Marktberichte

"US-Wirtschaft im freien Fall" Konjunktureinbruch lastet auf Wall Street

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Die Nachrichten zum Ende der Handelswoche waren eher ernüchternd.

(Foto: REUTERS)

Die US-Aktienmärkte retten ein leichtes Plus ins Wochenende. Doch historisch schwache Konjunkturdaten beeinflussen die Stimmung negativ. Doch der Ölpreis gibt Grund zur Hoffnung auf bessere Zeiten.

Zunehmende Spannungen im Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie haben die Stimmung bei Anlegern in den USA zum Wochenschluss etwas getrübt. In New York schaffte der Dow Jones dennoch ein leichtes Plus von 0,3 Prozent auf 23.685,42 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 legte 0,4 Prozent auf 2.863,70 Punkte zu, der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte 0,8 Prozent auf 9.014,56 Punkte vor.

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Die Indizes bewegten sich damit auf ähnlich niedrigem Niveau wie Mitte März, als die Kurse wegen der Coronavirus-Pandemie kollabiert waren. "Nach der großen Rally (im April) ist es sinnvoll, dass die Aktienkurse nachgeben und so die schwächeren Wirtschaftsdaten besser widerspiegeln, die wir überall sehen", sagte Ryan Detrick, Marktstratege beim Finanzdienstleister LPL Financial. In Frankfurt am Main war der Dax 1,2 Prozent fester bei 10.465,17 Punkten aus dem Handel gegangen - auf Wochensicht bleibt damit ein Minus von vier Prozent.

Eine Ausführliche Schilderung des Handels auf dem Frankfurter Parkett können Sie unserem Börsen-Tag entnehmen.

Für Gesprächsstoff sorgte der Einbruch der Einzelhandelsumsätze, die einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaftsleistung in den USA darstellen. Sie sanken im April um 16,4 Prozent, das ist das stärkste Minus seit Beginn der Datenerhebung 1992. "Von schlecht zu schlechter zu am schlechtesten - die US-Wirtschaft befindet sich mitten im freien Fall", sagte Marktanalyst Christopher Vecchio vom Informationsdienst Dailyfx.com. "Auch wenn die Zinskurve etwas anderes signalisiert - nämlich eine Wahrscheinlichkeit von weniger als 20 Prozent für eine Rezession binnen zwölf Monaten - ist es offensichtlich, dass die Furcht vor einem größeren wirtschaftlichen Rückgang gut begründet ist."

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Für Ernüchterung sorgte eine US-Entscheidung, den chinesischen Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller Huawei von der Belieferung mit US-Chips abzuschneiden. China reagierte und kündigte einem Zeitungsbericht zufolge an, US-Firmen auf eine Schwarze Liste zu setzen. Zu den Firmen, die dem Bericht zufolge von chinesischen Vergeltungsmaßnahmen betroffen sein könnten, zählten unter anderem Apple, Cisco, Qualcomm oder Boeing. Die Aktien des Flugzeugbauers gaben im Tagesverlauf 1,8 Prozent nach, die Apple-Titel 1,3 Prozent. Die Qualcomm-Anteilsscheine verloren zeitweilig sogar mehr als fünf Prozent. Der Chiphersteller dürfte direkt unter dem Vorgehen der US-Regierung leiden.

Insgesamt gaben acht der elf wichtigen Branchenindizes im S&P nach. Die stärksten Kursverluste verzeichneten der Immobilien- und der Versorgerindex. Aufwärts ging es dagegen für den Gesundheits-, Verbrauchsgüter- und Energiebereich. Letzterer profitierte vom Anstieg des Ölpreises: Der Preis für US-Leichtöl stieg um 6,3 Prozent auf 29,30 Dollar je Barrel (159 Liter). Er profitierte von Anzeichen für eine steigende Nachfrage.

Quelle: ntv.de, fzö/rts