Fußball

BTSV geht unter, Union patzt Hannover und VfB Stuttgart so gut wie durch

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Der direkte Aufstieg steht kurz bevor: Hannovers Fußballer.

(Foto: imago/Nordphoto)

Die Fußballer von Hannover 96 schlagen Stuttgart und stehen vor dem Aufstieg in die Bundesliga. Aber auch der VfB kann erstklassig planen. Im Keller gelingt Düsseldorf ein Auswärtssieg. Die Arminia spielt sich in einen Rausch, für den TSV 1860 wird es eng.

Hannover 96 - VfB Stuttgart 1:0 (1:0)

Zweitliga-Spitzenreiter VfB Stuttgart hat den ersten Matchball zur Rückkehr in die Fußball-Bundesliga vergeben. Die Schwaben mussten sich im Topspiel der zweiten Liga bei Hannover 96 mit 0:1 (0:1) geschlagen geben, die Niedersachsen schlossen mit ihrem zehnten Spiel in Folge ohne Niederlage nach Punkten zum Tabellenführer auf. Aufgrund der überraschend deutlichen Niederlage des bisherigen Tabellenzweiten Eintracht Braunschweig in Bielefeld sind die Aufstiegschancen der Schwaben aufgrund der jetzt deutlich besseren Tordifferenz gegenüber Braunschweig riesig. Mit einem Punkt gegen die Würzburger Kickers am letzten Spieltag wäre der Aufstieg perfekt. Hannover genügt zur Bundesliga-Rückkehr ein Unentschieden in Sandhausen. Dabei wird Salif Sane nach seiner Roten Karte (87./Notbremse) aber fehlen. Vor 49.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena am Maschsee gelang Felix Klaus der Treffer des Tages. Der Mittelfeldspieler war in der 40. Minute mit einem verdeckten Flachschuss erfolgreich. Der Ball prallte vom Innenpfosten ins Tor, unhaltbar für VfB-Torhüter Mitch Langerak.

Arminia Bielefeld - Eintracht Braunschweig 6:0 (2:0)

Eintracht Braunschweig hat im Kampf um den Aufstieg eine herbe Niederlage kassiert. Das Team von Trainer Torsten Lieberknecht verlor nach desolater Leistung mit 0:6 (0:2) bei Abstiegskandidat Arminia Bielefeld und rutschte auf den dritten Tabellenplatz ab. Der direkte Aufstieg ist für den Traditionsklub aus eigener Kraft damit nicht mehr zu schaffen. Ein Eigentor von Jan Hochscheidt (13.), Julian Börner (24.), Reinhold Yabo mit einem Dreierpack (65./67./76.) und Keanu Staude (71.) schockten die behäbige Eintracht, die zuvor drei Siege in Serie eingefahren hatte. Bielefeld klettert nach der Energieleistung vor 24.138 Zuschauern auf den Relegationsrang und darf sich nach dem völlig verdienten Sieg wieder berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen.

1. FC Nürnberg - Fortuna Düsseldorf 2:2 (1:1)

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Fortunen im Glück: Lukas Schmitz und Jerome Kiesewetter.

(Foto: imago/Zink)

Fortuna Düsseldorf ist so gut wie gerettet. Das Team von Trainer Friedhelm Funkel kam in einer wahren Wasserschlacht beim 1. FC Nürnberg beim 3:2 (1:1) zum ersten Sieg nach sieben Spielen. Um ganz sicher nicht abzusteigen, braucht die Fortuna aber im letzten Spiel gegen das ebenfalls noch gefährdete Aue einen Punkt. Zunächst jubelten die Clubberer, als Abdelhamid Sabiri (13.) seinen fünften Saisontreffer erzielte. Jerome Kiesewetter (27.) schloss einen Konter zum Ausgleich ab. Kurios war Düsseldorfs 2:1 durch Rouwen Hennings (70.), als die Fortuna davon profitierte, dass ein Pass von Lukas Mühl in einer Pfütze hängenblieb. Doch Kevin Möhwald (75.) schlug für den FCN zurück, ehe Alexander Madlung die späte Entscheidung erzwang: Seinen Kopfball lenkte Sabiri (88.) ins eigene Tor. Vor 30.279 Zuschauern im Frankenstadion, das ab der kommenden Saison nach Club-Idol Max Morlock benannt sein wird, lieferten sich beide Mannschaft im strömenden Regen ein Kampfspiel. Nürnberg bestimmte anfangs das Geschehen, doch Düsseldorf gab nicht auf.

