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Großer Eisblock auf dem Argentina-See in Patagonien: Das Meereis in der Arktis ist in diesem Sommer auf einen neues Minimum zusammengeschmolzen.
Großer Eisblock auf dem Argentina-See in Patagonien: Das Meereis in der Arktis ist in diesem Sommer auf einen neues Minimum zusammengeschmolzen.
Freitag, 09. September 2011

Negativrekord ist erreicht: Arktis-Eis schmilzt auf Tiefstwert

Ein trauriger Rekord mit verheerenden Folgen: Das Meereis in der Arktis schmilzt derart zusammen, dass es seine bisher geringste Ausdehnung erreicht. Das reduziert den Lebensraum vieler Lebewesen dramatisch und zeigt, dass die Auswirkungen des Klimawandels auf die Arktis "gravierend" sind.

Das Meereis in der Arktis ist in diesem Sommer auf einen neues Minimum zusammengeschmolzen. Die Negativmarke sei am Donnerstag mit 4,24 Millionen Quadratkilometer erreicht worden, teilte die Universität Bremen mit. Damit wurde die bisher geringste Eisausdehnung im Nordpolarmeer aus dem Jahr 2007 (4,267 Millionen Quadratkilometer) unterboten. Der Rückgang des sommerlichen Eises seit 1972 betrage bereits 50 Prozent.

"Für Kleinlebewesen, die an der Unterseite des Eises leben und gleichzeitig Ausgangspunkt der Nahrungskette auch für uns Menschen sind, bleibt immer weniger Lebensraum", erläuterte Georg Heygster vom Institut für Umweltphysik der Universität Bremen. Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Arktis seien gravierend.

Nordost- und Nordwestpassage gleichzeitig eisfrei

Nach Heygsters Angaben schwankt die Eisausdehnung im Jahresverlauf zwischen etwa 15 Millionen Quadratkilometern im März und 5 Millionen im September. Der aktuelle Wert sei um 0,6 Prozent geringer als das Minimum von 2007 und könnte in den nächsten Wochen geringfügig weiter abnehmen. Auch in diesem Jahr seien die Nordost- und Nordwestpassage wieder gleichzeitig eisfrei. Dieses Phänomen sei erstmals 2008 beobachtet worden. Mit einem neuen Tiefstand der Eisbedeckung in diesem September hatten Wissenschaftler schon vor Wochen gerechnet.

Der Rückgang der Eisfläche kann dem Umweltphysiker zufolge nicht mehr mit der natürlichen Variabilität von Jahr zu Jahr erklärt werden. Beobachtungen aus den vergangenen Jahren zeigen laut Heygster außerdem, dass auch die mittlere Eisdicke abnimmt.

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Quelle: n-tv.de