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Super Smartphone für wenig Geld Honor 6 kann viel und hält lange

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Ein gutes Smartphone muss nicht teuer sein: Das Honor 6 beweist es.

(Foto: jwa)

Das Honor 6 ist ein Preis-Leistungs-Kracher. Ein scharfes Display, gute Kameras und clevere Software-Funktionen zeichnen das China-Handy aus. In manchen Punkten ist es sogar besser als die teure Smartphone-Spitzenklasse.

Wer heute ein Smartphone kaufen möchte, das gut aussieht und Leistung bringt, muss nicht mehr 600 Euro oder mehr ausgeben. Mit dem Honor 6 tritt Huawei den Beweis an, dass es auch zum halben Preis geht. Die Marke Honor richtet sich bewusst an ein junges, digital sozialisiertes Publikum mit hohen Ansprüchen an ein Smartphone: Schnell soll es sein, lange durchhalten, hohe Leistung bringen und dabei möglichst günstig sein.

Das Honor 6, das erste Flaggschiff der 2014 gestarteten Marke, erfüllt auf den ersten Blick alle Kriterien und zeigt auch im Test nur wenige Schwachstellen. Das Gehäuse ist mit 7,5 Millimetern angemessen flach und stabil verarbeitet, mit seinem Kunststoffrahmen im Alu-Look erinnert es an die Xperia-Z-Reihe. Auch die Glasrückseite erinnert an Sonys Premium-Geräte, leider ist sie aber recht anfällig für Kratzer und scheint nicht wie das Display von Gorilla Glass 3 geschützt zu sein. Kleines Trostpflaster: Zwei Schutzfolien, je eine für Vorder- und Rückseite, werden direkt mitgeliefert.

Großes Display, schmaler Rahmen

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Schick und günstig: Das Honor 6.

(Foto: jwa)

Das 5-Zoll-Display nimmt einen Großteil der Front ein, laut Hersteller 75,7 Prozent. Tatsächlich ist die Flächenausnutzung vorbildlich, bei gleicher Displaygröße ist das Honor 6 etwas kleiner als das Nexus 5. Bei Helligkeit und Blickwinkelstabilität liegen beide Geräte quasi gleichauf, allein die Kontraste sind beim Honor 6 etwas schwächer, Farben wirken blasser und weniger satt. Die Schärfe des Full-HD-Displays ist mit 441 ppi ebenso hoch wie bei den meisten Top-Smartphones des vergangenen Jahres.

Unterzieht man das Honor 6 einem Leistungstest, werden erste Unterschiede zur Premiumklasse deutlich: Die Bedienung ist flott und meistens flüssig, allerdings reagiert das Smartphone nicht ganz so blitzschnell auf Eingaben wie die Flaggschiffe der Konkurrenz, das Gehäuse wird schon bei normaler Benutzung schnell warm. Trotzdem, der Octa-Core-Chipsatz Kirin 920 mit je vier Kernen mit einer maximalen Taktrate von 1,7 beziehungsweise 1,3 Gigahertz leistet im Zusammenspiel mit den üppigen 3 Gigabyte Arbeitsspeicher gute Dienste - viele Top-Geräte haben weniger RAM zur Verfügung.   

Die wichtigsten technischen Daten

  • System: Android 4.4.2, EMUI 3.0
  • Display: 5 Zoll, Full HD (1920 x 1080 Pixel), 441 ppi
  • Prozessor: HiSilicon Kirin 920, Octa Core, 4 x 1,7 GHz, 4 x 1,3 GHz
  • Arbeitsspeicher: 3 GB
  • Interner Speicher: 16 GB + microSD
  • Hauptkamera: 13 MP
  • Frontkamera: 5 MP
  • Bluetooth 4.0, WLAN, LTE Cat. 6, IR-Sender
  • Akku: 3100 mAh
  • Abmessungen: 139,6 x 69,7 x 7,5 mm
  • Gewicht: 130 g

Pluspunkte bekommt das Honor 6 für die Benutzeroberfläche EMUI und die Kamera. Die Software ist die gleiche wie auf dem Huawei Ascend P7, beide Geräte haben kürzlich ein Update auf EMUI 3 bekommen. Die neue Version präsentiert sich aufgeräumt und optisch ansprechend reduziert, wie bei Apples iOS verzichtet Huawei auf einen App-Drawer, alle Apps werden auf den Homescreens abgelegt und können dort in Ordnern sortiert werden.

