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Laut Recherchen von biallo.de verlangen bereits 17 Banken und Sparkassen Negativzinsen von Privatkunden.
Laut Recherchen von biallo.de verlangen bereits 17 Banken und Sparkassen Negativzinsen von Privatkunden.(Foto: imago/Joko)
Freitag, 14. September 2018

Für Guthaben auf dem Girokonto : Volksbank dementiert Strafzinsen

Wohlhabende Kunde werden zunehmend zur Kasse gebeten. Und dies allein dafür, dass sie etwas mehr Geld als üblich bei der Bank lagern. Nun soll ein weiteres Geldinstitut Negativzinsen für allzu hohe Guthaben auf dem Giro erheben. Doch die Bank widerspricht.

Die Volksbank Lübbecker Land dementiert, dass sie ab dem 15.09. Strafzinsen für Guthaben von wohlhabenden Privatkunden erhebt.

Zuvor hatte das Finanzportals biallo.de berichtet, dass Guthaben von Kunden der Volksbank Lübbecker Land mit Negativzinsen belastet würden. Zumindest dann, wenn diese ein Guthaben ab 100.000 Euro auf dem Girokonto oder 200.000 Euro auf dem Geschäftskonto vorwiesen. In diesem Fall würden dann 0,4 Prozent Negativzinsen pro Jahr fällig. Begründet werde der Schritt auch hier mit der "derzeitigen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, die für uns defizitäre Folgen hat", wie es in einem Kundenanschreiben, das der Redaktion von biallo.de vorliegt, heißt.

Der Vorstand der Volksbank äußerte sich auf die entsprechende Nachfrage dahingehend, dass der "von Kundenseite geschilderte Fall eine Ausnahme darstellt". Auf eine Anfrage von n-tv.de hin dementierte die Volksbank allerdings die Berichterstattung und spricht von einem Einzelfall eines Geschäftskunden. In Ihrer Antwort heißt es unter anderem:

  • Die Volksbank Lübbecker Land eG erhebt keine Negativzinsen bei Privatkunden.
  • Die Einführung von Negativzinsen mit Wirkung vom 15. September 2018 war nie vorgesehen.
  • Möglich sind Negativzinsen bei Geschäftskunden, sofern ein Mindestguthaben von 1 Mio. EUR vorliegt.
  • Davon sind einige wenige Einzelfälle betroffen.

So oder so, gerade erst hatte die Hamburger Sparkasse auf Kundeneinlagen ab 500.000 Euro auf Girokonto und Tagesgeld einen Strafzins von 0,40 Prozent eingeführt. Gerechtfertigt wurde dies mit der EZB-Politik. Genauer: Die Maßnahme stellt den Versuch dar, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) die von den Geldinstituten erhobenen Strafzinsen für das Geldparken an die Kundschaft weiterzureichen. 

Grundsätzlich dürfte die Erhebung eines Strafzinses in einigen Fällen problematisch sein. Denn erst kürzlich hatte das Landgericht Tübingen entschieden, dass ein gebührenpflichtiges Girokonto nicht auch noch mit Negativzinsen belastet werden darf (Az.: 4 O 225/17). Zuvor hatte das Gericht bereits in einem anderen Urteil ebenfalls der Volksbank Reutlingen untersagt, Negativzinsen nachträglich für bereits bestehende Tages- oder Festgeldkonten zu erheben (Az.: 4 O 187/17).   

Laut Recherche des Finanzportals verlangen bereits 17 Banken und Sparkassen Negativzinsen von Privatkunden. Bei institutionellen Kunden sind es bundesweit 37 Geldinstitute.

Um etwaige Auseinandersetzungen zu vermeiden, bleibt vermögenden Kunden nur, ihr Geld auf verschiedene Anbieter zu verteilen. Strafzinsen auf kleinere Vermögen werden derzeit von Experten nicht erwartet.

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Quelle: n-tv.de