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Schwarz-rot mit Hörnern Auszeichnung für Falter

Der bedrohte Schmetterling Krainer Widderchen ist das Insekt des Jahres 2008. Der Lebensraum des Tieres werde immer mehr eingeengt, begründet das Kuratorium Insekt des Jahres in Berlin seine Wahl. Magere Rasenflächen, auf denen die Raupen leben, würden zunehmend verbaut oder aufgeforstet. An Böschungen und Bahndämmen hätten sie aber eine Chance. Den Namen verdankt das Insekt seinen verdickten und gebogenen Fühlern, die an die Hörner eines Widders erinnern, sowie der slowenischen Landschaft Krain, wo es erstmals beschrieben wurde.

Der Schmetterling kommt in weiten Teilen Deutschlands vor, jedoch nicht in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und im nördlichen Niedersachsen, wo es zu kalt für die Schmetterlinge sei. Am Kaiserstuhl (Baden-Württemberg) seien die Falter verschwunden, weil die Magerrasen Weinbergen gewichen seien. Das Krainer Widderchen warnt mit leuchtend roten Punkten auf schwarzen Vorderflügeln seine Feinde. Wegen der Färbung entstand auch der volkstümliche Begriff Blutströpfchenfalter, zu der mehrere Arten zählen. Raupen und Falter sind giftig.

Das selten gewordene Krainer Widderchen wurde laut Kuratorium stellvertretend für eine ganze Gruppe von Blutströpfchenfaltern ausgewählt. Die Arten existierten schon vor 30 Millionen Jahren, wie Funde in der Schwäbischen Alb belegen. Die farbenfrohen Falter mit einer Flügelspannweite von vier Zentimetern leben höchstens zwei Wochen und sind von Juni bis August zu beobachten. Da Raupen und Falter Blausäure produzieren, sollten sie nicht berührt werden. Nach Angaben des Kuratoriums sind Insekten mit einem geschätzten Anteil von rund 80 Prozent die größte Gruppe aller Tiere.

Das Insekt des Jahres wird seit 1999 jedes Jahr von namhaften Insektenkundlern und Wissenschaftlern aus zahlreichen Vorschlägen ausgewählt. Damit soll laut Kuratorium auch auf Exemplare hingewiesen werden, die als lästig und nur in wenigen Fällen als schön empfunden werden. Das Insekt 2007 war die Ritterwanze. Die Auswahl erfolgt zudem nach der Gefährdung der Art oder ihres Lebensraumes durch den Menschen. Die Schirmherrschaft für das Insekt 2008 übernahm Brandenburgs Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD).

Quelle: ntv.de