Überzeugend: EMUI, Kamera und Akku

Die neueste Android-Version 5.0 ist beim Honor 6 noch nicht angekommen, Android 4.4 bildet die Basis, ein Update ist aber angekündigt. Trotzdem wirkt die Oberfläche modern und zeitgemäß, EMUI kommt zudem mit nützlichen Zusatzfunktionen, die beim puren Android fehlen. So kann der Nutzer zum Beispiel einzelne Apps gezielt kontrollieren und ihre Hintergrundaktivität einschränken oder ihnen den Zugriff auf das mobile Datennetz und/oder WLAN-Verbindungen untersagen.

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Das Display des Honor 6 misst 5 Zoll.

(Foto: jwa)

Unter den Bordmitteln sind unter anderem eine Lupe, ein FM-Radio, ein Diktiergerät sowie eine eigene Backup-App, mit der sich alle Daten auf dem Smartphone einfach sichern lassen, entweder auf Micro-SD-Karte oder im internen Speicher. Aussehen und Zusatzfunktionen machen EMUI zu einem der ansprechendsten Herstelleraufsätze.

Auch die Kameras können überzeugen. Die Hauptkamera schießt Bilder mit maximal 13 Megapixeln und kann im Sichtvergleich mit Spitzensmartphones mithalten. Makroaufnahmen gelingen gut, HDR-Fotos sehen ebenfalls ansprechend aus. Klasse ist die Frontkamera, die Fotos mit 5 Megapixeln schießt und zu einer der derzeit besten auf dem Markt gehört. Die Bildqualität ist gut, Extras wie der Panoramamodus machen auch Gruppenfotos (sogenannte „Groufies“) möglich. Beide Kameras sind antrittsschnell und können aus dem Standby durch doppeltes Tippen auf die Lautstärke-leiser-Taste gestartet werden.

Erfreulich ist die üppige Akkukapazität, die deutlich mehr bietet als viele Smartphones der Konkurrenz. Bei durchschnittlicher Nutzung bringt die Kraftzelle mit 3000 Milliamperestunden das Honor 6 über zwei Tage, auch bei intensiver Nutzung hält das Honor 6 einen ganzen Tag durch und schlägt das Galaxy S5 und das iPhone 6 deutlich. Einzige Einschränkung: Unter Last geht der Prozessor schneller in die Knie und saugt den Akku leer, Hochleistungsaufgaben sollten dem Honor 6 also nur sparsam zugemutet werden. Dafür ist es schnell wieder aufgeladen: Eine volle Ladung dauert etwas weniger als zwei Stunden.

Neben Kamera und Akku ist das Honor 6 auch sonst gut aufgestellt: LTE Cat. 6 garantiert schnelle Datenverbindungen, ein Micro-SD-Steckplatz zur Speichererweiterung ist an Bord, ein Infrarot-Sensor macht das Smartphone zur Fernbedienung - auch wenn die passende Software dafür erst aus einem malayischen Honor-Forum heruntergeladen werden muss, wie "Golem" herausgefunden hat.

So kann Huawei mit dem ersten Flaggschiff seiner jungen Marke Honor ein Ausrufezeichen setzen. Leistung, gute Ausstattung, lange Laufzeit und ein kleiner Preis machen das Smartphone zu einer echten Alternative für alle, die ein gutes Gerät für wenig Geld suchen, ohne allzu viele Abstriche zu machen. In der Premiumliga kann das Honor nicht mitspielen, doch seine Führungsposition im Mittelklasse-Segment kann ihm so schnell keiner streitig machen.

Quelle: n-tv.de

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