Technik

Sony XA1 und XA1 Ultra im Test Schöner Look und nichts dahinter?

sony-xperia-xa1-1.jpg

Das XA1 und das XA1 Ultra: Sonys Neuauflage des Design-Hits.

(Foto: jwa)

Mit dem XA1 und dem großen XA1 Ultra legt Sony sein vielleicht schönstes Smartphone neu auf. Die Nachkommen des schicken Handys können überzeugen - ihnen fehlt aber auch Entscheidendes.

Als Sony mit dem Xperia XA vor rund einem Jahr ein Smartphone ohne seitliche Displayränder präsentierte, war klar: Das Handy hatte zwar technisch nicht viel drauf, konnte aber mit seinem schlanken Gehäuse trotzdem Köpfe verdrehen. Jetzt ist der Nachfolger da, ein behutsames Upgrade: Optisch wurde es dem aktuellen Design der Premiummodelle angepasst, technisch ist es immer noch Mittelklasse. Kann das noch reichen?  

Die Antwort: Kommt drauf an. Denn das XA1 ist wie sein Vorgänger ein schickes Smartphone. Die breiten Balken an Ober- und Unterseite wirken etwas altbacken, aber links und rechts vom Display gibt es quasi keinen Rand. Nur bei eingeschaltetem Display sieht man eine sehr dünne schwarze Umrandung. Damit liegt das 5-Zoll-Smartphone gut in der Hand. Ähnlich wie bei Samsungs Galaxy S8 und LGs G6 ist das in die Länge gezogene Gehäuse wie gemacht für eine komfortable Einhand-Bedienung.

Kein Finger-Scanner

sony-xperia-xa1-2.jpg

Kantiges Design: das XA1 Ultra (links) und das XA1.

(Foto: jwa)

Zugleich fehlt dem XA1 aber ein entscheidendes Ausstattungsmerkmal: der Fingerabdruck-Scanner. Im Vorjahr war es vielleicht noch vertretbar, ein Mittelklasse-Handy ohne den Sensor auszustatten - inzwischen gibt es dafür kaum noch Argumente, zumal andere Smartphones derselben Preisklasse den sicheren und bequemen Scanner längst an Bord haben.

Das kantige Design greift die Formensprache der Premium-Modelle auf. Das Gehäuse ist nicht aus einem Stück gefertigt, statt auf "Unibody" setzt Sony auf Stückwerk. Rückabdeckung, Geräterahmen, Flanken und Display - die Nähte und Übergänge zwischen den Bauteilen sind sicht- und fühlbar. Das muss nicht stören, kann aber.

Schwarz macht edel

Technische Daten

  • System: Android 7.0
  • Display XA1: 5 Zoll, HD (1280x720p)
  • Display XA1 Ultra: 6 Zoll, Full HD (1920x1080p)
  • Prozessor: Mediatek 6757 Helio P20 (beide Modelle)
  • Arbeitsspeicher XA1: 3 GB
  • Arbeitsspeicher XA1 Ultra: 4 GB
  • Kamera: 23 MP, f/2.0 (beide Modelle)
  • Frontkamera XA1: 8 MP
  • Frontkamera XA1 Ultra: 16 MP
  • Akku XA1: 2300 mAh
  • Akku XA1 Ultra: 2700 mAh
  • LTE Cat. 3, WLAN, Bluetooth 4.2, NFC
  • USB-C
  • Maße XA1: 145 x 67 x 8 mm
  • Maße XA1 Ultra: 165 x 79 x 8 mm
  • Gewicht XA1: 143 g
  • Gewicht XA1 Ultra: 187 g

Etwas edler im Auftreten ist das XA1 Ultra, der große Randlos-Bruder. Gemeinsam haben beide das links und rechts randlose Display, das kantige Gehäuse und die breiten Balken oben und unten. Die sind im Verhältnis zur Gesamtgröße beim Ultra aber deutlich schmaler und wirken deshalb nicht so überdimensioniert. Größtes Manko ist auch hier der fehlende Finger-Sensor.  

