Technik

Hightech-Schloss für Sportgeräte Pealock ruft bei Diebstahl an

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Mit dem umgeschnallten Pealock könnte man das Fahrrad zwar noch wegtragen, dann löst das Schloss aber einen akustischen, optischen und stillen Alarm aus.

(Foto: kwe)

Fahrräder, Ski oder andere Sportgeräte kann man nicht immer bei sich tragen oder anschließen. In solchen Fällen soll das elektronische Schloss Pealock vor Diebstahl schützen, ntv.de hat es ausprobiert.

Das tschechische Startup-Unternehmen Pealock hat ein elektronisches Schloss auf den Markt gebracht, das im Prinzip alle beweglichen Wertgegenstände vor Diebstahl schützen soll, die man nicht anschließen oder immer bei sich tragen kann. In erster Linie fallen einem da Fahrräder, Snowboards oder Ski ein, aber so ein Schloss ergibt auch an Kinder- und Bollerwagen, Rollern oder teurer Strandausrüstung Sinn. Einsatzzwecke dafür gibt's genug, ntv.de hat ausprobiert, ob das Pealock auch kann, was der Hersteller verspricht.

Das rund 155 Euro teure Schloss ist etwa so groß wie ein Stück Seife und wiegt 140 Gramm. Mit zusammengerolltem Gurt ist es damit klein und leicht genug, um immer mit dabei zu sein. Das Pealock besteht größtenteils aus robustem Kunststoff in Schwarz, Pink oder Hellgrün. Der Gurt ist aus einem thermoplastischen Elastomer gefertigt, das mit Stahlseilen verstärkt ist.

SIM-Karte inklusive

Zum Lieferumfang gehört eine SIM-Karte, deren Nutzung grundsätzlich kostenlos ist. Um sie aktiv zu halten, muss man sie aber einmal pro Jahr mit 8 Euro aufladen. Wer das nicht möchte, kann auch eine eigene SIM-Karte (ohne PIN) einsetzen.

Öffnen und schließen lässt sich das Pealock entweder mit der mitgelieferten NFC-Karte oder über ein per Bluetooth verbundenes Smartphone. Außerdem kann man andere NFC-Geräte hinzufügen, beispielsweise einen Schlüsselanhänger, den Pealock für weniger als 4 Euro anbietet.

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Die App ist übersichtlich und weitgehend selbsterklärend.

(Foto: kwe)

Die erste Einrichtung ist recht einfach. Man installiert die zugehörige App und folgt den Anweisungen der Anwendungen, um ein Pealock mit dem Handy zu koppeln. Dazu muss man das Schloss schließen und in den Pairing-Modus versetzen, indem man es mit dem mitgelieferten Mikro-USB-Kabel mit einem Netzteil oder Computer verbindet. Wenn das Smartphone das Schloss gefunden hat, legt man noch die NFC-Karte ein paarmal auf das Gerät und es ist betriebsbereit.

Alarmton, Warnlicht und Benachrichtigung

Wenn der Gurt geöffnet ist, ist das Schloss aus. Sobald man es schließt, ist es aktiv und kann gesperrt werden. Wenn dann jemand versucht, das Fahrrad oder ein anderes Gerät zu klauen, an dem das Pealock befestigt ist, lösen Sensoren einen Alarmton aus, der an das Piepen eines Rauchmelders erinnert, aber nicht ganz so laut ist. Mit 110 Dezibel sollte der Alarm aber genügend abschreckend sein. Zusätzlich beginnen die LEDs auf der Außenseite des Pealock hektisch rot zu blinken. Ansonsten leuchten sie in einem langsamen Rhythmus auf, um anzuzeigen, dass es verschlossen und im Wächtermodus ist.

Der Alarm wird auch ausgelöst, wenn ein Dieb versucht, den Gurt durchzuschneiden. Wie lange dieser Widerstand leistet, konnte ntv.de nicht ausprobieren. Kleinere Werkzeuge wie Kneifzangen haben es wohl schwer, die Kunststoff-Metall-Kombination zu kappen, einem Video der Hersteller zufolge scheitert sogar ein Bolzenschneider.

Laut Handbuch steckt in dem Schloss auch ein Temperatursensor, der erkennen soll, wenn Diebe "Gefrier- und Schmelztaktiken" anwenden. Auch das konnte ntv.de verständlicherweise nicht testen.

Nicht nur der Alarm schützt vor Diebstahl. Der Besitzer bekommt bei Erschütterungen oder wenn der Kontaktdraht im Gurt durchtrennt wird auch eine Warnung auf das Smartphone geschickt. Dazu muss es nicht in Bluetooth-Nähe sein, das Pealock ruft bei größeren Entfernungen über seine integrierte SIM-Karte eine Telefonnummer an, die der Besitzer eingegeben hat.

Guter Empfang wichtig

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Der tschechische Firmengründer erfand Pealock ursprünglich, weil er sich über gestohlene Ski ärgerte.

(Foto: Pealock)

Auch das hat im Test grundsätzlich gut geklappt. Allerdings verliert das Schloss eventuell den Empfang, wenn es sich beispielsweise in einem Keller oder in einer Tiefgarage befindet. Damit das nicht problematisch wird, erhält man bei Netzverlust einen entsprechenden Hinweis aufs Smartphone, solange man sich noch in Bluetoothreichweite befindet.

Ruft das Schloss an, sieht man nur, dass es sich um "Pealock" oder wie auch immer man das Gerät bezeichnet hat, handelt. Man kann den Anruf dann ablehnen, denn weitere Aktionen sind aus der Ferne nicht möglich. War der Alarm nur ein Versehen oder gibt ein Dieb erschrocken auf, endet der Piepton automatisch nach fünf Sekunden. Damit das Schloss nicht allzu oft blinden Alarm gibt, kann man die Empfindlichkeit in der App einstellen.

Ist der Akku leer, öffnet sich das Schloss

Der Akku hält bis zu 40 Stunden durch. Wenn ihm der Saft ausgeht, erhalten Nutzer eine Warnung aufs Handy. Kurz bevor die Batterie vollständig entleert ist, öffnet sich das Schloss selbstständig. Hier wäre eine Wahlmöglichkeit besser. Bei leicht transportablen Geräten möchte man beispielsweise vielleicht lieber, dass das Schloss geschlossen bleibt, bis der Akku wieder aufgeladen ist.

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Nicht ganz so gut gefällt ntv.de die niedrige Schutzklasse IP33. Das heißt, man muss bei Regen aufpassen, dass die Oberseite des Schlosses nach oben zeigt. Gelegentlich gab es auch kurze Bluetooth-Probleme. Das ist aber nicht unbedingt die Schuld von Pealock. Der Hersteller des Fahrradschlosses iLockit teilt mit, dass Schwierigkeiten möglicherweise auf eine aktive Corona-Warn-App zurückzuführen sind, die Bluetooth-Priorität hat.

Wirkungsvoller Schutz

Ansonsten muss man abwägen, wie wertvoll etwas sein darf, dessen Schutz man Pealock anvertraut. Bei Fahrrädern, Ski oder Ähnlichem kann das elektronische Schloss jedenfalls ein wirkungsvoller Schutz sein, wenn man es für eine Weile unbeaufsichtigt lassen möchte. Das Pealock kann aber auch herkömmliche Schlösser sehr gut um eine Alarm- und Warn-Funktionen ergänzen.

Quelle: ntv.de

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