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Ehrlichmachen verpennt Wenn das Finanzamt eine Mahnung schickt

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Nicht immer werden die guten Vorsätze auch eingehalten.

(Foto: imago/McPHOTO)

Zurückhaltend formuliert kann wohl festgestellt werden, dass sich die Wenigsten um die Steuererklärung reißen. Was aber egal ist, wenn man dazu verpflichtet ist. Wer die Frist versäumt, dem droht Ungemach. Mit etwas gutem Willen lässt sich das Schlimmste meist aber abwenden.

Gleich zu Beginn die schlechte Nachricht: Die Frist für die Abgabe der Einkommensteuererklärung für das Jahr 2017 ist in vielen Fällen verstrichen. Denn diese endete am 31.05. dieses Jahres. Zumindest dann, wenn der Bürger überhaupt zur Abgabe verpflichtet war. Denn die ist für viele steuerzahlende Bürger keine Pflicht, sondern freiwillig. 

Wer sich von einem Profi helfen lässt (beispielsweise einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein) hat bis zum 31. Dezember Zeit. Bleiben wir beim ersten Fall. Wer also in der Pflicht ist, aber zu spät dran, der muss jetzt mit Post vom Finanzamt in Form einer Mahnung rechnen. Es sei denn, er hat zuvor eine Fristverlängerung mit dem Fiskus ausgehandelt.

Trödeln kann ziemlich teuer werden 

Doch abgesehen davon gibt es auch gute Nachrichten: "Verspätungszuschläge für die Steuererklärung 2017 werden nicht zwangsläufig fällig", sagt Bernd Werner, Vorstand der Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer e. V. Lohnsteuerhilfeverein, mit Sitz in Gladbeck. 2018 hat das Finanzamt noch einmal einen größeren Ermessensspielraum. Zu Beginn des nächsten Jahres greift allerdings auch bei den Verspätungszuschlägen das Steuer-Modernisierungsgesetz. Die "Spielräume" werden enger. Wer schon einmal mit seiner Steuererklärung getrödelt hat, und nun die Steuererklärung 2018 zu spät abgibt, der kann sich auf einen Verspätungszuschlag gefasst machen.

Zudem erklärt Werner, dass, wenn das Finanzamt bereits schriftlich dazu aufgefordert hat, eine Steuererklärung abzugeben, man dieser Aufforderung Folge leisten muss. Auch dann, wenn man eigentlich gar nicht veranlagt werden muss, also nicht verpflichtet ist, eine Erklärung einzureichen. Die in dem Mahnschreiben festgesetzte neue Frist sollte dann auch eingehalten werden. Denn wer auch diese Frist verstreichen lässt, der kann in aller Regel nicht mehr damit rechnen, dass das Finanzamt den Ermessensspielraum zu seinen Gunsten auslegt.

Aktuell kann die Behörde den Verspätungszuschlag auf bis zu 10 Prozent der festgesetzten Steuer festlegen. Ab 2019 wird der Verspätungszuschlag wie folgt berechnet: Für jeden angefangenen Verspätungsmonat sind 0,25 Prozent von dem vom Finanzamt festgesetzten Steuerbetrag abzüglich der Vorauszahlungen und der anzurechnenden Steuerabzugsbeträge fällig. Der Zuschlag liegt aber bei mindestens 25 Euro für jeden Monat der Verspätung. Insgesamt darf der Verspätungszuschlag 25.000 Euro nicht übersteigen.

Zuspätkommer sollten also handeln. Ein wenig tröstlich mag es da sein, dass die Erklärung für das Steuerjahr 2018 dann auch erst bis zum 31. Juli 2019 eingereicht werden muss. 

Quelle: n-tv.de, awi

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