Fußball

So läuft der 32. Spieltag Kovac blendet Mobbing beim FC Bayern aus

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Der Trainer und sein Chef: Niko Kovac und Karl-Heinz Rummenigge.

(Foto: imago/Revierfoto)

Beim FC Bayern "herrscht Druck", sagt Karl-Heinz Rummenigge. Der Vorstandsvorsitzende weigert sich, Trainer Niko Kovac zu versprechen, dass er bleiben darf. Beim BVB wittern sie vor dem 32. Spieltag der Fußball-Bundesliga ihre Chance im Titelkampf.

Was macht der FC Bayern?

Die Münchner legen, die Prognose ist nicht allzu gewagt, an diesem 32. Spieltag der Fußball-Bundesliga gegen den designierten Absteiger Hannover 96 vor. Alles andere als ein klarer Sieg am Samstagnachmittag im Stadion zu Fröttmaning wäre eine sehr große Überraschung. Danach werden die Münchner auf dem Weg zur siebten Meisterschaft hintereinander wieder ein Stück weiter sein und können sich am frühen Abend frisch geduscht anschauen, was die Konkurrenz aus Dortmund in Bremen veranstaltet.

Dominanz des FC Bayern

2017/201821 Punkte vor Schalke
2016/201715 Punkte vor Leipzig
2015/201610 Punkte vor dem BVB
2014/201510 Punkte vor Wolfsb.
2013/201419 Punkte vor dem BVB
2012/201325 Punkte vor dem BVB

Immerhin: Der Titelkampf ist spannender als in den sechs Jahren zuvor, der Vorsprung der Münchner an der Tabellenspitze vor dem BVB beträgt zwei Punkte. Nur zwei Punkte. Das dürfte der Grund sein, warum sie sich in der Chefetage nicht so ganz einig sind, ob sie Niko Kovac auch für eine zweite Saison die Mannschaft anvertrauen wollen. Präsident Uli Hoeneß ist eher dafür, Karl-Heinz Rummenigge eher nicht. Der Vorstandsvorsitzende weigert sich zumindest standhaft, dem Trainer eine Jobgarantie zu geben. Die gebe es beim FC Bayern für niemanden. "Hier herrscht Druck." Am vergangenen Wochenende hatte Rummenigge der "Bild am Sonntag" erzählt, dass er den ehemaligen Mittelfeldspieler Xabi Alonso gerne wieder in München begrüßen würde, offenbar als Trainer. Die "Süddeutsche Zeitung" nannte das "Mobbing unter Besserverdienenden".

Kovac räumte ein, dass er das durchaus mitbekommt. "Ich versuche, das auszublenden, weil es bringt nichts, dass ich mich dort mit Nebensachen beschäftige. Wir müssen letztendlich die Mannschaft vorbereiten auf das, was am Wochenende passiert." Und schließlich habe er doch eine Mannschaft entwickelt, die zwar im Achtelfinale der Champions League gegen den FC Liverpool ausgeschieden, ansonsten aber durchaus erfolgreich ist: "Wir sind Tabellenerster, wir sind im Pokalendspiel. Ich glaube, so schlecht ist das nicht." Ist es auch nicht. Aber vielleicht, gemessen an den Ansprüchen des FC Bayern, nicht gut genug. Unser Tipp: Wer in der kommenden Spielzeit den FC Bayern trainiert, das wissen wir auch nicht. Aber gegen Hannover gibt's ein 4:0.

Greift der BVB noch einmal an?

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"Der Titel ist verspielt" - sagte Lucien Favre am vergangenen Samstag nach der Niederlage gegen Schalke. Da konnte Dortmunds Trainer noch nicht wissen, dass die Bayern in Nürnberg nur unentschieden spielen.

(Foto: imago images / VI Images)

Bei der Dortmunder Borussia haben sie die Trainerfrage, die im Grunde nie eine war, längst geklärt. Lucien Favre bleibt auch ein zweites Jahr. "Wir gehen definitiv mit ihm in die neue Saison, unabhängig davon, ob wir Meister werden oder nicht. Wir sind mit seiner Arbeit extrem zufrieden", sagte Sportdirektor Michael Zorc dem "Kicker". Der bis 2020 laufende Vertrag solle verlängert werden. Apropos Meister werden oder nicht: Es sind wie erwähnt, trotz der Niederlage gegen den FC Schalke 04 am 31. Spieltag, nur zwei Punkte, die der BVB hinter den Bayern auf Platz zwei steht, weil die ihrerseits in Nürnberg nur remisierten.

