Technik

Anfragen finden und löschen Google hört mit und speichert alles

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Wer mit Google sprechen will, muss sich aufzeichnen lassen.

(Foto: jwa)

Alles was man Google sagt, wird gespeichert und mit dem eigenen Konto verknüpft. Im Netz können Nutzer alle Aufnahmen anhören und auch löschen - ganz unterbinden lässt sich die Speicherung aber nur auf einem Weg.

Googles Sprachassistent Google Now ist eine nützliche Erweiterung der Interaktionsmöglichkeiten mit dem Smartphone. Anstatt den Touchscreen anzutippen, reicht das Sprachkommando "OK Google", und schon hört das Gerät genau zu und wartet auf Befehle. Was viele Nutzer möglicherweise aber nicht realisieren: Google zeichnet jedes Sprachkommando auf und speichert es auf seinen Servern - verknüpft mit den eigenen Kontodaten und allen anderen Informationen, die der Dienst auf verschiedenen Wegen über seine Nutzer sammelt.

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Google listet alle Anfragen nach Datum und Uhrzeit.

(Foto: jwa)

Dass alle Spracheingaben, die man Google diktiert, zur Verarbeitung an die Server des Unternehmens geschickt werden, sollte jedem klar sein, der den Dienst nutzt. Anders könnte Google Now nicht funktionieren. Trotzdem reagierte ein Journalist des "Guardian" jetzt geschockt, als er auf sein Sprach- und Audio-Archiv stieß. Das Problem: Google geht mit den gespeicherten Nutzerdaten zwar relativ transparent um. Man muss die Archive, in denen der Konzern sein gesammeltes Wissen zugänglich macht, aber erst einmal finden, denn Werbung macht er nicht gerade dafür.

Besonders spannend für rege Nutzer

Das ist auch verständlich, wenn man die Seite "Sprach- & Audioaktivitäten" aufruft. Sobald man mit seinem Google-Konto angemeldet ist, listet die Seite alle jemals aufgenommenen Sprach- und Audioaufnahmen auf, die mit dem Konto verknüpft sind - faszinierend und erschreckend zugleich. Wer Google Now höchstens ein paar Mal ausprobiert hat, wird darin wenig Spannendes finden. Nutzt man den Dienst aber rege, bekommt man hier eine sauber nach Datum und Uhrzeit sortierte Auflistung aller Suchanfragen und Sprachkommandos samt Play-Taste zur Wiedergabe.

Dass Google die Daten speichert und mit dem eigenen Konto verknüpft, hat seine Gründe: Je mehr Aufnahmen aller Nutzer verarbeitet und analysiert werden, desto besser funktioniert die Spracherkennung. Und je mehr Aufnahmen es von einem Nutzer sammelt, desto besser werden dessen Stimme und Aussprache von Google erkannt. Einen Einblick ins persönliche Google-Datenarchiv bietet die Seite "history.google.com". Hier werden auch Suchanfragen, eine Youtube-Chronik oder der Standortverlauf angezeigt.  

Wer seine Vergangenheit nicht derart detailliert gespeichert haben möchte, kann einzelne Suchanfragen löschen. Alternativ können auch ganze Tage komplett gelöscht werden. Im Einstellungsmenü, das über das Drei-Punkte-Symbol oben rechts erreicht wird, gibt es weitere Löschoptionen. Hier können Nutzer auch festlegen, dass Sprach- und Audioeingaben gar nicht in ihrem Konto gespeichert werden. Solange man Google Now aber weiterhin nutzt, werden auch die eigenen Spracheingaben gespeichert, nur eben anonymisiert und ohne direkte Verknüpfung zum eigenen Konto. Wer dagegen gar nicht aufgenommen werden möchte, hat nur eine Möglichkeit: Nicht mehr mit Google sprechen.    

Quelle: n-tv.de, jwa

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