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Kinder mit Problemen ADHS-Verdacht ausschließen

Kinder mit ADHS-Verdacht sollten genau und auf mehreren Ebenen untersucht werden, um die Diagnose ganz sicher stellen zu können. "Einzelne ADHS-typische Symptome können auch Zeichen anderer psychischer Störungen oder entwicklungsbedingter Auffälligkeiten sein", sagt Professor Andreas Warnke von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP).

Konzentrationsschwierigkeiten könnten auch bei Entwicklungsstörungen wie Lese- und Rechtschreibschwäche oder einer Rechenstörung auftreten, auffällige Unruhe könne im Jugendalter auf eine manische Störung zurückzuführen sein. Auch organische Beschwerden wie beispielsweise schlechter Schlaf oder Störungen der Schilddrüsenfunktion müssen ausgeschlossen werden.

"Häusliche Gewalt oder Vernachlässigung müssen ebenfalls als Ursache für Konzentrationsstörungen und Lernschwierigkeiten berücksichtigt werden", sagt Warnke. Eine genetische Vorbelastung durch die Eltern liefert einen wichtigen Hinweis darauf, ob eine ADHS-Erkrankung vorliegt. Bei Jugendlichen müsse aber auch an eine Suchterkrankung oder psychotische Störung als mögliche Ursache von Verhaltensauffälligkeiten gedacht werden, sagt der Professor.

Zwischen zwei und drei Prozent Betroffene
Liegt eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) vor, richtet sich die Behandlung der betroffenen Kinder nach der Ausprägung der Symptome. "Neben einer Beratung des Kindergartens beziehungsweise der Schule und der Eltern sind oftmals eine psychotherapeutische und auch eine medikamentöse Behandlung des erkrankten Kindes notwendig", erklärt Warnke. Etwa zwei bis drei Prozent aller Kinder und Jugendlichen leiden an ADHS.

Quelle: n-tv.de