Jetzt ist der Tabellenrechner gefragt: Nehmen wir mal an, die Münchner gewinnen wie prognostiziert gegen Hannover und den Dortmundern gelingt am Samstag (ab 18.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) ein Sieg beim SV Werder in Bremen, dann bliebe es bei den zwei Punkten und am 33. Spieltag würde es richtig spannend. Während für den BVB ein Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf auf dem Programm steht, spielt der FC Bayern in Leipzig bei der zweitbesten Mannschaft der Rückrunde. Und am letzten Spieltag kommt mit der Frankfurter Eintracht die bisher drittbeste Mannschaft der Rückrunde nach München, die Dortmunder spielen bei der Namenscousine in Mönchengladbach. Geht da noch was für den BVB? "Wir werden den Glauben und die Hoffnung nicht aufgeben, sondern bis zum Schluss alles geben. Das ist Teil unserer DNA", behauptet Lizenzspielerchef Sebastian Kehl. Und Innenverteidiger Manuel Ankanji sagt: "Das Ergebnis von Sonntag gibt uns nochmals Kraft. Bei vielen war in den Köpfen, dass es jetzt vorbei sein könnte. Aber das Unentschieden der Bayern hat uns nochmals Hoffnung gegeben." Tipp: Im Sinne der Spannung setzen wir, Entschuldigung liebe Bremer, auf ein 2:1 der Dortmunder im Weserstadion.

Was ist sonst noch los?

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Forsch: Emil Forsberg und Kollegen.

(Foto: imago images / Karina Hessland)

1. FSV Mainz 05 - RB Leipzig (Freitag, 20.30 Uhr): Theoretisch können die Rasenballsportler noch Meister werden. Aber daran glaubt selbst Trainer Ralf Rangnick nicht. Er sagt: "Wenn wir aber die letzten drei Spiele gewinnen, hätten wir 73 Punkte. Was das am Ende bedeutet, kann keiner sagen." Die Qualifikation für die Champions League haben sie im Sack, da können sie sich ganz auf den FC Bayern konzentrieren. Die Münchner kommen am 33. Spieltag nach Leipzig und sind dann am 25. Mai der Gegner im Pokalfinale. "Wir wollen beide Spiele gewinnen", sagte Spielmacher Emil Forsberg: "Ich glaube, die Bayern sind ein bisschen nervös." Tipp: Ach ja, das Spiel in Mainz. Hm. Seit 13 Ligaspielen ist RB ungeschlagen. Das 14. folgt. Leipzig gewinnt mit 2:0.

Borussia Mönchengladbach - TSG Hoffenheim: Zum Abschied mit Hoffenheim in die Champions League? Trainer Julian Nagelsmann, den es im Sommer nach Leipzig zieht, würde das gefallen. "Das Reizvolle an der Konstellation ist, dass alles offen ist", sagt er vor der Partie in Mönchengladbach, die seine Mannschaft dann auch gewinnen müsste, soll sein Wunsch Wirklichkeit werden. "Die Tür ist noch nicht zu. Unser Ziel ist es, auf die internationalen Plätze zu kommen. Der Wunschtraum ist der vierte Platz." Das Problem für die Hoffenheimer könnte sein, dass die Borussia und ihr Trainer Dieter Hecking, der die Gladbacher nach Saisonende eher unfreiwillig verlässt, ähnliche Ziele haben. Tipp: 2:2.

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Herthaner: Pal Dardai.

(Foto: imago images / Thomas Frey)

Hertha BSC - VfB Stuttgart: Apropos verlassen: Nach dieser Spielzeit ist auch für Pal Dardai Schluss, zumindest als Trainer der Berliner Profis. Aber: "Ich habe keine Abschiedsstimmung und keine Wehmut. Ich bin immer Herthaner." Er habe für den Verein bis zum Schluss immer alles herausgeholt. Sportlich geht es für ihn und seine Mannschaft um nichts mehr. Das können die Stuttgarter nicht behaupten. Ihr Ziel dürfte es sein, sich in den letzten drei Partien zumindest auf Platz 16 zu halten und so die beiden Relegationsspiele gegen den Tabellendritten der zweiten Liga zu erreichen. Interimstrainer Nico Willig sagt: "Das ist ein sehr, sehr wichtiges und schwieriges Spiel für uns. Wir brauchen den Fokus nicht auf den Gegner und seine Situation zu legen, sondern auf uns. Wer der Gegner ist und wie voll das Stadion ist, darf für uns keine Rolle spielen." Tipp: 2:0 für die Stuttgarter.

