Ratgeber

Neuer Vertrag statt Treue-Geschenk Wenn der Mobilfunkanbieter anruft

Unerlaubte Werbeanrufe sollten man schnell beenden. Und man kann bei der Bundesnetzagentur eine Beschwerde einreichen. Foto: Jens Kalaene

Unerlaubte Werbeanrufe sollten man schnell beenden. Und man kann bei der Bundesnetzagentur eine Beschwerde einreichen.

(Foto: dpa)

An einem geschenkten Gaul ist meistens etwas faul. So kurz lässt sich die Einschätzung von Verbraucherschützern zusammenfassen, wenn Mobilfunkanbieter sich telefonisch bei ihren Kunden melden, um ihnen neue Angebote, Geschenke oder Rabatte zu offerieren.

Das Telefon klingelt. Der Mobilfunkanbieter ist am Apparat. Und hat gute Nachrichten. Meist in Form von einem verbesserten Angebot für den laufenden Vertrag , Treueprämien - oft in Verbindung einer Vertragsänderung oder sonstigen Rabattaktionen.  Denn laut der Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) wird mit derartigen Offerten oftmals versucht, dem Kunden zusätzliche Verträge, teurere Tarife oder andere kostenpflichtige Serviceleistungen als vermeintliche Angebote unterterzuschieben. 

Die vzhh schildert folgenden Fall: Frau T. aus Hamburg wundert sich, dass ihr Mobilfunkanbieter seit einiger Zeit zweimal monatlich Geld von ihrem Konto abbuchte. Auf Nachfrage erfuhr sie von einem zusätzlichen Vertrag auf ihren Namen. An einen Vertragsschluss konnte Frau T. sich aber gar nicht erinnern. Schließlich fiel ihr ein, dass ihr am Telefon aufgrund ihrer langjährigen Treue ein Rabatt von monatlich fünf Euro angeboten worden war. Dass dieser Rabatt jedoch an den Abschluss eines weiteren Mobilfunkvertrags gekoppelt war, hatte sie so nicht verstanden.

Die Verbraucherschützer raten denn auch zum konsequenten Nein-Sagen.  Kunden sollten telefonische Angebote von ihrem Mobilfunkunternehmen ausschlagen. Wichtig ist es, sich auf telefonische Verhandlungen mit dem Mobilfunk- oder auch Festnetzanbieter gar nicht erst einzulassen. Angerufenen sollten sich auch nicht scheuen, eventuell unhöflich zu erscheinen. Zur Not sollte einfach kommentarlos aufgelegt werden. Denn Professionelle Anbieter sind darin geschult, die Höflichkeit von Verbrauchern auszunutzen. Nicht zuletzt deshalb bewertet das Gesetz Werbeanrufe prinzipiell als „unzumutbare Belästigung“.

Die vzhh empfiehlt, telefonischen Anrufen zu Werbezwecken schon beim Abschluss eines Mobilfunk- oder Festnetzvertrags zu widersprechen.  Denn der Anbieter darf Kunden nur dann zu Werbezwecken anrufen, wenn diese ihm dies vorher - ausdrücklich - erlaubt haben. Ausdrücklich heißt: Eine Erlaubnis im Kleingedruckten Ihres Mobilfunkvertrags (AGB) genügt nicht. Sollte dennoch eine wirksame Erlaubnis erteilt worden sein, kann diese jederzeit widerrufen werden.

Quelle: n-tv.de, awi