer

Bei einer Inflation von zuletzt 1,3 Prozent (März 2019) verliert das Geld auf dem Tagesgeldkonto an Kaufkraft. Hier sollte deshalb nur so viel Geld geparkt sein, dass sich damit bei Bedarf unerwartete Ausgaben wie eine teure Reparatur an Haus oder Auto finanzieren lassen. Ihre übrigen Rücklagen stecken Sparer am besten in eine Geldanlage, die höhere Renditen verspricht - zum Beispiel in einen Mix aus Festgeldanlagen und Aktien.

Denn mit Festgeld allein ist nicht viel zu holen. Eine 2-jährige Anlage wirft mit durchschnittlich 0,27 Prozent ebenfalls kaum Zinsen ab. Die besten 2-jährigen Festgelder (unter anderem Rietumu Banka aus Lettland) weisen mit einem Zinssatz von bis zu 1,45 Prozent sogar eine leicht positive Realrendite auf. (Stand 16. April 2019).

Über das anhaltende Zinstief freuen dürfen sich die Ratenkreditnehmer. Ein 10.000-Euro-Darlehen mit 4-jähriger Laufzeit liegt laut Verivox-Analyse von rund 300 kreditgebenden Banken aktuell bei 4,70 Prozent. Im Schnitt zahlen Kreditnehmer für ein solches Darlehen heute 356 Euro weniger als noch vor fünf Jahren.

Auch hier lohnt sich der Anbietervergleich. Bei den günstigsten Banken erhalten zwei Drittel aller Kunden das Darlehen zu einem Effektivzins von 2,92 Prozent oder besser. Hier sparen Verbraucher noch einmal 368 Euro im Vergleich zu einem durchschnittlich verzinsten Darlehen.

Hier die besten Tagesgeldkonten finden

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Quelle: n-tv.de, awi

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