Technik

Was ist wirklich dran an #Bendgate? Warentest setzt sich aufs iPhone

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Da gehört eigentlich überhaupt kein Smartphone hin.

(Foto: n-tv.de/kwe)

Ist das iPhone 6 Plus wirklich so leicht zu verbiegen, wie in #Bendgate-Meldungen behauptet wird? Stiftung Warentest geht der Sache auf den Grund und macht mit mehreren aktuellen Smartphones den ultimativen Hosentaschen-Test.

Schon wenige Tage nach der Veröffentlichung des iPhone 6 Plus im September tauchten im Internet Fotos von einigen verbogenen Geräten auf. Ihren Besitzern zufolge soll das beim ganz normalen Gebrauch passiert sein. Sie hätten das Gerät in der Hosentasche getragen, sich keineswegs draufgesetzt, behaupteten sie. Als dann auch noch ein Blogger in einem Video bewies, dass es möglich ist, Apples dünnes Riesen-Smartphone zu knicken, war #Bentgate beziehungsweise #Bendgate geboren.

Millionen sahen sich weltweit das Video und Trittbrettfahrer-Clips an, große und kleine Medien berichteten über den "Skandal" und selbst ernannte Experten versuchten anhand von Bildern eines zerlegten iPhone, Apple eine Fehlkonstruktion nachzuweisen. Systematische Tests, die tatsächlich Aufschluss über eine mögliche Alltags-Untauglichkeit des iPhone 6 Plus hätten geben können, gab es jedoch nicht. Zwar gewährte Apple ausgesuchten Medien Einblick in sein Testlabor und die US-Warentester von "Consumer Reports" unterzogen die iPhones einer Belastungsprobe. Beide Tests wurden aber nicht ganz zu Unrecht als nicht realistisch genug kritisiert. Ein Smartphone in der Hosentasche werde ganz anderen Belastungen ausgesetzt als in Biegemaschinen, hieß es. Aber welche sind das? Stiftung Warentest ist #Bendgate jetzt richtig auf den Grund gegangen und hat mit den neuen iPhones, einem LG G3, einem Samsung Galaxy Note 3, einem Sony Xperia Z2 und einem Samsung Galaxy Alpha den ultimativen Hosentaschen-Test gemacht.

Die Resultate sind eindeutig. In der Fronttasche ist es offenbar nahezu unmöglich, ein Smartphone zu zerstören. "Selbst bei einer besonders robusten Behandlung verbog sich kein Smartphone in der vorderen Tasche dauerhaft", schreibt Warentest. Steckten die Tester die Geräte in die Gesäßtasche und setzten sich ganz normal hin, verbogen sich weder die iPhones noch ein anderes Gerät. Erst nachdem sich die Probesitzer auf eine stählerne Stuhlkante setzten, waren die Apple-Smartphones leicht verbogen. Um die Verformung zu erreichen, hätten aber auch die Probanden "an ihre Schmerzgrenze gehen müssen", berichtet Stiftung Warentest. "Im Alltag werden wohl nur wenige Smartphones eine solche Miss­hand­lung erleben." Beim Ritt auf der Stuhlkante knickten auch nicht die iPhones zuerst ein, sondern das Sony Xperia Z2. Die Geräte von LG und Samsung ließen sich ohne Maschineneinsatz überhaupt nicht verbiegen.

Quelle: n-tv.de, kwe