Ratgeber

Knitterfrei ins neue Jahr Was taugen Antifaltencremes?

Nahezu jeder möchte lange leben, aber niemand möchte alt werden. Falten sind ein sichtbares Zeichen der fortgeschrittenen Lebensdauer - kein Wunder, dass sie mit größtem Einsatz bekämpft werden. Warentest schmiert sich entsprechende Cremes ins Gesicht.

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Zu viel versprochen. Stiftung Warentest hat den Antifaltencremetest gemacht.

(Foto: imago/Westend61)

Spätestens mit Anfang 40 sind sie da, die ersten Fältchen. Und nicht wenige Betroffene starten nun einen erbarmungslosen Feldzug gegen die sichtbaren Zeichen des Älterwerdens. Von jetzt an wird geschmiert und gespachtelt, was das Zeug hält. Und die Industrie befeuert diesen Kampf mit zum Teil vollmundigen Versprechen wie "Feine Linien werden sichtbar gemindert" oder "Nach vier Wochen werden Falten sichtbar gemildert". Das macht Mut und beschert zugleich den Herstellern Milliardenumsätze. 

Grund genug für die Stiftung Warentest, genauer hinzuschauen und neun Gesichtscremes gegen Falten zu untersuchen. Dabei reichen die Preise für die getesteten Produkte von 2,45 Euro bis 87 Euro. Das Ergebnis ist ernüchternd. Alle Cremes halten nicht, was sie versprechen. Konsequenterweise werden auch alle von den Testern mit der Note "mangelhaft" bewertet. Was neben der enttäuschten Hoffnung der Anwenderinnen auch in finanzieller Hinsicht bei einigen Produkten ein herbes Ergebnis ist. 

Dabei klingen die verwendeten Stoffe und die damit einhergehenden Versprechen so wirkungsvoll. Und laut einer Umfrage der Stiftung glauben die Nutzerinnen auch tatsächlich an einen sichtbaren Erfolg der Produkte.

Da die meisten Hersteller mit einer sichtbaren Wirksamkeit ihrer Cremes nach nur vier Wochen werben, haben die Tester 270 Frauen sich so lange morgens und abends mit den Mitteln eine Gesichtshälfte eincremen lassen. Auf die andere Seite kam eine gute Feuchtigkeitscreme. Vor und nach der vierwöchigen Anwendung wurden Ausschnitte der Augenpartie fotografiert und im Anschluss verglichen.

Coenzym Q10, Pro-Retinol A oder Vitamin E?

Leider blieben Haut und Aufnahmen ohne sichtbare Veränderungen. In einigen Fällen nahm die Ausprägung der Falten sogar noch zu. Die teuerste Creme im Test, der "Advanced Time Zone" des US-Herstellers Estée Lauder, schaffte es nicht einmal, ihr Versprechen einzuhalten, die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen. Von einer Faltenreduktion ganz zu schweigen. Das gelang auch der bei allen Testpersonen verwendete Feuchtigkeitscreme nicht. 

Warum die verwendeten Stoffe wie Coenzym Q10, Pro-Retinol A oder Vitamin E in den Cremes nicht wirken, wo die Wirksamkeit der einzelnen Stoffe doch in Studien belegt sein soll, ist nicht eindeutig zu beantworten. Es könnte an der zu niedrigen Konzentration in den Produkten liegen, mutmaßt die Stiftung und versucht gleichzeitig Mut zu machen. Denn aufhalten lässt sich das Altern (noch) nicht - nur gestalten. 

Bis dahin sollten Betroffene vielleicht besser die Finger von den getesteten und für "mangelhaft" befundenen Produkten lassen. Die da namentlich sind: Diadermine "Lift+Elastin Ultra-straffende Anti Falten Tagescreme", "Advanced Time Zone" von Estée Lauder, Lancaster "Suractif Fill & Perfect Anti Falten Tagescreme", Lavera "Straffende Tagespflege Anti-Falten Pflege", L'Oréal "Revitalift Gesichtspflege Tag Anti Falten + Extra Straffheit", Müller/Cadeavera "CV Vital 35+ Anti-Falten Q10 Tagespflege", Nivea "Q10 plus Anti-Falten-Tagespflege LSF 15", Olaz "Anti-Falten Lift straffende Tagespflege LSF 15" und Vichy "Liftactiv Supreme langanhaltende Anti-Falten & Straffheitspflege". 

Quelle: ntv.de, awi