Wissen

Am Außenposten der Menschheit Alexander Gerst erreicht die ISS

uiss.jpg

Der Einstieg von der Sojus in die ISS dauert rund zwei Stunden.

(Foto: Esa)

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst erreicht die Internationale Raumstation. Nach dem planmäßigen Start an Bord einer Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur koppeln der 38-Jährige und seine beiden Kollegen aus den USA und Russland in der Nacht an die ISS an.

Der deutsche Raumfahrer Alexander Gerst hat rund sechs Stunden nach dem Start in Kasachstan die Internationale Raumstation ISS erreicht. Die Sojus-Kapsel mit Gerst sowie dem Russen Maxim Surajew und dem US-Amerikaner Reid Wiseman dockte in der Nacht gegen 3.47 Uhr MESZ am Außenposten der Menschheit an. Für Surajew ist es die zweite, für Gerst und Wiseman die erste Mission.

Aus Sicherheitsgründen kann die Crew die Raumstation aber erst knapp zwei Stunden nach dem Ankoppeln betreten. "Bevor die Luken geöffnet werden können, müssen Bolzen, Gewinde und Druckringe geprüft werden", sagte der deutsche Ex-Astronaut Ulf Merbold, der den Start vom Weltraumbahnhof Baikonur verfolgte.

Die Sojus hatte um 21.57 Uhr MESZ (1.57 Uhr Ortszeit) von dem Kosmodrom abgehoben. Dass die Sojus die Raumstation rund 400 Kilometer über Erde bereits in sechs Stunden erreicht, liegt auch an einem neuen Computer. Er macht die Kapsel weitgehend unabhängig vom Flugleitzentrum bei Moskau. Vorher dauerten Reisen zur ISS zwei Tage.

Vor dem Flug war auch die Crew noch einmal untersucht worden. Ärzte bescheinigten Gerst und seinen Kollegen Surajew und Wiseman im Hotel "Kosmonaut" die Tauglichkeit für die rund 166 Tage lange Mission auf der Raumstation.

Rund 100 Experimente sind geplant

2014-05-28T201233Z_1595046693_GM1EA5T0BLJ01_RTRMADP_3_KAZAKHSTAN.JPG436999947832363242.jpg

Die Sojus TMA-13M wenige Sekunden nach dem Start.

(Foto: REUTERS)

Gerst ist nach Thomas Reiter und Hans Schlegel der dritte Deutsche auf der ISS. "Man muss als Team denken, fühlen und handeln", sagt Schlegel über die drei Astronauten. Von Oberpfaffenhofen aus wird Gerst bei seiner wissenschaftlichen Arbeit betreut. Rund um die Uhr sorgen am Columbus-Kontrollzentrum Techniker und Wissenschaftler dafür, dass im europäischen Forschungslabor Columbus alles in Ordnung ist: von der Atemluft bis zum Raumtemperatur.

Die Esa-Missionsdirektorin Berti Brigitte Meisinger wird Gerst zur Seite stehen - bei Fragen zu Experimenten, Abläufen, Programmänderungen. Manchmal komme Material von der Erde mit den Raumtransportern nicht planmäßig an, berichtet die Raumfahrtingenieurin. "Dann muss man den ganzen Plan umwerfen." Die Zusammenarbeit wird bestens klappen: "Alex ist ein Teamplayer." Ein Jahr lang hat Meisinger sich auf die Mission vorbereitet. "Ich bin nervös", gibt sie zu. "Haben wir etwas vergessen?"

An den 166 Tagen im All hat Gerst 100 Experimente zu absolvieren - ein dicht getaktetes Programm. Ein Höhepunkt ist die Inbetriebnahme eines Schmelzofens, in dem Metallproben mittels magnetischer Felder berührungslos erstarren. Mit den Ergebnissen hoffen die Forscher Gießvorgänge, aber auch Legierungen auf der Erde zu verbessern. Für eine Gruppe Schüler aber stehen Seifenblasen in der Schwerelosigkeit im Mittelpunkt. Sie haben den Raumfahrern Experimente mitgegeben. Ihre Mitschüler hätten gedacht, sie dürfe mit zur ISS, sagt eine Schülerin. Das stimme ja leider nicht. "Aber ich habe mit ein Experiment ausgedacht - und das fliegt ins Weltall."

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa

Mehr zum Thema