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Fruchtbarkeit nimmt ab Auch Pappel-Klone werden älter

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Die Zitter-Pappel wird auch als Espe oder Aspe bezeichnet.

Selbst Pflanzen, die sich selbst klonen können, werden älter und können sterben. Das finden Forscher anhand der Untersuchung der Anzahl der Fruchtbarkeit bei Zitter-Pappeln heraus.

Mit dem Altern haben nahezu alle Lebewesen zu kämpfen, egal ob Bakterium oder Mensch. Bislang schien es so, als könnten einige Pflanzen dem Greisentum ein Schnippchen schlagen – indem sie sich selbst klonen. Die Amerikanische Zitterpappel beispielsweise bildet vegetative Ableger und kann zu einem vielstämmigen Riesenbaum heranwachsen. Eine amerikanische Forschergruppe hat nun aber herausgefunden, dass auch Zitterpappeln vergreisen und die Fruchtbarkeit männlicher Klone von Jahr zu Jahr sinkt. Das berichtet ein Team um Dilara Ally von der US-amerikanischen Universität von Idaho im Journal "Plos Biology".

Als größtes bekanntes Exemplar gilt eine Zitterpappel im US-Staat Utah, die den Namen "Pando" trägt, der lateinische Ausdruck für "ich verbreite mich". Obwohl jeder Stamm kaum älter ist als 200 Jahre, schätzen Botaniker das Alter des Wurzelwerks anhand von dessen Größe auf mindestens 80.000 Jahre.

Weniger Pollenkörner

Ally hatte zusammen mit kanadischen Kollegen Zitterpappeln in Kanada untersucht. Dabei ging es den Forschern zum einen um das Alter der einzelnen Klone, zum anderen um die Anzahl entwicklungsfähiger Pollenkörner pro Blütenkätzchen.

Dabei kam heraus, dass aufgrund von Mutationen im Erbgut die Fruchtbarkeit männlicher Klone mit zunehmendem Alter abnimmt und irgendwann ganz erlischt. Damit wachse auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Baum stirbt, erklärten die Wissenschaftler. Er könne sich zwar weiter vegetativ vermehren – jedoch mangels sexueller Fortpflanzung nicht mehr auf Veränderungen seiner Umwelt reagieren.

Quelle: n-tv.de, dpa