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Hormone und Antibiotika im Wasser Arzneimittelreste landen in der Toilette

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Viele Stoffe in Medikamenten scheidet der Mensch mit dem Urin unverändert wieder aus.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Hälfte der Deutschen entsorgt Medikamentenreste falsch, nämlich über die Spüle oder die Toilette. Viele Verbraucher wissen nicht, wie medizinische Wirkstoffe die Gewässer belasten: Bei Fischen rufen sie Nierenschäden und Verhaltensänderungen hervor.

Trotz der Gefahren für die Umwelt entsorgt fast jeder zweite Deutsche seine Medikamentenreste nach wie vor falsch. 47 Prozent schütten flüssige Arzneimittel einfach in die Spüle oder die Toilette, wie eine Umfrage des Instituts für sozial-ökologische Forschung ergab. Nur 15 Prozent der Verbraucher entsorgen ihre Medikamente richtig und zwar - wie von der Bundesregierung empfohlen - über den Restmüll. Der Hausmüll wird heute nicht mehr auf Deponien gelagert, sondern verbrannt. Dadurch werden die Wirkstoffe vollständig zerstört.

Arzneimittelrückstände im Wasser sind ein weltweites Umweltproblem. Auch in Deutschland werden mehr als 150 verschiedene Wirkstoffe in nahezu allen Gewässern nachgewiesen. Die Spurenstoffe aus Schmerzmitteln, Antibiotika, blutdrucksenkenden Mitteln oder Psychopharmaka stammen meist aus häuslichen Abwässern. Denn die Wirkstoffe werden nicht vollständig vom Körper abgebaut und über den Urin wieder ausgeschieden.

Über das Abwasser fließen die Arzneimittelwirkstoffe in die Kläranlagen, wo die Vielzahl an chemischen Verbindungen nicht vollständig entfernt werden kann. Aus den Kläranlagen gelangen die Rückstände dann in die Umwelt.

Dort können sie für Tiere und Pflanzen gefährlich werden. Hormonreste der Pille haben zum Beispiel nachweislich zur Verweiblichung männlicher Fische beigetragen. Auch sind Nierenschäden bei Fischen durch bestimmte Schmerzmittel beobachtet worden, ebenso Verhaltensänderungen durch Psychopharmaka.

Quelle: n-tv.de, ave/AFP

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