Würzburger Kickers - SV Sandhausen 0:1 (0:1)

Aufsteiger Würzburger Kickers hat im Kampf um den Klassenerhalt einen ganz bitteren Rückschlag erlitten. Das in der Rückrunde weiter sieglose Team von Trainer Bernd Hollerbach verlor gegen den SV Sandhausen 0:1 (0:1) und rutschte mit 34 Punkten vom Relegationsplatz auf den 17. Tabellenrang ab. Korbinian Vollmann (20.) sicherte Sandhausen (41 Punkte) mit seinem frühen Siegtreffer den Klassenverbleib. Würzburg droht bei zwei Punkten Rückstand auf dem Tabellen-16. die direkte Rückkehr in Liga drei - denn zum Saisonfinale müssen die Kickers bei Spitzenreiter VfB Stuttgart antreten. 11.571 Zuschauer sahen eine kampfbetonte, aber chancenarme erste Hälfte. Nach dem frühen Rückstand reagierte Kickers-Coach Hollerbach bereits und brachte mit der Einwechslung von Valdet Rama für Patrick Weihrauch offensive Verstärkung (36.). Die Gäste agierten mit der Führung im Rücken aber aufmerksam in der Defensive. Nach der Pause verstärkten die Kickers noch weiter ihre Angriffsbemühungen, echte Torgefahr entwickelten die Hausherren jedoch allenfalls nach Standardsituationen. So köpfte Tobias Schröck (59.) nach einer Ecke von Nejmeddin Daghfous an den linken Pfosten.

Erzgebirge Aue - 1. FC Kaiserslautern 1:0 (0:0)

Erzgebirge Aue hat einen Riesenschritt Richtung Klassenerhalt gemacht. Die Veilchen setzten sich im Abstiegsduell gegen den 1. FC Kaiserslautern mit 1:0 (0:0) durch und können nur noch theoretisch auf den Relegationsrang 16 zurückfallen. Den Siegtreffer erzielte Mario Kvesic (59.). Aue reicht im letzten Saisonspiel kommende Woche in Düsseldorf ein Punkt, um sich zu retten. Doch selbst im Falle einer Niederlage stehen die Chancen auf ein weiteres Jahr 2. Liga für den Aufsteiger gut. Kaiserslautern muss dagegen zum Saisonabschluss vor heimischen Fans gegen den 1. FC Nürnberg nochmal um den Klassenerhalt zittern. Vor 10.000 Zuschauern war beiden Teams die enorme Bedeutung der Partie deutlich anzumerken. Weder Aue noch Lautern ging ein höheres Risiko ein, das Spiel fand fast ausschließlich zwischen den Strafräumen statt, wo sich beide Mannschaften weitgehend neutralisierten. Nach dem Rückstand erhöhte Lautern den Druck, blieb aber weitestgehend ungefährlich.

TSV 1860 München - VfL Bochum 1:2 (1:1)

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Nicht amüsiert: Vitor Pereira.

(Foto: imago/DeFodi)

Der TSV 1860 München muss bis zuletzt um den Klassenerhalt zittern. Die Löwen, die sich seit 1993 in einer der beiden höchsten deutschen Spielklassen halten, unterlagen dem VfL Bochum mit 1:2 (1:1) und rutschten auf Relegationsplatz 16. Die abschließende Begegnung beim 1. FC Heidenheim wird für 1860 damit zum Endspiel. Der langjährige Sechziger Peniel Mlapa brachte den VfL gegen zunächst wie gelähmt spielende Gastgeber in Führung (31.), Torhüter Stefan Ortega sah dabei nicht gut aus. Abdoulaye Ba besorgte nach einer Flanke von Michael Liendl per Kopf den Ausgleich (34.). Doch Tom Weilandt (80.) schockte die Löwen spät. Vor 40.300 Zuschauern in der Allianz Arena lief bei 1860 lange gar nichts zusammen. Trainer Vitor Pereira, der gegen Bochums letztes Aufgebot auf Ohis Uduokhai (muskuläre Probleme) verzichten musste, schimpfte und gestikulierte entsprechend viel. In der zweiten Halbzeit unterband Sechzig zumindest die Bochumer Gegenstöße besser, offensiv lief aber weiter viel zu wenig zusammen.

