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Samsungs clevere Sport-Kopfhörer Gear IconX brauchen kein Kabel

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Kleine Stecker ohne Kabel: Samsungs Gear IconX sind die fast perfekte Lösung für Sportler.

(Foto: jwa)

Samsungs kabellose In-Ear-Kopfhörer sind die Komplettlösung für Sport- und Musikfreunde: Sie spielen Musik ohne störende Drähte und messen zugleich Puls und Co. Tolles Konzept, gut umgesetzt - allerdings gibt es einen Haken.

Sport und Musik passen gut zusammen. Der stetige Schlag des Taktes treibt an, motiviert, gibt Kraft. Was nicht so gut zusammenpasst, sind Bewegung und Kabel. Leider geht Sport nicht ohne Bewegung, und wer an der frischen Luft trainiert, braucht zum Musikhören in der Regel Kopfhörer, und das bedeutet in vielen Fällen: Irgendwo ist ein störendes Kabel.

Samsungs Gear IconX sind eine radikale Lösung für das Kabelproblem: Die Kopfhörer kommen komplett ohne aus. n-tv.de hat die drahtlosen Ohrstöpsel ausprobiert.

Weg mit dem Kabel

Dass ein Kopfhörer keine physische Verbindung zum Abspielgerät braucht, ist nicht neu, Bluetooth-Kopfhörer mit Bügel sieht man überall, Over-Ear- und On-Ear-Modelle. Auch In-Ears mit Bluetooth gibt es reichlich - meistens aber mit Verbindungskabel zwischen beiden Ohrhörern. Und das kann bei Bewegung extrem nerven. Samsungs kabellose Bluetooth-Kopfhörer könnten deshalb die Rettung für alle leidgeplagten Sportler und Unterwegs-Hörer sein. Die Gear IconX sind nicht mehr als zwei kleine Steck-Hörer, die dank Gummihalter sicher im Ohr sitzen und alles bieten, was Sportler und Aktiv-Hörer brauchen.

Über Sensorflächen an der Außenseite nehmen sie Befehle entgegen: Lauter und leiser, vor und zurück, Anruf annehmen oder ablehnen - über das integrierte Mikrofon können Nutzer nämlich auch telefonieren. Zusatzfunktionen erreicht man bei aktiver Verbindung mit dem Smartphone über ein Menü, dessen Unterpunkte ein Sprachcomputer vorliest. Zum Beispiel werden auf Wunsch Umgebungsgeräusche eingeblendet - das ist nützlich im Straßenverkehr und hilft, Unfälle zu vermeiden.

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Clever: Geladen werden die Gear IconX in der Transportbox.

(Foto: jwa)

Die Bedienung der Sensorflächen erfordert etwas Übung und Geduld, denn nicht immer werden Gesten richtig erkannt, manchmal tippt man zweimal (vorwärts), der Player springt aber zurück (dreimal tippen). Oder man wischt nach oben und der Sensor interpretiert das als Tipper (Stopp). Etwas nervig: Jede Eingabe wird mit einem Piepton bestätigt, vor allem beim Lauter- und Leisermachen ist das unnötig und stört.

Kein Handy nötig

Zum Telefonieren muss man die IconX natürlich erst mit dem Handy koppeln - das geht so kinderleicht wie mit den meisten Bluetooth-Geräten. Das Handy ist zum Musikhören aber gar nicht nötig, auf dem internen Speicherplatz von 4 Gigabyte kann vom PC aus eine Menge Musik abgelegt werden, maximal 1000 Stücke - ein echter Pluspunkt. Besitzer eines Galaxy-Smartphones können die Musik auch vom Handy aus überspielen.

Die Wiedergabequalität ist in Ordnung, Musik klingt relativ voll, oben herum recht klar und detailliert, untenrum nicht zu dünn. Satte und richtig warme Bässe beherrschen die IconX aber nicht. Hier kann man per Equalizer etwas nachhelfen, sollte aber kein Sound-Wunder erwarten. Andere Bluetooth-In-Ears können das deutlich besser.

Um die Kopfhörer samt Pulsmesser auch zum Training zu nutzen und alle Daten auszuwerten, die die Sensoren aufzeichnen, benötigt man Samsungs Fitness-App S Health. Einmal eingerichtet, senden die Stöpsel alle Messdaten an Samsungs Fitness-Zentrale, wo sie direkt zur Auswertung bereitstehen. Über das Menü (Sensortaste gedrückt halten) wird die Aufzeichnung eines Workouts gestartet, am Ende einer Trainingseinheit liest der Sprachcomputer Zeit und zurückgelegte Strecke vor. Alle weiteren Infos hat S Health gespeichert.

Fitness-Trainer mit wenig Ausdauer

Auch für die Fitnessdaten ist keine direkte Anbindung ans Smartphone erforderlich, sodass man beim Laufen das Handy auch mal zu Hause lassen kann. Die Daten werden übertragen, wenn es wieder eine Verbindung gibt. Geladen werden sie in einer kleinen Box, die zugleich Transportkästchen ist - eine gute Idee. Einziger, aber leider auch großer Minuspunkt: Die Akkulaufzeit ist viel zu kurz, nach rund 1,5 Stunden ist im Bluetooth-Modus Schluss.

Damit können sie als Sport-Begleiter nicht wirklich herhalten, da sie in vielen Fällen wohl vor dem Träger schlapp machen. Und für Musikfans, die unterwegs Beschallung brauchen, sind die kurzen Laufzeiten auch eher frustrierend. Ohne Bluetooth als Standalone-Player halten sie immerhin rund 3,5 Stunden durch.

Insgesamt erfüllen die IconX ihren Dienst: Sie sitzen fest im Ohr und fallen nicht so leicht heraus, lassen sich einfach bedienen und geben Musik mit annehmbarer Qualität wieder. Etwas besserer Sound hätte aber, besonders bei einem Herstellerpreis von rund 230 Euro, nicht geschadet. Die Sensoren messen zuverlässig und bieten im Zusammenspiel mit S Health interessante Auswertungsmöglichkeiten.

Das Konzept mit der Ladeschale und Transportbox in einem ist clever und ansprechen gelöst, nichts wirkt billig oder wackelig, auch die Hörer selbst sind gut verarbeitet. Die Sensorflächen könnten noch etwas sensibler sein und Berührungen präziser erkennen. Wirklich enttäuschend ist nur die Akkulaufzeit.

Quelle: n-tv.de

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