Ratgeber

Nicht immer am nächsten Morgen Wann kommt die Überweisung an?

Die Firma überweist das Gehalt am 29. des Monats, doch am Morgen des 30. ist es noch nicht auf dem Konto. Wieso eigentlich nicht? Und bis wann muss es da sein?

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Auch beim Onlinebanking werden Überweisungen nicht automatisch am gleichen Tag ausgeführt.

(Foto: imago/Christian Ohde)

Die Rente wird am letzten Werktag eines Monats überwiesen, Geld vom Jobcenter sollte bis zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Konto sein. Und auch Arbeitgeber haben üblicherweise feste Termine für die Gehaltsüberweisungen. Wer am Stichtag morgens auf sein Girokonto guckt, wird aber möglicherweise irritiert feststellen, dass das Geld noch gar nicht da ist. Erst ein paar Stunden später erscheint die Buchung in der Übersicht. Wie kann das sein?

Seit 2012 gibt es für Überweisungen strenge Regeln. Zahlungen müssen innerhalb eines Geschäftstages bei der Empfängerbank sein. Das gilt zumindest beim Onlinebanking oder am SB-Terminal. Wird der Überweisungsträger per Hand ausgefüllt, hat die Bank einen Tag länger Zeit. Durch die Fristen soll verhindert werden, dass Banken Zinsgewinne einstreichen, die eigentlich ihren Kunden zustehen.

"Innerhalb eines Geschäftstages" bedeutet aber nicht, dass die Zahlung, die am Donnerstag um 23:59 Uhr aufgegeben wird, am Freitag um 00:01 auf dem Empfängerkonto erscheint. Im BGB heißt es dazu unter dem Stichpunkt "Ausführungsfrist für Zahlungsvorgänge", dass der Betrag "spätestens am Ende des auf den Zugangszeitpunkt des Zahlungsauftrags folgenden Geschäftstags" eingehen muss. Buchungen werden also nicht automatisch um Mitternacht oder am frühen Morgen gutgeschrieben.

Auch online gibt es Feierabend

Im Beispiel kann es sogar bis zum folgenden Montag dauern, bis der Empfänger das Geld auf dem Konto hat. Dazu muss man sich anschauen, wie Banken arbeiten. Am kompliziertesten ist das Vorgehen natürlich bei Papierüberweisungen. Sie werden zunächst eingescannt, einige Banken haben auch SB-Terminals, an denen die Kunden diesen Schritt übernehmen können. Die so erzeugten Bilddateien werden maschinell ausgelesen und elektronisch weiterverarbeitet. Werden Daten nicht erkannt, müssen Bankmitarbeiter die Fehlbelege korrigieren. Das alles dauert eine Weile, klar.

Beim Online-Banking geben Kunden die Datensätze selbst ins System ein, der ganze Prozess läuft ab, ohne dass ein Bankmitarbeiter einen Finger krumm machen müsste. Das heißt aber nicht, dass eingegebene Überweisungen sofort ausgeführt werden. Bei vielen Banken werden die Buchungen im Tagesverlauf gesammelt und dann zu einem oder mehreren festgelegten Zeitpunkten vom Rechenzentrum disponiert. Das ist der sogenannte Buchungsschnitt.

Nun ist es nicht so, dass jede Überweisung einzeln an die jeweilige Bank weitergeleitet wird. Stattdessen schickt das Rechenzentrum die gesammelten Überweisungen an eine Clearingstelle. Dort werden die Überweisungen der verschiedenen Banken gesammelt und gegengerechnet. Wenn die Kunden der A-Bank beispielsweise 100 Millionen Euro an fremde Banken überweisen, gleichzeitig aber selbst 80 Millionen Euro erhalten, muss die A-Bank nur 20 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Und dieses Geld wird dann am frühen Morgen von der Clearingstelle an die Empfängerbanken weitergeleitet.

Empfängerbank darf nicht trödeln

Die Bank des Empfängers muss das Geld nun noch auf dessen Konto buchen. Und zwar so, dass die gesetzliche Überweisungsfrist eingehalten wird. Kommt das Geld von der Clearingstelle am frühen Freitagmorgen an, muss es also im Laufe des Tages auf dem Konto landen. Das kann dann schon zum ersten Buchungsschnitt des Tages passieren, womöglich aber auch erst im Tagesverlauf. Entscheidend ist, dass das Geld zum Ende des Geschäftstags auf dem Konto erscheint.

Die Buchungsschnitte sind bei den Banken unterschiedlich geregelt. Bei manchen ist schon um 14 Uhr virtueller Feierabend, bei anderen erst um 19:30 Uhr. Überweisungen, die nach dem letzten Buchungsschnitt eingehen, werden auf jeden Fall erst am nächsten Geschäftstag verarbeitet. Und weil Samstag und Sonntag keine Bankarbeitstage sind, kann es sein, dass Geld, das am Donnerstagabend auf den Weg geschickt wurde, erst am Montag ankommt.

Anders sieht es übrigens bei bankinternen Überweisungen aus. Sind Absender und Empfänger bei derselben Bank, wird die Überweisung in der Regel sofort ausgeführt. Doch auch wenn die Zahlung schon auf dem virtuellen Kontoauszug erscheint, heißt das nicht zwingend, dass das Geld schon verfügbar ist. Das ist erst zum Zeitpunkt der Wertstellung der Fall. Und die kann auch erst am nächsten Tag erfolgen.

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Quelle: ntv.de

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