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Wie vor 3,6 Millionen Jahren Arktis könnte künftig eisfrei sein

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Im Herbst 2012 war die Arktis auf die kleinste Fläche seit Beginn der Satellitenmessungen zusammengeschmolzen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Lassen in der Arktis frühlingshafte Temperaturen in Zukunft wieder das Eis schmelzen? Ein Blick in die ferne Vergangenheit liefert Hinweise darauf, wie es in den nördlichen Polargebieten weitergehen könnte.

In der Arktis herrschten vor Millionen Jahren warme Temperaturen. Und auch künftig könnte sie wieder eisfrei sein. Dies ergab die Untersuchung eines Bohrkerns vom Grund eines Sees im Nordosten Sibiriens, wie aus einer in der US-Fachzeitschrift "Science" veröffentlichen Studie hervorgeht. Demnach war die Arktis in der Zeit vor 2,2 bis 3,6 Millionen Jahren sehr warm - in einer Epoche, in der die Atmosphäre nicht viel mehr Kohlendioxid (CO2) enthalten haben soll als heute.

"Dies könnte uns Hinweise auf die Entwicklung in der nahen Zukunft geben", schrieb das internationale Forscherteam unter Leitung von Julie Brigham-Grette von der US-Universität von Massachusetts im Amherst. "In anderen Worten: Das System Erde reagiert auf geringe Veränderungen des CO2-Gehalts stärker als in früheren Klima-Modellen vorhergesagt."

Ausgedehnte Warmzeiten in der Arktis

Die Studie beruht auf der Analyse eines Bohrkerns aus dem eisbedeckten Elgygytgyn-See, der 100 Kilometer nördlich des Polarkreises liegt und durch einen Meteoriteneinschlag vor 3,6 Millionen Jahren entstand. Bei der Untersuchung der Sedimente stießen die Forscher auf Belege, dass es früher ausgedehnte Warmzeiten mit viel Niederschlag in der Arktis gab - bei Sommertemperaturen um 15 bis 16 Grad Celsius, das sind acht Grad mehr als heute.

Diese außergewöhnlichen Warmzeiten nördlich des Polarkreises fielen den Forschern zufolge zeitlich mit einer 1,2 Millionen Jahre währenden Phase zusammen, in der das westantarktische Eisschild nicht existierte. Beide Erdpole könnten somit so etwas wie eine gemeinsame Geschichte haben.

Das Forscherteam, darunter Martin Melles von der Universität Köln und Pavel Minyuk vom NEISR-Institut im russischen Magadan, hatte bereits im Juli 2012 eine erste Studie über die Auswertung von Klimadaten veröffentlicht, die bei Bohrungen in dem russischen See gewonnen worden waren. Die damals gewonnenen Daten betrafen die Zeit von vor 2,8 Millionen Jahren bis zur Gegenwart. Die Forscher hatten bereits im vergangenen Jahr von auffälligen Übereinstimmungen der Warmzeiten in der Arktis mit großen Abschmelzereignissen in der Antarktis berichtet.

Quelle: n-tv.de, AFP

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