Abstiegskampf

SC Freiburg: Düsseldorf (H), Hannover 96 (A), Nürnberg (H)

FC Augsburg: Schalke 04 (A), Hertha BSC (H), VfL Wolfsburg (A)

FC Schalke 04: FC Augsburg (H), Leverkusen (A), VfB Stuttgart (H)

VfB Stuttgart: Hertha BSC (A), VfL Wolfsburg (H)., Schalke 04 (A)

1. FC Nürnberg: VfL Wolfsburg (A), Gladbach (H), SC Freiburg (A)

Hannover 96: FC Bayern (A), SC Freiburg (H), Fortuna Düsseldorf (A)

VfL Wolfsburg - 1. FC Nürnberg (alle Samstag, 15.30 Uhr): Apropos Hertha: Bruno Labbadia, der Wolfsburg nach Saisonende selbst im Falle einer verpassten Europa-League-Qualifikation als ein Gewinner der Saison verlässt, ist als Dardais Nachfolger bei den Berlinern im Gespräch. Vorher will aber auch er natürlich alles geben und mit dem VfL die Europareise buchen. Für die Gäste aus Nürnberg ist die Situation ungleich angespannter. Verlieren sie das Spiel im Stadion am Mittellandkanal, könnte das schon den sicheren Abstieg bedeuten. Interimstrainer Boris Schommers wirbt schon einmal um eine Festanstellung, vermutlich in der zweiten Liga. Er habe in den vergangenen Wochen gute Leistungen geliefert. "Es gibt für mich keinen rationalen Grund, an dieser Arbeitsweise etwas zu verändern - und ich sehe auch keinen Grund, an meiner Person oder Position etwas zu ändern." Tipp: 2:1.

FC Schalke 04 - FC Augsburg (Sonntag, 13.30 Uhr). Können die Schalker nach dem Sieg in Dortmund am vergangenen Wochenende noch absteigen? Zumindest können sie noch auf den Relegationsrang abrutschen, auf dem die Stuttgarter mit sechs Punkten Rückstand stehen. Und die kommen am letzten Spieltag nach Gelsenkirchen. Das heißt aber auch: Mit einem Sieg gegen Augsburg kann sich die Mannschaft von Interimstrainer Huub Stevens endgültig retten. Tipp: 1:1. Es bleibt zumindest ein wenig spannend.

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SC Freiburg - Fortuna Düsseldorf (Sonntag, 15.30 Uhr): Die Freiburger sind kurz vor dem Ziel. Der Mannschaft von Trainer Christian Streich genügt gegen die Düsseldorfer ein Unentschieden, um sich aller Abstiegssorgen zu entledigen. Die Fortuna ist längst durch. Ihre Fans müssen allerdings, jetzt wird's interessant, ihren Ausweis als Pfand abgeben, wenn sie am Sonntag im Schwarzwaldstadion aufs Klo wollen. Warum? Weil die Anhänger aus Düsseldorf in dieser Saison bei mehreren Auswärtsspielen die Toiletten im Gästebereich zerstört haben. So steht es auf der Internetseite der Fortuna. Tipp: Chaos vor den Klos, ansonsten 1:1.

Bayer 04 Leverkusen - SG Eintracht Frankfurt (Sonntag, 18 Uhr): Und weiter geht's. Beim 1:1 gegen den FC Chelsea im Halbfinalhinspiel der Europaliga haben sich die Frankfurter wieder bis zur Erschöpfung verausgabt, nun geht es darum, Platz vier in der Liga möglichst erfolgreich zu verteidigen und alles dafür zu tun, um in der kommenden Saison gar in der Champions League mitspielen zu dürfen. "Jetzt freuen wir uns auf das Spiel in Leverkusen, dann kommt das Rückspiel. Zum Saisonende wird jedes Spiel intensiv. Diesen Abend dürfen wir genießen, müssen dann alle Kräfte mobilisieren und frisch für Sonntag werden", sagte Trainer Adi Hütter nach der Partie. Tipp: 1:1.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Hausbesuche mache ich nicht." Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann über seinen Kontakt zu Teilen der Zuschauer, die er zuletzt kritisiert hatte.

Quelle: n-tv.de

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