FC St. Pauli - SpVgg Greuther Fürth 1:1 (0:1)

Der FC St. Pauli hat seine gute Form in der Rückrunde auch nach dem gesicherten Klassenerhalt nicht verloren. Die Mannschaft von Trainer Ewald Lienen erkämpfte sich nach einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit zu Hause noch ein 1:1 (0:1) gegen Greuther Fürth und ist damit seit sieben Spielen ungeschlagen. Vor 29.546 Zuschauern im ausverkauften Millerntor-Stadion brachte Robert Zulj die Franken per Kopf (38.) zunächst in Führung, Lasse Sobiech (70.) sorgte ebenfalls mit einem Kopfball für den Ausgleich der Hamburger. Die Kiezkickern ließen aber über weite Strecken bei sommerlichen Temperaturen das Tempo vermissen, das sie zuvor zu fünf Siegen in Serie getragen hatte. St. Pauli reist am letzten Spieltag zum VfL Bochum, Fürth beendet die Saison mit einem Heimspiel gegen Union Berlin.

1. FC Union Berlin - 1. FC Heidenheim 0:1 (0:0)

Union Berlin hat sich einen Spieltag vor Saisonschluss endgültig aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet. Die Eisernen verloren ihr letztes Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim nach einer blutleeren Vorstellung mit 0:1 (0:0) und verspielten damit auch ihre letzte Chance auf Relegationsplatz drei. Dabei hatte Konkurrent Eintracht Braunschweig bei Arminia Bielefeld klar gepatzt und Union nochmal die Tür zur Bundesliga geöffnet. Union wird die Saison auf Rang vier beenden, das ist die beste Zweitliga-Platzierung der Vereinsgeschichte. Doch das dürfte die Fans nach dem enttäuschenden letzten Auftritt im Stadion an der Alten Försterei vor 21.700 Zuschauern erstmal nicht trösten. Den Siegtreffer für Heidenheim erzielte Sebastian Griesbeck (82.).

Karlsruher SC - Dynamo Dresden 3:4 (1:3)

Leere Ränge, keine Punkte: Absteiger Karlsruher SC hat in seinem vorerst letzten Zweitligaheimspiel einen Erfolg verpasst. Die Partie gegen Dynamo Dresden, die wegen des Fehlverhaltens einiger KSC-Anhänger nur vor wenigen Zuschauern ausgetragen wurde, verloren die Badener mit 3:4 (1:3). Nach der Führung der Gastgeber durch Oskar Zawada (7.) parierte KSC-Keeper Dirk Orlishausen den Elfmeter des zuvor gefoulten Stefan Kutschke, die folgende Ecke verwertete Jannik Müller (12.) zum Ausgleich. Den zweiten Strafstoß, ebenfalls nach einem Foul gegeben, verwandelte Dresdens Akaki Gogia (35.) hingegen sicher. Der Georgier erhöhte zudem noch vor der Pause (37.). Jannik Müller (80.) erhöhte zunächst auf 4:1, Oskar Zawada (89.) und Gaetan Krebs (90., Handelfmeter) sorgten für den Endstand. Dass die Partie vor 5972 Zuschauern derart viel Spektakel bieten würde, war angesichts der Situationen beider Mannschaften keinesfalls zu erwarten. Die Hoffnungen der Karlsruher auf den Klassenerhalt waren nämlich bereits vor zwei Wochen gestorben. Dresden hatte seine minimalen Chancen auf den Aufstieg durch vier Niederlagen in den zurückliegenden fünf Partien verspielt.

Quelle: n-tv.de, sgi/sid

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