Technik

Erpresser-Software sperrt Handys "Lockerpin" fordert 500 Dollar Lösegeld

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Wer nicht zahlt, kriegt sein Smartphone nicht mehr entsperrt.

(Foto: jwa)

Neue Schadsoftware treibt auf Android-Smartphones ihr Unwesen. Sie verlangt 500 Dollar Lösegeld und ändert die PIN-Nummer. Wer in die Falle tappt, hat nur einen Ausweg und der ist schmerzhaft.

Immer wieder machen Meldungen von akuten Sicherheitslücken bei Android-Smartphones die Runde. Im März war es die "Freak-Lücke", im Juni wurde bei Samsung-Smartphones ein Sicherheitsleck in einer System-App entdeckt. Nur wenig später versetzte die Nachricht über die sogenannte Stagefright-Lücke, die rund 90 Prozent aller Android-Smartphones bedrohte, viele Handy-Besitzer in Angst und Schrecken. Jetzt macht eine Erpresser-Software Schlagzeilen, die die Smartphones der Betroffenen durch einen fiesen Trick sperrt und Lösegeld verlangt.

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Die gefälschte Warnmeldung des FBI fordert 500 Dollar "Lösegeld".

(Foto: ESET)

Die sogenannte "Ransomware", wie diese Art von Schadsoftware genannt wird, heißt "Android/Lockerpin.A" und verbreitet sich aktuell vor allem in den USA. Entdeckt wurde sie vom Sicherheitssoftware-Anbieter "ESET". Nachdem sie sich auf einem Smartphone eingenistet und durch einen Trick Administrator-Rechte erschlichen hat, verändert sie die PIN zum Entsperren des Geräts und schließt den Nutzer damit von seinem eigenen Smartphone aus. Anschließend erscheint eine angeblich vom "FBI" stammende Mitteilung, in der steht, der Nutzer habe verbotene Seiten mit pornographischen Inhalten besucht, weshalb das Handy gesperrt sei - der Trojaner steckt laut ESET in einer App namens "Porn Droid", die Nachricht dürfte also von den meisten Adressaten ernst genommen werden. Eine Strafe von 500 US-Dollar sei fällig, und wer nicht innerhalb von drei Tagen zahle, müsse stattdessen 1500 Dollar aufbringen.

Besonders perfide: Wer nicht auf den Link zum Bezahlen der Strafe klickt, sondern die Mitteilung "wegdrückt", tappt in die Falle: Der Trojaner verändert automatisch die PIN-Nummer und sperrt das Telefon mit einer willkürlichen Zahlenkombination. Für Betroffene gibt es an diesem Punkt nur noch einen Ausweg, die bösartige Software loszuwerden: das Smartphone komplett zurücksetzen - auch wenn dabei alle Daten verloren gehen.

Wie in den meisten solcher Fälle können sich Nutzer aber relativ einfach vor dem "Lockerpin"-Trojaner schützen: Über den offiziellen Play Store von Google wird die Ransomware bislang nicht verbreitet, die Gefahr lauert nur in Apps aus unbekannten Drittquellen. Unerfahrene Nutzer sollten nicht zuletzt deshalb Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen wie dem Play Store installieren.

Quelle: n-tv.de, jwa

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