Technik

FBI-Hacker involviert? Mozilla stopft gefährliche Firefox-Lücke

firefox-fbi.jpg

Hat das FBI Schadcode bei Mozillas Firefox eingeschleust?

(Foto: imago/Eibner/Mozilla/jwa)

Eine Sicherheitslücke iin Firefox wird bekannt, über die Angreifer Schadcode auf Rechner schmuggeln können. Mozilla stellt schnell ein Update bereit, das das Problem beseitigt. Indizien deuten auf einen staatlichen Hacker hin.

Im weit verbreiteten Browser Firefox klafft eine Sicherheitslücke, die es Hackern ermöglicht, über präparierte Webseiten Schadcode auf Windows-Rechner einzuschleusen. Mozilla hat schnell nach Bekanntwerden der Schwachstelle ein Update veröffentlicht, dass Nutzer sofort installieren sollten. Man kann warten, bis der Browser automatisch auf die neue Version aktualisiert oder selbst aktiv werden, was oft die schnellere Lösung ist. Dafür klickt man links oben auf Hilfe, danach auf Über Firefox und dann auf Nach Updates suchen.

Der Schadcode arbeitet ähnlich wie ein kürzlich vom FBI im Rahmen von Kinderpornographie-Ermittlungen verwendeter Exploit, um IP und MAC-Adresse von Nutzern des Tor-Browsers zu identifizieren. Der Browser für das anonyme Netzwerk basiert auf Firefox. Zwar sei noch nicht erwiesen, dass der aktuelle Exploit auch von einer Behörde entwickelt wurde, heißt es im Mozilla Security Blog. Falls dem so sei, sei dies aber ein gutes Beispiel dafür, wie schnell staatliches Hacking eine Bedrohung für das gesamte Internet werden könne, schreibt Mozilla-Mitarbeiter Daniel Veditz.

Der Bedarf von Geheimdiensten, Anonymität im Internet zu verhindern, ist groß - nicht nur in den USA. Erst kürzlich berichtete "Netzpolitik.org", der Bundesnachrichtendienst wolle 150 Millionen Euro ausgeben, um die Verschlüsselung von Whatsapp und anderen Messengern zu knacken. Der Dienst wolle auch offensive IT-Operationen durchführen, "also Rechner hacken." Das Projekt soll den Namen "ANISKI" ("Aufklärung nicht-standardisierter Kommunikation im Internet"). Sehr umstritten ist auch ein neuer "Staatstrojaner", der im Februar vom Bundesinnenministerium grünes Licht erhielt. Die Frage ist, ob er grundsätzlich nur rechtmäßig eingesetzt werden kann und ob er über Umwege nicht auch Kriminellen neue Möglichkeiten eröffnet.

Quelle: ntv.de, kwe