Das Ultra, das n-tv.de im schwarzen Gehäuse vorliegt, wirkt optisch edler als der kleinere Bruder im weißen Kleid. Gut möglich, dass ein mattschwarzes Gehäuse auch dem XA1 besser steht - Käufer haben die Wahl. Leider ist das Ultra aber so groß, dass es mit seinen harten Kanten nicht in die Hosentasche passt. Für Hand- oder Jackentasche ist es besser geeignet.

Was ist besonders?

Es ist nicht unbedingt schwer, die neuen XA-Modelle schön zu finden. Aber was macht sie besonders? Eine mögliche Antwort liegt in der Kamera: Sony bewies schon bei XA, dass es in der Mittelklasse gute Kameras verbauen kann, die 13-Megapixel-Knipse machte tolle Bilder. Beim XA1 steckt jetzt ein 23-Megapixel-Sensor im Gehäuse. Das muss nicht unbedingt von Vorteil sein, mehr Pixel bedeuten schließlich auch mehr Rauschen. Die Bilder, die das XA1 produziert, sind aber insgesamt ansprechend und die eigene Kamerataste ist in manchen Aufnahmesituationen wirklich vorteilhaft. Das Ultra hat die gleiche Hauptkamera, knipst Selfies aber mit 16 Megapixeln, das XA1 bringt es "nur" auf 8 Megapixel - die Unterschiede sind aber zu vernachlässigen.

sony-xperia-xa1-3.jpg

Das XA1 Ultra hat eine scharfe Frontkamera.

(Foto: jwa)

Die "Überlegene Automatik" erkennt Aufnahmesituationen recht gut und macht zum Beispiel im Makro-Modus schöne unscharfe Hintergründe, das Bildrauschen hält sich in Grenzen. Probleme hat die Kamera aber mitunter bei großen Hell-Dunkel-Unterschieden, manche Tageslicht-Fotos haben einen Farbstich und sind tendenziell eher unterbelichtet, an den Bildrändern werden Aufnahmen teils unscharf und verschwommen. Dort ist gelegentlich auch das Sony-typische Bildrauschen bei dunkleren Farbflächen zu erkennen.

Immerhin: Die hohe Auflösung gewährleistet scharfe Bilder und erlaubt es, Ausschnitte zu nehmen oder digital behutsam hereinzuzoomen. Trotzdem bleibt ein zwiegespaltener Eindruck: Gute Bilder gelingen dem XA1 zwar immer wieder, aber eben nicht immer. Die Kamera-App ist zudem nach wie vor etwas unübersichtlich und nicht intuitiv gestaltet - hier hat Sony noch viel Nachholbedarf. 

Voll in Ordnung

Das HD-Display des XA1 ist absolut in Ordnung, die geringe Auflösung fällt nicht weiter ins Gewicht und kommt der Akkulaufzeit zugute. Das XA1 Ultra hat Full HD auf 6 Zoll Bildschirmdiagonale, auch das ist in Ordnung, mehr aber auch nicht. Die verbaute Hardware ist typisch Mittelklasse, die Prozessoren von Mediatek liefern im Zusammenspiel mit 3 Gigabyte Arbeitsspeicher gute Arbeit, das Ultra hat sogar 4 Gigabyte - das ist mehr als genug für die meisten Einsatzzwecke und qualifiziert das große XA zum Multimedia-Meister.

Die beiden XA1-Modelle machen damit überhaupt nichts falsch, im Gegenteil: Es sind gute Smartphones, die optisch etwas hermachen, die nötige Power unter der Haube mitbringen und ansprechende Fotos machen. Doch ihnen fehlt das gewisse Extra: Das randlose Display reicht im Jahr 2017 nicht mehr aus, um Interesse zu wecken. Auch der fehlende Fingerabdruck-Scanner fällt dieses Jahr schwerer ins Gewicht als beim ersten XA. Das XA1 Ultra hat für 379 Euro nicht viel mehr zu bieten als den wirklich großen Bildschirm. Und das XA1 für 279 Euro ist recht handlich und schmal – das ist dann aber auch schon alles.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema