Technik

Übertrieben oder genial? Oppo Find X3 Pro ist stark, aber speziell

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Die gläserne Rückseite geht fließend in die Kameraeinheit über.

(Foto: kwe)

Das Oppo Find X3 Pro ist ein Smartphone, das fast in jeder Hinsicht die beste Technik bietet, die man derzeit bekommen kann. Manche werden begeistert 1150 Euro dafür hinblättern, da der Preis durchaus noch fair ist, andere finden das Gerät für den Alltag eher etwas übertrieben.

Mittelklasse-Smartphones bieten für 500 Euro oder weniger eigentlich alles, was Nutzer im Alltag benötigen, sogar die Kameras sind in dieser Preisklasse inzwischen schon richtig gut. Was kann man da als Hersteller noch tun, um ein mehr als doppelt so teures Oberklasse-Smartphone unter die Leute zu bringen? Oppo versucht es damit, bei allen Komponenten seiner Flaggschiffe noch eine Schippe draufzulegen. So protzt auch das neue Find X3 Pro mit Technik vom Feinsten, die nicht nur auf dem Papier beeindrucken kann. Ob man so etwas braucht, steht auf einem anderen Blatt.

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Das Display ist klasse.

(Foto: kwe)

Wie es sich für ein Super-Smartphone gehört, ist Oppos neues Flaggschiff mit einem 6,7 Zoll großem Bildschirm und einem Gewicht von annähernd 200 Gramm kein kleines und leichtes Smartphone. Es wirkt aber nicht protzig und liegt trotz seiner Größe angenehm in der Hand.

Schicke Rückseite

Das liegt zum einen daran, dass das Display sehr schmale Ränder hat und das Gerät nur 8,3 Millimeter dick ist. Außerdem hat das Find X3 Pro eine außergewöhnliche Rückseite, deren Glas zur Kameraeinheit sanft ansteigt und sie fast übergangslos umschließt. Dadurch wirkt das Design tatsächlich wie aus einem Guss. Besonders schick ist das bei der blauen Variante mit mattem Glas. Kaum nötig zu erwähnen, dass ein Smartphone dieser Preisklasse nach IP68 wasser- und staubdicht ist.

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Hauptkamera, ...

(Foto: kwe)

Ein Blickfang ist das OLED-Display mit einer scharfen Pixeldichte von mehr als 520 ppi. Es liefert prächtige, aber natürliche Farben und knackige Kontraste. Außerdem kann es im Freien hell leuchten und bietet eine Bildwiederholfrequenz von bis zu 120 Hertz. Der integrierte Fingerabdrucksensor arbeitet sehr flott und akkurat.

Mehr als genug Leistung

Angetrieben wird das chinesische Flaggschiff von Qualcomms Hochleistungs-Chip Snapdragon 888, der auf satte 12 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher (LPDDR5) zugreifen kann. Nutzer müssen sich also keine Sorgen machen, dass das Gerät in irgendeiner Situation schwächeln könnte.

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... Ultraweitwinkel, ...

(Foto: kwe)

Problematisch könnte aber sein, dass der Akku nur 4500 Milliamperestunden fasst, was wahrscheinlich der schlanken Linie geschuldet ist. Damit kommt man bei normaler Nutzung gut über den Tag. Wenn man das Find X3 Pro aber ausreitet, beispielsweise viel fotografiert und filmt oder Spiele mit höchster Bildwiederholfrequenz zockt, kann es zum Abend hin schon knapp werden.

Immerhin ist eine leere Batterie mit dem mitgeliefertem 65-Watt-Netzteil in rund einer halben Stunde wieder vollgetankt, aber wenn man unterwegs ist, hilft das wenig. Das Oppo Find X3 Pro lässt sich auch induktiv laden, was aber deutlich länger dauert.

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... fünffache Vergrößerung.

(Foto: kwe)

Der Flash-Speicher (UFS 3.1) ist mit 256 GB standesgemäß, lässt sich aber nicht mit microSD-Karten erweitern. Stattdessen schluckt das Gerät eine zweite SIM-Karte.

Starke, aber sehr spezielle Kameraausstattung

Die Quad-Kamera auf der Rückseite hat einiges zu bieten. Die optisch stabilisierte Hauptkamera löst mit 50 Megapixeln (MP) auf und hat eine lichtstarke Blende F/1.8. Mit ihr macht man nicht nur tagsüber sehr schöne Fotos mit vielen Details, sie gehört auch nachts zu den Besten ihrer Art.

Die Ultraweitwinkel-Kamera ist fast genauso gut, hat aber eine kleinere Blende (F/2.2) und ist nicht optisch stabilisiert. Weil sie den gleichen Sensor wie die Hauptkamera nutzt, kann man bei Videos zwischen ihnen wechseln, ohne mit unterschiedlichen Farben et cetera leben zu müssen. Außerdem glänzt die Ultraweitwinkel-Kamera durch relativ geringe Verzerrungen und Unschärfen an den Rändern.

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Bei Makroaufnahmen kann man noch viel näher herangehen, aber verwackelt sehr schnell.

(Foto: kwe)

Die Kameraeinheit ragt nicht besonders deutlich aus der Rückseite hervor, wie es beispielsweise beim Xiaomi Mi 11 Ultra der Fall ist, weil das Teleobjektiv nur eine ungefähr zweifache optische Vergrößerung bietet. Doch mit 13 MP macht die Kamera bei Tageslicht prima Bilder mit einem fünffachen Hybrid-Zoom.

Hinzu kommt eine spezielle Makro-Kamera, mit der man Objekte bis zu 60-fach vergrößern kann. Oppo nennt sie deshalb Mikroskop-Kamera. Tatsächlich kann man mit ihr außergewöhnliche Aufnahmen machen, die sehr ins Detail gehen. Allerdings sind gelungene Bilder freihändig eine ziemliche Glückssache und man muss schon recht großen Aufwand betreiben, um vernünftige Resultate zu erzielen. Viele Nutzer werden die Mikroskop-Knipse wahrscheinlich ausprobieren und dann fast nie wieder einsetzen.

Man muss es mögen

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Unterm Strich ist das Oppo Find X3 Pro eines der besten Smartphones, das man derzeit kaufen kann. Es unterscheidet sich aber kaum von seinen ähnlich teuren Konkurrenten und ist bei der Akku-Kapazität etwas zu schmalbrüstig.

Die Kamera-Kombination ist sehr gut, aber auch speziell. Ob viele Nutzer die Mikroskop-Spielerei einer Tele-Kamera mit größerer optischer Vergrößerung vorziehen, darf zumindest bezweifelt werden.

Quelle: ntv.de

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